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Kommt gar nicht in die Tüte (fürs Bücherhotel)

„Ich huste, also bin ich!“, hörte ich heute den Schriftsteller Martin Walser sagen. Dabei handelt es sich um ein Zitat aus seinem neuen vermutlichen Bestseller „Statt etwas oder Der letzte Rank“,das aktuellste Werk des Achtzigjährigen. Seine Sprachgewaltigkeit macht neugierig, denn auch wenn das Buch vom Verlag als „Roman“ tituliert wurde, teilen sich die Meinungen darüber, ob es ein Roman ist. Eine durchgehende Geschichte wird nicht erzählt, aber nach dem, was ich heute an Zitatschnipseln im Radio hörte, gibt es auf alle Fälle eine Handlung – auch wenn sie sich manchem Leser nicht sofort erschließt. Fazit: Her mit dem Buch. Und das ist definitiv kein Kandidat für die Buchbörse, das Bücherhotel oder den Flohmarkt … oh nein. thermometer-833085_640

internetapotheke 2004Und warum mir eingangs erwähntes Zitat auffiel? Weil die Grippewelle beinah auch mich erfasst hätte, aber es blieb bei einer kräftigen Erkältung. Übrigens gab es laut dem Robert-Koch-Institut bisher schon 9 bestätigte Todesfälle. Aber wie gesagt: „Ich huste, also bin ich!“

Abend am Meer

Knitterfrei liegt das Meer
glatt gebügelt und wellenarm
ausgebreitet bis an den Horizont
scheinbar nicht weiter

Jener unnahbare Saum
zwischen Wellen und Wolken
flüchtet vor sich ihm Nähernden,
obliegt es doch einzig der Sonne
sie am Tagesende
fließend zu verbinden.

©2016

Anmerkungen: Gemeint sind sowohl Wellen und Wolken, als auch wir, die sich dem Horizont Nähernden… Die beabsichtigte Zwiedeutigkeit kommt hier leider nicht so richtig zum Ausdruck, fürchte ich. Nun ja.  Sollte es heißen: „sie am Tagesende fließend miteinander  zu verbinden“?  Im Sinne einer Verknappung kann das Wort doch weggelassen werden, denke ich. Soweit ein paar Zeilen zum Saisonausklang, der ja nun bevorsteht.

E-Book, adieu: Leuchtturmkrimi erscheint nur als Print

lighthouse-1031436Schluss mit dem e-book-Blödsinn, ich schwimme gegen den Strom. Zumindest mit dem Leuchtturmkrimi. (Dieser wird nach jetzigem Stand der Dinge im April 2016 ins Lektorat gehen und gegen Ende des Monats, spätestens aber wohl im Mai als gedrucktes Buch erscheinen.)  Demnächst folgt mal eine Art Exposé zur Handlung an dieser Stelle. Man darf gespannt sein, muss es aber nicht. 🙂  Ohne mit einem Zaunpfahl winken zu wollen: Einen Verlag gibt es nicht, der sich dafür interessiert, deswegen werde ich mich umso mehr ins Zeug legen, auf dass ich eine qualitativ sehr gute Selfpublishing-Ausgabe realisiere. Deswegen sind die angestrebten und hier genannten Termine nur… naja ihr wisst schon.  

Lokalkrimis haben ja nie die Chance, Bestseller zu werden. Das ist auch nicht mein Bestreben. Aber wenn ich mein Handwerk mit diesem Buch etwas verbessern kann und das dem geneigten Leser auffällt, dann habe ich mein Ziel schon erreicht. „Schreiben ist wie Geschlechtsverkehr“, sagte mal ein kluger Mann und ergänzte: „nur Amateure haben noch Spaß dabei.“  Deswegen möchte ich nie ein Bestseller-Autor sein.

Spruchstücke (8)

Epigramme von Hansgeorg Stengel

Geschlossen
Erschüttert stehen wir vorm Sarkopharg
des Gastwirts Gottlieb Garkenholz und weinen.
Er hatte mon-und dienstags Ruhetag.
Nun hat er täglich einen.


Unwiderlegbar
Dies ist kein Spruch von alters her,
obwohl er wahr ist und gediegen.
Auch Wilhelm Busch hat ihn verschwiegen:
Wer Sorgen hat, hat auch Malheur.


Irrtümliche Auslegung
„Irren ist menschlich“- das klingt so, als seien
Fehler, weil menschlich pauschal zu verzeihen
Lasst euch von Kürzeln den Kopf nicht verwirren:
Irren ist menschlich? Auch Unmenschen irren!

aus: „Die feine stenglische Art“  ©Eulenspiegel Verlag Berlin, 2. Auflage 1977 (1976) DDR 4,80M 🙂

(Wenn jemand dieses Büchlein haben möchte, verschenke ich es im Zuge einer Bücherregalinventur und versende es kostenfrei.)

Der Beweis, dass Literatur Geschmackssache ist

Habe hier zwei Varianten eines Gedichtes, wobei ich selbst schon eine favorisiere. Aber man könnte drüber diskutieren, welche Version aussagefähiger ist, dabei wird es möglicherweise unterschiedliche Meinungen geben. Also: Literatur ist eben doch Geschmackssache. Hat ja auch keiner etwas anderes behauptet, oder?

frageDer Gedanke, dass Träume der Atem der Fantasie sind, oder wie man auf schriftstellerisch sagt, der Odem,wirft die Frage auf, was es denn bedeutet, wenn die Fantasie hustet oder sich mal verschluckt… Ist ihr dann ein Albtraum im Halse stecken geblieben?

Ob das funktioniert?

SD530102Wie kann mein Tagwerk ich bestreiten
Wenn die To-Do-List überquillt?
Im Labyrinth der Möglichleiten
Gibt´s nirgendwo ein Hinweisschild…

Was duldet keinen Aufschub länger
Und was kann warten bis zuletzt?
Wer lehrt mich Aufgabenverdränger
Wie man Prioritäten setzt?

Ich müsste mich organisieren:
Was wichtig ist, erled´ge ich
Den Rest, den werd ich delegieren
Und zwar zur spät´ren Zeit: An mich.

Bildgedicht (17)

Der 66er IKARUS
ist heute noch mein Lieblingsbus
Es gab ihn sogar für Überlandfahrten
Als ich klein war, konnt´ich´s oft kaum erwarten
näherte er sich langsam der Haltestelle
Ich stieg vorn ein, auf alle Fälle
wich dem Fahrer nicht von der Seite
nervte damit so manche Leute

Spätestens am Ziel, der Wendeschleife
wusst´ ich dann, welchen Beruf ich ergreife
Nichts war mir damals irgendwie klarer:
Ich werde auf alle Fälle Busfahrer.

Heute ist der IKARUS
leider nur´n Museumsbus
Funktioniert noch,
aber fährt nicht, weil er muss.

Deshalb liess ich mich dann doch nicht drauf ein
Nach der IKARUS-Ära Busfahrer zu sein
Was bei dem heut´gen Verkehr auch ziemlich gewagt wär
Denn die neueren Busse haben keinen Charakter.