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Klartext (01)

Die zunehmende soziale Ungerechtigkeit und die kulturell-religiöse Intoleranz auf der Welt rechtfertigen mehr und mehr eine Kertwende weg von der Globalisierung. Von dieser profitieren nur die wirtschaftlich ohnehin starken Industriestaaten. Da bezweifelt werden darf, dass der Prozess der Globalisierung zukünftig sozial gerechter gestaltet wird – denn das läuft dem Interesse des Kapitals und damit auch der unter ihrem Einfluss stehenden Lobbyismus-Politik zuwider – schafft hier nur eine erneute Dezentralisierung des Welthandels Abhilfe. Ich stelle diese These auch im Hinblick auf das trotzige Umsichwerfen mit Strafzöllen auf. Okay, die USA hat angefangen. Na und?

Solange jedoch die ärmsten Regionen der Welt weder über Mittel verfügen, dringend benötigte Waren und Güter zu importieren und zugleich im Gegenzug ihrer Ressourcen ohne faire Bezahlung entledigt werden und Dumpingpreise dafür erhalten, wird auch jegliche gutgemeinte Hilfe zur Selbsthilfe keinen Erfolg bringen.

Folgt man dieser These, dann wäre die Konsequenz keine Lossagung vom Europäischen Wirtschaftsmodell, wohl aber von der eurokratisch geführten EU und deren Währung, dem Euro. Für die Länder der Dritten Welt beispielsweise würde sich zunächst nichts ändern, außer dass sie nun wieder mit einzelnen Staaten und nicht mit der EU-Kommission und dem Europarat in Brüssel Geschäfte abschließen können.

Eine Entbürokratisierung bei den Handelsbeziehungen, die wie früher zwischen den Vertragspartnern direkt auf bilateraler Basis stattfänden, brächte beiden Seiten Vorteile.

Wenn ohnehin die Regierungen der EU-Mitgliedsländer ihre Innenpolitik nur selten und nur unzureichend nach den Vorgaben Brüssels ausrichten und viel lieber nationalpolitisch agieren, was ja der Fall ist, dann wird die EU auf Dauer kein Erfolgsmodell werden. Sicher war die nicht mit Europa vergleichbare USA mit ihrem Staatenbund ein gedankliches Vorbild bei der Schaffung der EU. Aber hier verglich man Äpfel mit Birnen.

Politisch sowie auch wirtschaftlich ist das Leistungsgefälle in Europa aber zu stark, werden die einzelnen Regierungen in den Staaten viel zu sehr an der Erfüllung nationaler Ziele und der Umsetzung regionalwirtschaftlicher Interessen gemessen, als es den Abgeordneten im entfernten Brüssel und den EU-Verfechtern lieb sein kann.

Wie weit ist zum Beispiel die Wirtschaftskraft Griechenlands von der Deutschlands weg?

Sicherlich schließt ein Wirtschaftsmodell, das nicht global und nur bedingt europäisch ausgerichtet ist, eine Zusammenarbeit in wichtigen Fragen wie Abrüstung und Flüchtlingspolitik a priori nicht aus.

Es gab mal zwei regionale starke Wirtschaftsverbände, die EWG und den RGW. Mal davon abgesehen, dass sich der Osten inzwischen dem Westen verkauft (manche sagen: geöffnet) hat und der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) derzeit so nicht denkbar ist – ein internationaler Verband nach dem Musterder zwei damaligen Verbände, der speziell mit den armen Ländern der Welt zusammenarbeitet und solchen Staaten als verlässlicher und vor allem fairer Handelspartner dient, wäre eine notwendige Innovation. Und dabei geht es nicht um Rüstungsexporte nach dem Motto: Waffen gegen Trinkwasser. Die Mitgliedsstaaten dieser Vereinigung hätten damit eine Schutzfunktion, indem sie die Auswirkungen des Wettbewerbs auf diese armen Länder abfedern. Dazu ist eine Zentralisierung aller Regierungen dieser Staaten nach dem Brüsseler Vorbild nicht notwendig.  

Was nun Deutschland betrifft, benötigen wir dann nur noch die richtigen Abgeordneten und Politiker, die weder im Reformstau stecken bleiben noch Probleme aussitzen und nach hinten verschieben. (Diese trotzig-eigensinnige Nabelschau innerhalb der GroKo stellt ein Armutszeugnis für Deutschland dar. Nicht nur dafür gehen Steuergelder drauf, die manchem Rentner die Altersarmut erleichtern könnten…) Es mangelt zudem auch an verantwortungsbewussten Bürgern, die nicht alles Schulter zuckend hinnehmen und wenn es sein muss, wenigstens auf die Straße gehen.

Auch, wenn im Fernsehen zufällig gerade die Fußball-WM läuft. Schon behaupten böse Zungen, es gäbe sie gar nicht in Deutschland. Das Gegenteil zu beweisen, wäre doch mal ein sinnvolles Vorhaben, nur mal so als Anregung …

Vorwort für eine „alte“ neue Rubrik: KLARTEXT.

Hin und wieder regt mich diese scheinbare Nutzlosigkeit mancher politischer Schachzüge und die gefühlte Erfolglosigkeit beim Lösen internationaler diplomatischer Konflikte auf. Angesichts der vermehrten Kriegsbesessenheit mancher Nationen, der diktatorischen Selbstverliebtheit anderer Politprimaten, des chronischen Terrors gegen Unschuldige und der stoisch-flegmatischen Dauerignoranz eigener innenpolitischer Baustellen, und das auch in Deutschland, schreibe ich mir nun hin und wieder hier als politischer Laie mit ein paar gelegentlichen Zeilen „Zur (P)lage der Nation“ meinen dicken Hals mit Klartext etwas dünner. Das tat ich manchmal auch schon in der Vergangenheit, aber ich hielt es für notwendig, explizit mal darauf hinzuweisen, dass ich angesichts mancher (welt-)politischer Ereignisse und der ständig anhalten Negativnachrichten in den Medien nicht 24Std fröhlich herumironisieren und persönliche Belanglosigkeinn posten mag und kann.

Dabei geht es mir nicht um Zustimmung und Likes, sondern darum aufzuzeigen, dass es Bürger gibt, die sehr wohl mit offenen Augen statt mit offenen Händen durch die Welt gehen.  Jüngst hörte ich im Bekanntenkreis den Vorwurf, das die Deutschen angesichts ihrer Sattheit und ihres meistens zufriedenstellenden Lebensstandards über vieles hinwegsehen und Dinge wie Machtbesessenheit, Korruption und soziale Ungerechtigkeit wortlos und kommentarlos hinnehmen würden,

Ich weigere mich, dieser Verallgemeinerung zuzustimmen und will ein kleines von hoffentlich mehreren lebenden Gegenbeispielen sein.

Grillgedanken, nicht ganz unpolitisch

Während der Grillsaison kommt man oft nicht umhin, seinen Fleischkonsum zu erhöhen. Es sei denn, man ist Vegetarier, Veganer oder lebt in der warmen Jahreszeit ausschließlich von Luft und Liebe.  Ganze Kühltruhen voll marinierter Steaks und Würste warten in den Märkten darauf, von Armeen hungriger Freiluftkokler geplündert zu werden, die dann über Urlaub, Alltag und WM palavern,  und, weil sie ja Kohle haben, diese unter  (und schlimmstenfalls gemeinsam mit) dem  Fleisch und so manchem Gemüse verbrennen.  Dazu eignet sich brandschutztechnisch gesehen  der eigene Garten eher als der Balkon, der Hausflur oder  die offene Einbauküche.  Erfahrungsgemäß gibt es immer Tage, an denen das Wetter mitspielt, und so ist dann im Kleingarten das Beet mit den passenden Kräutern zur Bratwurst oder den Erdbeeren zum Dessert auch nicht weit.

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Lesetipps für gleich und später

Sicher kommt einigen von euch das Thema der Anthologie bekannt vor, denn es ist schon vor Urzeiten auf meinem Mist gewachsen. Endlich haben wir drei packende Geschichten zusammen, die verschiedene Aspekte der Angst unterhaltsam und spannend beleuchten. Drei Autoren, drei Geschichten, das ist ein Konzept, welches mehr Vielseitigkeit und Abwechslung beim Lesen verspricht, und wer weiß – vielleicht wird dies nicht die letzte Mini-Antho unseres Teams bleiben. Jedenfalls danke ich Karin und Harald für ihre Mitarbeit und wünsche unserem gemeinsamen Ergebnis, an welchem auch noch eine Lektorin und ein weiterer Autor mitgewirkt haben,der z.B. den Klappentext schrieb, viel Erfolg. Das Buch erscheint noch im Frühjahr, die letzten Arbeiten daran laufen bereits.

Eine weitere Leseempfehlung möchte ich hier abgeben, die vielleicht Erstaunen auslösen wird, weil es nicht um ein eigenes Werk geht. Es gibt ein Klischee, dass Selfpublisher als die schlechteren Autoren abstempelt und ihren Geschichten Substanz und sprachliche Handicaps unterstellt. Das mag in manchen Fällen gelten, aber nicht für Beispiele wie dieses, welches ich herausgesucht habe. Wer düstere Visionen und Endzeitstimmung in Filmen und Büchern mag, wird den „Schattenstaat“ von Frank Böhm sicher zügig lesen. Aber auch einfach nur politisch interessierte und besorgte Zeitgenossen werden unschwer einen aktuellen Bezug herstellen können. 

Verlinkt habe ich hier eine frei erhältliche  dystopische Geschichte, die heutzutage aktueller denn je zu sein scheint. Womit wir wieder bei unseren steuergeldkassierenden Arbeitsverweigerern der Regierung wären. Und vor allem: Bei der Opposition, die nunmehr von der AfD angeführt wird, was eben jene vom deutschen Wähler gewählten (VOLKS!)- Parteien wissentlich in Kauf nehmen… *tief durchatmet* Aber ich wollte mich ja nicht aufregen.

Stattdessen findet ihr links Coverbild und Link zu der von Frank entworfenen düsteren Zukunftsvision – wohlgemerkt – eines imaginären Staates…

Beitragsbild: Alte Cover-Idee zur Anthologie aus 2015, damals noch alternativ als Kurzgeschichtenband geplant

Winter in Deutschland

Deutschland schlittert regierungslos durch den Winter, der  darüber nur mild lächelt und locker-flockig die Eiseskälte statt zu uns in den Wilden Westen schickt. Wahrscheinlich geht es ihm in Deutschland ohnehin schon kalt genug zu. Die Deutschen führungslos? Niemand, der ihnen mit Herzenswärme die Richtung weist, sie freundlich lächelnd mit falschen Versprechungen überrascht und ihnen liebevoll-energisch den falschen Weg weist? Sie ohne dass sie es merken von ihrer sozialen Intelligenz befreit, zum Beispiel durch öffentlich-rechtliches Fernsehen, die kaum merkbare Erhöhung des ALG II -Satzes und die Duldung über Wucher hinausgehender Mieten in Großstädten? Naja, auch wenn das Wahlergebnis Schnee von gestern zu sein scheint, um mal bei dem Bild zu bleiben – das allerdings hat das von Festtagsidylle und Weihnachtswohlstand noch eingelullte träge deutsche Volk so nicht gewählt: Ein Land ohne Regierung. Aber selbst Schuld. Wieso müssen auch so viele Nichtwähler plötzlich aus ihren Nestern kriechen und mitmachen? Und dann die Arbeitsverweigerer der FDP, über die so manche Kabarettisten und Comedians schon abgelästert haben, dass sie aus Angst vor Verantwortung lieber Opposition sein und bleiben wollten, obwohl da ja neuerdings die SPD beheimatet ist. Und nein, SPD heißt nicht etwa Schulz Penetriert Deutschland.

Die Mitglieder der neuen Bundesregierung auf einen Blick.

So also sitzen nun die Vertreter aller beteiligten Parteien frühjahrsmüde und noch mit Lametta am Jackett zusammen, also zumindest hin und wieder mal, um zu beraten, wie man nun die verbleibende Zeit bis zur nächsten Wahl totschlägt.  Ja, wie wäre es denn mit Regieren? Wie glaubhaft ist denn Außenpolitik, wenn es keine Regierung gibt? Spricht der Außenminister dann nur für sich?  Und wer ist denn überhaupt Außenminister? Außen Minister, innen Geschmack. Aber Verreisen steht derzeit nicht so hoch im Kurs, denn in Deutschland herrscht ein milder Winter. Wenigstens einer, der herrscht. So also schlingert das Land nun so vor sich hin, kratzt an seinem Image, verspielt manchen Bonus seines Ansehens und betrachtet sich dennoch wohlwollend im Spiegel. Trotz 1 Mio versteckter Langzeitarbeitsloser, die in keiner Statistik erfasst werden, trotz knapp 3 Mio Kinder, die von Hartz4, also der Grundsicherung leben.  Auch wenn er manchmal und Manchem zu mild zu sein scheint: Es ist immer noch Winter in Deutschland.

Eher keine Vorausschau auf 2018

„Sie werden bereits erwartet“, begrüßt der Geselle auf dem Bild zukünftig meine Besucher, denn sein Konterfei soll, nachdem mein Flur renoviert ist, gegenüber der Korridortür hängen. Habe ich mir heute so ausgedacht.

Erwartet wurden wir alle auch, und zwar vom neuen Jahr. Jüngst machte ein abgelaufenes die Biege und subtrahierte sich aus der Zeit, um lediglich in den Erinnerungen der Menschen weiter zu existieren.  Was meine Vorhaben in diesem Jahr betrifft, gebe ich keinerlei vorausschauende Versprechungen mehr ab. Stattdessen nur soviel: Ich mache da weiter, wo ich stehen geblieben bin und sehe zu, dass ich etwas mehr gebacken kriege als 2017. Diese Angaben sind ohne Gewehr 🙂 und weil ich überhaupt ein ganz schlechter Angeber bin und noch dazu unbewaffnet, schieß‘  ich jetzt lieber in den Wind.

Was sich 2018 so zusammenbraut, wird am Ende sowieso direkt aus der Flasche getrunken.  Nach Feierabend, vor dem Fernseher.  Soll heißen: Auch am Ende des nächsten Jahres wird nichts mehr so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Und wenn dann die neue Regierung ins Kanzleramt zur ersten Arbeitskonferenz kommt, begrüßt der neue Bundeskanzler Friedrich März (CDU) sie mit einem süffisanten „Sie werden bereits erwartet.“

 

Wahlkampf und viel Abgas um nichts

Merkel sei sauer auf die Autoindustrie, stand heute im Videotext. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die ihrer Lieblingsuntergebenen das Eingeschnapptsein verzeihen wird. Denn schließlich ist Wahlkampf.

Endlich läuft wieder Wahlkampf und fröhliche Sprüche unter gut gelaunten, optimistischen Politikergesichtern grinsen uns Autofahrern quer über den Fahrbahnrand ins Auto. Zwischen jeder Baumlücke an Alleen, neben, an und vor jeder Straßenlaterne und an Wartehäuschen von Haltestellen lauert die Plakat gewordene Überredungsakquise auf die sekundenlange Gelegenheit, kitschig-allgemeine Spruchstücke in unser Bewusstsein zu schleudern und so uns Tagesschaugucker um ein Kreuz vor dem Gang zur Urne anzubetteln. Weil sie sich aber von ihren Versprechen nach der Wahl höchstens eines aussuchen, dass sie dann auch einlösen, wobei auch schon der gute Wille ausreicht, heißen diese griffig formulierten Absichtsbekundungen Wahlversprechen. Es wirkt schon, als gehe ein Ruck durch die sitzungsgeschundenen Gremiumskadaver mancher Bundestagler, wenn sie sich laut wehklagend und jammernd über einander aufregen und sich gegenseitig Versagen und Inkompetenz im Rahmen des Wahlkampfgetöses attestieren. Und gemeinsam schießt man sich dann auf andere (vom Dieselruß) schwarze Peter ein, nämlich zum Beispiel auf VW, Audi und Co. Die Kanzlerin selbst sei sauer auf diese Dieselsünder, las man heute im Videotext. Immer habe die Automobilindustrie erklärt, was alles nicht gehe, maulte sie. Recht hat sie, denn all die heimlich regierenden Lobbyisten und Konzernleitungen sollten wenigstens im Wahlkampf mal der einen oder anderen Koalitionspartei wenigstens zum Schein eine Art TüV-Plakette auf das Banner kleben. Bei all den durchgewunkenen konjunkturfreundlichen Wunschgesetzen und Gesetzentwürfen wäre das das Mindeste.

Und während die Autoindustrie vom Klassenprimus zum herumpfuschenden Dreckspatz avanciert, weil sie zu blöd und zu geizig ist, Elektroautos auf den Markt zu bringen und es ebenso ablehnt, betroffene Dieselmotoren umzurüsten, was ohnehin rückwärtsgewandt wäre, baut beispielsweise die POST-Tochter DHL kurzerhand eigene Elektrofahrzeuge. Bravo, das ist die Initiative, wie sie Politiker nur alle 4 Jahre erkennen lassen – im Wahlkampf. Und die Marktführer der Automobil-industrie nur, wenn es um PS-Zahlen und Abgaswertfrisierung im Sinne des Profites geht. Denn die Autokonzerne sehen Kunden nur als notwendiges Übel, die Anleger und Shareholder aber als die wahren Könige des Abendlandes an. Die sind irgendwie schon weiter als wir im Denken, auch wenn es da eine Gemeinsamkeit gibt: Denn wer den größten Mist absondert, ohne dass andere es merken, dem gehört die Welt – oder anders gesagt, der wird auch schon mal Wahlsieger. Nach Schema F zu arbeiten, bringt niemanden wirklich voran.

Sollten wir daher nicht einfach die Abgasnorm wieder senken und alle wieder mit einem Zweitakter a la Trabant durch die noch viel zu intakte Umwelt tuckern? Die Nostalgiker unter uns würde es freuen, und die Autobauer könnten nochmal einen Neustart hinlegen. Und in Berlin könnte man mit dem Ignorieren aller Probleme und Betrügereien fortfahren wie bisher – es sei denn es ist wieder Wahlkampf.

Ein wenig nachösterliche Kultur gefällig?

Die langjährige First Lady der DDR, Margot Honecker wäre am 17.April 2017 90 Jahre alt geworden.  Aber eine andere, viel großartigere Frau wäre am 25. April 2017 schon 100 Jahre geworden : nämlich die Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald, die 1996 im Alter von 79 Jahren starb. 3Jahre zuvor wurden ihr übrigens aufgrund ihrer Diabetes beide Unterschenkel amputiert.

Ja und was gabs diese Ostern noch so? Die gestrigen und heutigen Ostermärsche stießen nur auf moderates Interesse – und das lag nicht nur am Wetter. Die Friedensbewegung kriegt heute niemanden mehr wirklich lange hinterm Ofen hervor oder von der kuschelgen Couch neben dem vollen Kühlschrank und dem TV mit 50 Programmen herunter…. Wir sind einfach übersatt und desinteressiert und leben in unserem eigenen Mikrokosmos, dessen Tellerrand zu hoch ist, um mal erhobenen Hauptes drüber weg zu schauen.  Ich schreibe bewusst „wir“, denn auch mir gelingt es nicht immer so, wie es angemessen wäre.

Angesichts der nun zu Ende gehenden Ostertage kann ich schon keine Eier mehr sehen – und ich bin sicher, auf Erdogan hat man heute keine geworfen.  Nicht mal assoziale … also faule, nicht wahr. Der hat sich seine Mehrheit fürs Referendum nun gerade so  zusammengekauft und darf nun endlich so tun, als sei er der Osterhase. Als erstes möchte er seinem Volk die Todesstrafe wieder ins Nest legen – soviel Nächstenliebe passt doch zu Ostern, oder? Überhaupt ist er ja ein ganz ein Lieber, und sooo umweltbewusst, auch sehr naturverbunden – sogar bei Waffen achtet er darauf, dass es BIO-Waffen sind, jahaa, siehste wohl, nur das Beste für sein Volk. Und dennoch hätte es ihn fast im Stich gelassen. Einundfünfzigkomma Hastdunichtgesehn Prozent – das ist eine hauchdünne Mehrheit … aber es hat ja funktioniert, dank des rechtzeitigen unfairen Umgangs mit den Nein-Wählern.  Das hat er vorausgeahnt, dass man da rechtzeitig gegenhalten muss.  Und? Sühst? Seine Majestät hat es geschafft.  Et hätt ja nooch maa jout jejange …

Frau Honecker hingegen hätte darüber nur müde gelächelt … Sie kannte noch richtige Mehrheiten von damals, da ging nix unter 97 %.  Überhaupt würde sie sich mit Erdogan wohl ganz gut verstehen. Bestimmt würde er sie prompt zur türkischen Bildungsministerin machen, und schon bald gäbe es die Pionierorganisation Atatürk am Bosporus … naja. Oder er hätte nüscht zu melden, würde zum Angsthasen verkommen und hoppelte nur noch mit angelegten Löffeln durch seinen 1150 Zimmer großen Riesenbunker.

In diesem Sinne: Frühliche Üstern gehabt zu haben, wünsche isch allahseits.

Politik aus Sicht eines Idealisten

Sollte auch dieses Jahr wieder gekürzt werden: Armutsbericht 2017

Vor einiger Zeit gab es ja von mir schon mal eine Glosse zum damaligen Armutsbericht der Bundesregierung. Diesmal aber bleibt mir der Spott in der Feder stecken. Auch in diesem Jahr stellte Arbeitsministerin Nahles nun mit Erstaunen fest, dass nur 10% der Bevölkerung 90% des Vermögens besitzen. Die Bundesregierung, (insbesondere die regierenden Parteien,) gefällt sich darin, die zunehmende Armut zwar zu beschreiben, nimmt sie aber billigend in Kauf und beschränkt sich auf das Hochreißen der Hände und jammervolle Vergießen von Krokodilstränen. Sie kann ihre Abhängigkeit von der Wirtschaft nicht verhehlen.

Wen wunderts vor diesem Hintergrund, dass Trump´s Angriff in Syrien den Blick der großen Koalition zwar auf den Rüstungshaushalt lenkt, aber nicht auf andere drohende Katastrophen wie zum Beispiel Flüchtlingsschicksale wie auseinder gerissene Familien oder die an der nächsten Ecke drohende Hungersnot in Jemen und Südafrika, die Experten zufolge bis zu 20 Mio.Tote fordern könnte. Dass Waffen aus Deutschland in die Hände des IS gelangen, nehmen die Exporteure billigend in Kauf und wachen streng darüber, dass Deutschlands Exportüberschuss ja nicht abebbt. Auch nicht bei Waffen, egal wer sie ordert. Stattdessen peitscht man schnell noch banal wirkende Gesetze vor dem anstehenden Wahlkampf durch, um Initiative vorzutäuschen. Die Rede ist vom Verbot der Kinderehe in Deutschland und weiteren mühsam vereinbarten Zweitrangigkeiten, die angesichts drängender Herausforderungen wie dem erneut aufbrandenden Kalten Krieg Aufschub geduldet hätten. Wen wunderts weiterhin, wenn dann einerseits die gefühlte Hilflosigkeit mancher Wähler in Politikverdrossenheit mündet oder sie zum Protestwähler solcher Populisten wie der AfD avancieren. Letztere hat allerdings  ihre Chance auf eine wirklich sinnvolle, erfolgreiche Bürgeropposition dadurch kläglich  vergeben, dass sie keinerlei Inhalte, sondern nur rechtspopulistische Phrasen und provozierende Halbwahrheiten von sich gab. Sie räumte eben nur Proteststimmen ab, und zwar aus allen politischen Gesinnungsrichtungen und wusste dann nicht weiter – weswegen sie innerlich bald zerstritten war.

Vielleicht führen uns die Medien ja an der Nase herum und unsere Regierung plant in Wirklichkeit schon den Kommunismus?

Es bleibt nur zu wünschen, dass sich mal eine Partei findet, die allen etablierten, vor sich hin dämmernden und wirtschaftshörigen Regierungsangehörigen klar zu machen versteht, dass ein süffisantes “Wir schaffen das!” allein für eine bürgerorientierte, sozial gerechte Innenpolitik – auch für die aufgenommenen Flüchtlinge – nicht ausreicht. Schon gar nicht, wenn man nach dem Aussprechen dieser Worte schweigend abwartet und versucht, alle Probleme auszusitzen.  Hauptsache Machterhalt.

So gesehen ist es schade, dass nur alle 4 Jahre eine Legislaturperiode zu Ende geht. Manche Abstrafung kommt dann nicht zeitnah genug, und es vergeht ungenutzte Zeit.

Der Blick für globale Zusammenhänge fehlt der Bundesregierung ebenfalls noch, wage ich zu behaupten. Sie hat gerde mal Europa im Blick, nicht viel mehr. Deutschland geht es gut, aber anderen Ländern dafür umso schlechter, auf deren Kosten wir uns den Wohlstand sichern. Stichwort Exportüberschuss.

Wenn ich schreibe wir, kommt mir dabei erneut in den Sinn, dass nicht alle sozialen Schichten diesen Wohlstand in der Lohntüte spüren. Aber das hatten wir ja schon. Wie überschaubar schien die Welt noch mit den zwei sich konkurrierenden Systemen Sozialismus und Kapitalismus gewesen zu sein.

Auf die Gefahr hin, falsch verstanden zu werden – die Zeit war eine ruhigere. Nicht, dass sie wieder angestrebt werden sollte – aber ich wage die These, richtigen Sozialismus hat es bisher noch nirgends auf der Erde gegeben. Was ich damit sagen will: Wir sollten wieder anfangen, zumindest nach Alternativen für diesen die Gesellschaft spaltenden aggressiven Wirtschaftskapitalismus von heute  zu suchen. Oder uns solchen zumindest nicht verschließen.

Aber da werden wohl all die Multimillionäre, Lobbyisten,  superreichen Sportwagenküsser und Schlossalleekäufer nicht mitspielen. Wo kämen wir denn da hin, wenn keiner mehr arm wäre und hungern würde? Das hieße ja, keiner hätte mehr Bedürfnisse, es gäbe Absatzschwierigkeiten, der Gewinn bräche ein. Natürlich müsste man dann Arbeitsplätze streichen, aber den Leuten ginge es dennoch gut, auch ohne Arbeit, nicht auszudenken! Dann gäbe es bald 5 Milliarden (zufriedene!) Arbeitslose auf der Welt …
Der Rest wären wohl bankrotte Unternehmer.

Na, deren Lieblingspartei möchte ich dann mal sehen. Jede Wette, dass dann niemand mehr weiß, wer zum Teufel mal diese komische CDU war?

Die Mauer als Exportschlager

usa-1120579_6400002Wer hätte das gedacht: Der weltweit so gefeierte und bestaunte Mauerfall ist knappe zwanzig Jahre her, und man dachte schon, ein grenzoffenes Europa wäre die bessere Alternative, da avanciert die Mauer zum Exportschlager und feiert in den USA prompt ihre Wiederauferstehung. Während aber der antifaschistische Schutzwall in Europa von den „Guten“ gebaut wurde, um die eigene Bevölkerung zu schützen, macht sich in Übersee nun der imperialistische Klassenfeind diese erfolgreiche Verteidigungsstrategie des Sozialismus ganz ungeniert zu eigen und möchte sich und sein Volk so vor mexikanischen Republikflüchtlingen schützen. Wir fassen zusammen: Der Sozialismus wollte in durchaus fürsorglicher Absicht sein Volk vor den imperialistischen Häschern und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen schützen. Es misslang.

Die Mauer zwischen der USA und Mexiko schützt folglich die Mexikaner vor dem verlockenden scheinbaren wirtschaftlichen Wohlstand, der sie in Amerika erwarten könnte? Falsch. Trump, diese Reinkarnation Walter Ulbrichts meint es zwar gut – aber auch wieder nur mit dem eigenen Volk. Nicht umsonst ist er übrigens China-Fan. Sicher hat er sich schon erkundigt, ob er ein paar gelernte Maurer von dort arbeitsbedingt ausleihen kann. Befristet natürlich – nicht dass sie am Ende noch illegal in Amerika bleiben ….

Sang- und Klanglose Amtseinführung Trumps?

mikro001Trump wird morgen offensichtlich sang- und klanglos zum 45. Präsidenten der USA „gekrönt“. Niemand möchte ihm ein Ständchen singen, nicht mal tote Künstler. Frank Sinatra ließ durch seine Tochter erklären, auch er weigere sich postum. Weder Madonna noch Stevie Wonder, auch nicht Elton John oder Celine Dion, die die Titanic auf der Leinwand in den Untergang trällerte beantworteten die Anfrage Onkel Donalds positiv. Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen. Allein Kreml-Chef Putin würde wohl gern, trifft aber immer daneben, wenn er das hohe C anvisiert. (Dabei gilt russische Waffentechnik doch als präzise und zuverlässig, komisch …. )
Grund zum Singen hat dieser Tage hingegen die NPD. Anders als die seit 1956 verbotene KPD bleibt die unbedeutende Partei trotz Verfassungsfeindlichkeit erlaubt. Soviel zum Thema Demokratie. In diesem Zusammenhang muss man die politische Situation schon betrachten, wenn man demokratisch sein will.
Vielleicht reisen die Rechten ja dann zu Trump und singen zu dessen Amtseinführung ein Loblied auf ihn. Offen gesagt, gehören die allerdings eher ins Dschungelcamp.

Von Schuld und Unschuld und der Addition von Dummheit

0003Satirische Kolumne. Während Trump #trumpdothedownjump in den USA diversen Frauen dieselbe Unschuld raubte und raubt, in der er dann seine Hände wäscht, um sie hinterher besser vortäuschen zu können – die Unschuld – fragt in Deutschland kaum noch jemand nach ihr. Ihre Feindin, die Schuld, steht da weit höher im Kurs und wird gern schnell mal auf alles und jeden projeziert.

Merkel Dresden muss weg!“

So geben manche Zeitgenossen allen Ernstes der Flüchlingspolitik Merkels die Schuld an der Gründung der AfD. Allenfalls aber mag diese eine beschleunigende Wirkung auf das Bedürfnis besorgter Wutbürger erzielt haben, sich zwecks Anhäufung ihrer Intelligenz zusammenzuschließen und eine Partei zu gründen.

Abr der IQ steigt nicht zwangsläufig, wenn man Dummheit addiert. Ohne ein klares Parteiprogramm und ohne Kursbestimmung hat die AfD von ihren Wählern erstmal nicht viel mehr als einen Vertrauensvorschuss erhalten. Liefert sie nicht, bleibt sie nicht mehr als eine kurzlebige Trendbewegung und folgt den Piraten in die politische Bedeutungslosigkeit.

Sachsen Glanz und Preußens Gloria sehen derzeit allerdings alt und blass aus. Jüngst versagte die Justiz Sachsens scheinbar völlig, als ein 22jähriger Terrorverdächtiger sich in seiner Zelle erhängte, obwohl er lückenlos hätte überwacht werden müssen. Davor gab es niveaulose und von maßloser Wut zeugende Beschimpfungen der Kanzlerin und ihrer Begleitung, von diversen „Merkel muss weg!“ – Demos mal ganz zu schweigen. Dabei hat die Kanzlerin doch offensichtlich erkannt, dass ihr motivierend gemeintes „Wir schaffen das!“ auf internationaler Ebene als Einwanderungseinladung zum Tag des offenen Zaunes verstanden werden konnte. Einsicht, auch späte Einsicht,  ist der erste Weg zur Besserung. Geben wir beiden, Merkel und der AfD doch die Chance, jetzt zu beweisen, was es aus ihrer Sicht als nächstes zu tun gilt. Keine Hoffnung ist groß genug, um unsterblich zu sein, aber noch sollte sie am Leben bleiben. (Also nicht Merkel, die Hoffnung … ähm, DOCH, doch, Merkel auch, um Gotteswillen … )

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Ah ja, danke für die Antwort …

Und hoffen wir, dass im ehemaligen Tal der Ahnungslosen die Flüchtlingsphobie nach PEGIDA und Co nicht noch weitere Opfer fordert. Zumal paradoxerweise der Flüchtlingsanteil in Sachsen unter 3% liegt.  Schaut man beispielsweise nach Dresden, fragt man sich schon mitunter: Protestieren Eigentlich Generell Idioten Da Unten?