Schlagwort-Archive: Satire

Gratis-Leseprobenheft bestellbar

Zu meinem Buch „Der Boshafte Verblichene“ gibt es für  alle Freunde derben und schwarzen Humors, die sich nicht sicher sind, ob das Buch ihren Geschmack trifft, auf Wunsch ein Leseprobenhaft mit 20 Seiten ( 3 verschiedene Auszüge insgesamt) aus dem Werk. Einfach Kommentar hinterlassen, oder PN auf Facebook senden. Ich sende das Heft gern portofrei zu und vernichte danach die Empfängeranschriften wieder gemäß Datenschutzgesetz. Werbemails und ungefragte Angebote gibt es von mir nicht.  ( Habe ich viel zu wenig Zeit für und faul bin ich diesbezüglich auch.)

Bild in voller Größe geünscht? Anklicken!

Wahlkampf und viel Abgas um nichts

Merkel sei sauer auf die Autoindustrie, stand heute im Videotext. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die ihrer Lieblingsuntergebenen das Eingeschnapptsein verzeihen wird. Denn schließlich ist Wahlkampf.

Endlich läuft wieder Wahlkampf und fröhliche Sprüche unter gut gelaunten, optimistischen Politikergesichtern grinsen uns Autofahrern quer über den Fahrbahnrand ins Auto. Zwischen jeder Baumlücke an Alleen, neben, an und vor jeder Straßenlaterne und an Wartehäuschen von Haltestellen lauert die Plakat gewordene Überredungsakquise auf die sekundenlange Gelegenheit, kitschig-allgemeine Spruchstücke in unser Bewusstsein zu schleudern und so uns Tagesschaugucker um ein Kreuz vor dem Gang zur Urne anzubetteln. Weil sie sich aber von ihren Versprechen nach der Wahl höchstens eines aussuchen, dass sie dann auch einlösen, wobei auch schon der gute Wille ausreicht, heißen diese griffig formulierten Absichtsbekundungen Wahlversprechen. Es wirkt schon, als gehe ein Ruck durch die sitzungsgeschundenen Gremiumskadaver mancher Bundestagler, wenn sie sich laut wehklagend und jammernd über einander aufregen und sich gegenseitig Versagen und Inkompetenz im Rahmen des Wahlkampfgetöses attestieren. Und gemeinsam schießt man sich dann auf andere (vom Dieselruß) schwarze Peter ein, nämlich zum Beispiel auf VW, Audi und Co. Die Kanzlerin selbst sei sauer auf diese Dieselsünder, las man heute im Videotext. Immer habe die Automobilindustrie erklärt, was alles nicht gehe, maulte sie. Recht hat sie, denn all die heimlich regierenden Lobbyisten und Konzernleitungen sollten wenigstens im Wahlkampf mal der einen oder anderen Koalitionspartei wenigstens zum Schein eine Art TüV-Plakette auf das Banner kleben. Bei all den durchgewunkenen konjunkturfreundlichen Wunschgesetzen und Gesetzentwürfen wäre das das Mindeste.

Und während die Autoindustrie vom Klassenprimus zum herumpfuschenden Dreckspatz avanciert, weil sie zu blöd und zu geizig ist, Elektroautos auf den Markt zu bringen und es ebenso ablehnt, betroffene Dieselmotoren umzurüsten, was ohnehin rückwärtsgewandt wäre, baut beispielsweise die POST-Tochter DHL kurzerhand eigene Elektrofahrzeuge. Bravo, das ist die Initiative, wie sie Politiker nur alle 4 Jahre erkennen lassen – im Wahlkampf. Und die Marktführer der Automobil-industrie nur, wenn es um PS-Zahlen und Abgaswertfrisierung im Sinne des Profites geht. Denn die Autokonzerne sehen Kunden nur als notwendiges Übel, die Anleger und Shareholder aber als die wahren Könige des Abendlandes an. Die sind irgendwie schon weiter als wir im Denken, auch wenn es da eine Gemeinsamkeit gibt: Denn wer den größten Mist absondert, ohne dass andere es merken, dem gehört die Welt – oder anders gesagt, der wird auch schon mal Wahlsieger. Nach Schema F zu arbeiten, bringt niemanden wirklich voran.

Sollten wir daher nicht einfach die Abgasnorm wieder senken und alle wieder mit einem Zweitakter a la Trabant durch die noch viel zu intakte Umwelt tuckern? Die Nostalgiker unter uns würde es freuen, und die Autobauer könnten nochmal einen Neustart hinlegen. Und in Berlin könnte man mit dem Ignorieren aller Probleme und Betrügereien fortfahren wie bisher – es sei denn es ist wieder Wahlkampf.

Optimisten – eine gefährliche Randgruppe

Glosse. Immer mehr Optimisten infiltrieren Deutschland und untergraben die so berühmte deutsche Quengeligkeit. Galten froh gestimmte, optimistische Menschen bislang in unserer Gesellschaft als Randgruppe, die von den Medien gern totgeschwiegen wurde, so greift in letzter Zeit eine gefährliche Beschwingtheit um sich. Optimisten infizieren sich mit Zuversicht und setzen ihre Mitmenschen gefährlicher Strahlung aus – denn sie strahlen vor Lebensfreude. Diese Pandemie soll neuen Erkenntnissen nach aus dem Ausland stammen, Das Deutsche Egozentrik- Institut für Antioptimismusforschung (DEFA) erklärte in seinem Jahresbericht, Wanderer schleppten sie ein. Deswegen nenne man diese auch Einwanderer. Ob es sich um einstmals ausgewanderte und nun zurückkehrende miesepetrige Grummelgermanen mit Meckersyndrom, also Deutsche handelt, erwähnt das Institut nicht. Na klar: Es ist ein deutsches Institut, also viel zu sehr mit sich beschäftigt…. Dabei hat jeder deutsche Bürger ein Recht auf seine eigene schlechte Laune! Ansteckendes Lachen und eigene Ziele seien ein Anzeichen von Ehrgeiz und somit ein Quarantänegrund, schreiben die „ Runzelsheimer Sorgenfalten“ in einem wohltuend populistischen Gastkommentar.
Immer seltener sieht man im Stadtbild jene so beruhigenden Gesichtsausdrücke, die so manche unscheinbare Hackfresse zu einer finsteren Nörgelfratze werden lassen. Blicke wie Pfeile treffen den alarmierenderweise schon leicht beschwingt dahinhopsenden Pfandflaschensoldaten immer seltener, und nach und nach nimmt sogar eine grausame Verzerrung seiner Mundwinkel Gestalt an – es droht ein Lächeln.
Und dann der Gipfel: Ein Verseuchter grüßt ihn freundlich – er wünscht einen „Guten Tag“, und die Fachwelt streitet sich, was genau er damit sagen will.
Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung in dieser unserer kurzlebigen Zeit bekomme ich gerade glücklicherweise so richtig schlechte Laune.

Herrentagsgedanken

Wieder steht der Tag des Bollerwagens vor der Tür, die 24stündige Dauerausrede dafür, dass man uns Männer immer und überall mit einem Bier in der Hand oder einem Grill vor dem beschürzten Bauch erwischt. Zumindest an diesem Tag. Grillen an sich ist aber keine reine Männersache: Am Frauentag dürfen dann natürlich mal die Frauen grillen. Und noch ein weit verbreiteter Irrtum: Herrenschokolade darf man selbstverständlich  ganzjährig essen. Auch, wenn man eine Frau ist. Sicher heißt sie nur so weil sie von (oder etwa aus?) Herren hergestellt wird. Also, die Schokolade, nicht die Frau natürlich, was für ein Quatsch.

Kann ja auch sein, dieser Herrentag, auch Männertag genannt, ist eine Erfindung der Kohleindustrie. Wer grinst da? HALLO! Holzkohle? Grill?  Na bitte.  So wie hinter dem Frauen- und dem Muttertag die Blumenhändler stecken, hinter dem Kindertag die Spielzeugindustrie und all die Süßigkeiten eine Erfindung eines Bielefelder Zahnarztes sind. Na gut, außer vielleicht die Gummibären. Weiß doch jeder, dass da der Gottschalk hinter steckt!

Betrachten wir die Sache mit dem Ehrentag mal philosophisch: Es gibt einen Männer- bzw. Herrentag und einen Frauentag. Sind Männer und Frauen wirklich die einzigen Geschlechter, die einen solchen Tag verdienen? Wenn wir angeblich im Zeitalter der Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung leben, dann hat hier der Ehrentagserfinder noch eine Menge Arbeit vor sich … Und was bitte ist mit Ehrentagen für Tiere und Pflanzen?

Ich habe mich an dieser Stelle schon über die kuriosesten Gedenktage ausgelassen. Darüber nachzudenken, wie man die alle innerhalb eines Kalenderjahres unterbekommt, wenn es noch mehr werden, das lasse ich jetzt auch mal aus.

Die Mauer als Exportschlager

usa-1120579_6400002Wer hätte das gedacht: Der weltweit so gefeierte und bestaunte Mauerfall ist knappe zwanzig Jahre her, und man dachte schon, ein grenzoffenes Europa wäre die bessere Alternative, da avanciert die Mauer zum Exportschlager und feiert in den USA prompt ihre Wiederauferstehung. Während aber der antifaschistische Schutzwall in Europa von den „Guten“ gebaut wurde, um die eigene Bevölkerung zu schützen, macht sich in Übersee nun der imperialistische Klassenfeind diese erfolgreiche Verteidigungsstrategie des Sozialismus ganz ungeniert zu eigen und möchte sich und sein Volk so vor mexikanischen Republikflüchtlingen schützen. Wir fassen zusammen: Der Sozialismus wollte in durchaus fürsorglicher Absicht sein Volk vor den imperialistischen Häschern und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen schützen. Es misslang.

Die Mauer zwischen der USA und Mexiko schützt folglich die Mexikaner vor dem verlockenden scheinbaren wirtschaftlichen Wohlstand, der sie in Amerika erwarten könnte? Falsch. Trump, diese Reinkarnation Walter Ulbrichts meint es zwar gut – aber auch wieder nur mit dem eigenen Volk. Nicht umsonst ist er übrigens China-Fan. Sicher hat er sich schon erkundigt, ob er ein paar gelernte Maurer von dort arbeitsbedingt ausleihen kann. Befristet natürlich – nicht dass sie am Ende noch illegal in Amerika bleiben ….

EM-Wahn: Balla balla, Tschland und PappBlick Wjuing

Glosse. Laut Rio Reiser sei es „klar, dass die Welt nicht um ´nen Fußball kreist“. (Das Zitat stammt aus dem Song „Alles Lüge“.) Wenn der Meister sich da mal nicht geirrt hat… Die Medien haben nur noch die EM als Thema, so fühlt es sich jedenfalls an, und Millionen Hausanzugträger und Gartenliberos besinnen sich auf Tschland und hängen die Fahne wieder in den Wind, stellen auf der Wiese vor dem Grill einen Riesenflachbildschirm auf und ärgern sich, wenn sie nicht alle Paninibildchen für ihr Album zusammen bekommen… Was soll nur dieser Hype? Wer hat schon Zeit, alle 51 Spiele zu schauen und die Gruppentabellen durchzurechnen? Dass es genügend Brüllaffen gibt, die schon mal wichtige Fachbegriffe wie Schiedsrichter, Foul, Eierkopp und Blindfisch auf französisch üben, weil sie Karten für die EM ergattert haben, versteht sich von selbst. Die Reise und die Live-Atmosphäre im Stadion, das Jubeln und Trauern, all das sei ihnen wirklich gegönnt.

Aber dieser Wahnsinnsbohei schon im Vorvorvorfeld der Eröffnung – wann essen die Spieler, wer hat Blähungen in welcher Tonlage, welches Mittagsgericht wurde nicht aufgegessen, und diese Reportagen „vom Ort des Geschehens“, wo dann gezählt wird, ob französische Tornetze mehr Löcher haben als deutsche und so weiter, den könnte man sich sparen. Es gibt genug andere wichtige Themen in diesen Tagen. Akzeptabel finden kann man hingegen das wachsame Auge der Medien auf die Sicherheitslage im Vorfeld der Veranstaltung – schließlich treibt uns dieses Thema alle um derzeit.

Auch 2016 wieder live zu sehen: Der Merkel-Jubler.
Auch 2016 wieder live zu sehen: Der Merkel-Jubler.

Ganz besonders im Auge zu behalten sind auch die EU-Kommission und die Bundesregierung, lehrt die Erfahrung doch, dass gerne mal hektisch irgendwelche unpopulären Beschlüsse gefasst oder eklige Gesetztesentwürfe durchgewunken werden von den paar Leuten, die während der Spiele im Bundestag sitzen, weil sie keinen Fernseher haben oder zu Hause rausgeflogen sind für die Dauer der EM.

Man kann dennoch Fußball mögen und hier und da mitfiebern, sich mit Gewinnern freuen oder mit Ausgeschiedenen leiden; auch wenn man den ganzen Kommerz-Terz drumherum eher ablehnt. Schließlich muss man ja nicht für 400€ bei REWE oder LIDL einkaufen gehen, damit man genug Spielerbildchen bekommt und dann noch eine Tonne englischen Rasen beim Online-Baumarkt bestellen, damit man zwei Gratistore und einen Sack Wiesenkreide sowie ein Mittellinienlineal kostenlos oben drauf erhält… es sei denn, man hat einen Garten von der Größe Sanssouccis. Für DAS ganze Geld aber hätte man auch gleich live dabeisein können.

Dieser Platz ist so nicht bespielbar. Weiter hinten: Reporterkabine und Baumbewuchs, der die Sicht in der Südkurve behiindert.
Dieser Platz ist so nicht bespielbar. Weiter hinten: Reporterkabine und Baumbewuchs, der die Sicht in der Südkurve behindert.

Und wenn die EM dann vorbei ist und Belgien mit dem Titel im Gepäck abreist, während der Gastgeber EM-Zweiter und Deutschland EM-Dritter geworden sind, dann geht’s ans intermediale Wundenlecken in good old germany. Aber wie unser nächster Bundespräsident Lothar Matthäus schon sagte – wir dürfen dann nicht gleich (wieder) den Sand in den Kopf stecken.

Wie ich einen Anschlag verhinderte

senseOFhumorEIN TATSACHENBERICHT ( …könnte man meinen…) Morgens halb zehn, am Stadtrand einer deutschen Stadt. Beängstigende Dinge spielen sich ab: Aus einer Gartenkolonie steigt plötzlich Rauch auf! (Ja, Kolonie. Deutschland ist noch immer eine Kolonialmacht. Aber dazu vielleicht an anderer Stelle mehr.) Erschüttert halte ich an und steige vom Rad, frage die Umstehenden, was passiert ist. Wie gelähmt steht die Handvoll Leute am Zaun jener Parzelle, auf der sich das Unglaubliche abspielt.
Wie ich einen Anschlag verhinderte weiterlesen

Ein Beispiel für Schreibtherapie

zgbATsenseOFhumorWer den Leuten auf´s Maul schaut, braucht dafür keinen Grund. Zum Beispiel den, dass er Autor oder Journalist ist. Aber er sollte sich vor spröden Lippen, den gleichnamigen Bekenntnissen, schlechten Zähnen, einem (oft daraus resultierenden) Kassenlächeln und dem Pelz auf einer ausgestreckten Zunge nicht ekeln. Einzig auf die Authentizität kommt es an. Mitunter passt es ja auch ins Gesamtbild? Wenn es ihn hinterher noch schüttelt beim Gedanken an die Äußerlichkeiten – naja. Dann kann er es ja textlich verarbeiten. Das nennt sich dann wohl Schreibtherapie. Was für eine Herleitung, oder? (Okay, sie hinkt ein wenig… aber wie gesagt: Das sind nur Äußerlichkeiten…)

Der 10-EURO-Aufruf -SATIRE-

10LandHeute lernte ich folgendes: Deutschland wird aus dem Untergrund10merkl regiert. Das erfuhr ich durch einen simplen Geldschein. Wahnsinn. Der oder die heimlichen Regenten erteilen ihre Anweisungen, indem sie schnöden Mammon im Volk verteilen und diesen vorher mit Instruktionen versehen. Sie selbst halten sich – siehe Foto und beachte die Formulierung – elegant aus allem zurück. „Kämpft um euer Land!“ heißt weiter nichts als „Los, macht schon, dass sich was ändert. Ich warte.“ Und unsere geheimen zurückhaltenden Oberbefehlsgeber scheinen etwas gegen Dienstwagen zu haben. Ob sie wollen, dass die Kanzlerin ihren Dienstwagen verlässt und ab sofort zu Fuß geht? Schließlich lautet ihr Befehl : „Merkel absetzen!“ Wo, teilen sie uns allerdings nicht mit. Kommunikation ist etwas, was sie noch lernen müssen. Vielleicht war ja kein Platz mehr auf dem Zehner… Liebe Putschvorbereiter, warum kommuniziert ihr nicht mit 50-Euro-Scheinen? Für DEN Preis nimmt euch jeder ernst, und auf den Scheinen ist mehr Platz!

Der Stacheldrahtzaun (Glosse)

Derzeit erfreut er sich wachsender Beliebtheit, der löchrige und flexible Eingrenzungsdraht für Grundstücke, Kleingärten, Länder und Kontinente. Seine im Wesentlichen mehr oder weniger engen Maschen gewährleisten Luftdurchlässigkeit und sind atmungsaktiv. Mit ihm lässt sich eindeutig markieren, bis wohin und nicht weiter das Betreten eines umzäunten Terrains möglich ist. Kennzeichnend sind seine stachelartigen Zierspitzen, welche ein- oder mehrreihig zumeist am oberen Ende angeordnet worden sind. Bei deren Überwindung, die so eigentlich in der Gebrauchsanweisung nicht vorgesehen ist, kann jeglicher Körperkontakt mit ihnen durchaus Verletzungen nach sich ziehen. Dekorative weitmaschige Ausführungen des Zaundrahtes erlauben vergleichsweise gute Einsichten in das umzäunte Gebiet, abzuraten ist hingegen von der billigen asiatischen Variante mit aus recycelten Büroklammern hergestelltem Draht, an dem sich allerdings sehr gut Bekanntmachungen und andere Dokumente befestigen lassen.

Ende Gelände? Von wegen!
Zaunfreunde, insbesondere im europäischen In- und Ausland sind dennoch gastliche Menschen und winken gerne zur Begrüßung mit dem Zaunpfahl hinüber zur anderen Seite. Und wer da denkt, Europa habe doch gar keine Grenzen mehr, der wird – angesichts der Schönheit der verschiedenen Drahtausführungen und Zaunmodelle – sicher verstehen, dass sich auf Dauer ein grenzen- und zaunloses Europa nicht durchsetzen kann. Viele Menschen aus aller Welt pilgern zu den Zäunen, um deren harmonisch vollendete Pracht zu bewundern. Nur den wenigsten ist es vergönnt, diese Bauwerke europäischer Schrebergartenkunst auch mal von der anderen Seite zu sehen.

Selten genoss die europäische Zaunbauindustrie soviel internationalen Zuspruch. Zeltlager werden errichtet, tausende Zaunpilgerer campen dort und mögen sich kaum noch von den drahtigen Bauwerken entfernen. Die Hersteller indes machen das dicke Geld und wetteifern heuer um den Titel „Europas Zaunkönig des Jahres“.

Verschwörungstheorien – und die Neurosen erblühn…

Satire. Eine neue Verschwörungstheorie macht nun die Runde. Ist das nicht toll? Sie besagt, dass alle Smartphones in Wirklichkeit von der NSA hergestellt werden, und dass dort im Keller irgendwo Mitarbeiter die Geräte mit den Firmenlogos der entsprechenden Elektronikkonzerne versehen und uns Verbraucher so täuschen. So oder ähnlich lautet sie. Aha, also sind alle Smartphones im Prinzip gleich gebaut? Auch gut. Das vereinfacht Reklamationen und Reparaturen nicht unwesentlich.

Aufklärungsdrohne. Diese benötigt allerdings ein W-LAN-Kabel.
Aufklärungsdrohne. Diese benötigt allerdings ein W-LAN-Kabel.

Und wenn die mit dem globalen Lauschangriff beschäftigten Aufklärungsdrohnen dann gegen einen Handymast fliegen, fällt das Internet mal wieder aus und der Handyempfang geht gegen Null.

Wie aber soll man seine Freunde und seine Familie in der Ferne erreichen ( und ihnen sagen, dass man gut in Deutschland angekommen ist,) wenn nicht telefonisch? Telepathisch vielleicht? Oder können Geheimdienste auch Gedanken lesen?
Wieviel Milliarden Handys gibt es auf der Welt, und wie soll die NSA diese ganze Logistik im Griff haben? Ist das ganze so geheim, dass am Ende nicht mal der Geheimdienst selbst etwas davon weiß?

Es gibt ja schon einige Verschwörungstheorien: Die Welt ist eine Scheibe, die alle paar Jahre einer Apokalypse zum Opfer fällt, alle Menschen sind Ausländer außer die Deutschen und unsere Kanzlerin regiert uns.


Eigentlich bin ich nicht paranoid – wie man sieht…
Da irrt mein Therapeut, was mich sehr freut.


Aber das mit den smartphones…pfff… ich hab es ausprobiert. Ich hab neulich einen Anrufer begrüßt mit der Floskel: “ Na? Bombenwetter heute, was?“ Und – nichts. Kein Schnarzen, Knistern, Klicken in der Leitung. Dann sprachen wir übers Texteschreiben, und er fragte mich, wieviel Anschläge pro Minute ich so drauf hätte. Obwohl … da allerdings … ich hätte gemeint, etwas in der Leitung gehört zu haben. Warten wirs ab … Ich hab vorsichtshalber schon eine Tasche gepackt.

Peace ey, ihr Friedenspfeifen!

Dislike_because of SHITGLOSSE. Schmusekätzchen hier, Babyhündchen da, dann ein paar Stinkefinger mit braunen Fingernägeln und eine Anfrage von PET RESCUE SAGA, ob ich mit PÖBEL IRGENDWER eine Runde spielen möchte…. Jedes fünfte Posting outet seinen Verfasser als wild entschlossen, die Freundesliste zu säubern… Ach, manchmal bin ich nur noch so müde… Einer postet nur FDP-Parolen, ein anderer spamt mit Kreditangeboten und Gewinnspielen fremde Chroniken und diverse Gruppen zu. Und zwischendrin und rundherum : Kätzchen, Hündchen und andere Demonstranten beim Gassigehen. Eindimensionale Postkartensprüche für depressive Rosamunde-Pilcher-Versteher umranken dabei wuchernd jede Chronik – man kommt gar nicht an ihnen vorbei. Wer traurig und einsam ist, weil er keinen Ring am Finger hat, an dem er ersticken kann, wenn er sich letzteren zum Kotzen in den Hals steckt, den bauen Dreizeiler auf einem bemüht romantischen Sonnenuntergangsfoto und „WIE ALT SCHÄTZT DICH DEIN SPIEGEL?“-Tests auch nicht mehr auf. Das gucken sich manche solange an, bis man sie anhand ihrer Hasskommentare als grenzdebile Hello-Kitty-Hasser entlarvt. Da muss raus, was sich aufgestaut hat!

Und alle Welt wundert sich und jammert: Buu-huu-huu, die bösen Facebook-User….*heul* JA IST DENN DAS EIN WUNDER? Darauf kann ich nur antworten: Ja. Dass diese Vielfalt jemanden in den Wahnsinn treiben kann… einfach unverständlich! Ist doch alles total lieb gemeint. Wir Facebooker lieben uns doch alle.

Doch, isswahr. Marc Zuckerberg selbst soll gesagt haben, Facebook bringe allen  doch letztlich Frieden und Eintracht. Jaja… Auch so einer, der sich nur die niedlichen Tier- und Blumenbilder anguckt. Mei Ünglisch ist pretty good… Ich könnte mich ja bei ihm mal als Übersetzer der deutschen Kommentare bewerben…. Vermutlich wird er in Deutschland dann die Kommentarfunktion bald ganz deaktivieren. Warum nicht. Sind die Geheimdienste auch schneller durch.