Archiv der Kategorie: Schreibgedanken

Noch paar Schreibgedanken

Mittlerweile werden sogar schon jetzige und ehemalige Kollegen auf meine Schreiberei aufmerksam, und das, obwohl ich kein Freund lauter Werbetrommeln und megamarketingischer Aktionen bin. Ein ehemaliger Kollege, den ich dieser Tage zufällig traf, hat sich nach meinem aktuellen Schreibprojekt erkundigt, ohne meine bisherigen Sachen zu kennen – ihm war zu Ohren gekommen, dass ich schon etwas veröffentlicht habe.  Das hat mich angenehm überrascht, weil mir sein Interesse echt schien und so etwas leider heutzutage  nicht mehr selbstverständlich ist.

Klar wäre es schön, vom Schreiben leben zu können, aber das Schreiben und die Kreativität ohne Vorgaben und Einschränkungen durch Andere ausleben zu können und mich selbst entscheiden  zu dürfen, wann ich was und mit wem schreibe, ist mir eminent wichtig. Auch investiere ich keine Mittel in Verlage, die einem ein Marketingkonzept für viel Geld versprechen, ohne Erfolgsgarantien geben zu können – erfahrungsgemäß orientiert sich deren Qualitätsanspruch an ein Manuskript oft nur an der Lesegewohnheit der breiten Masse. Ein Manuskript von mir hätte ein Buch werden können bei einem solchen Zuschussverlag – mit begrenzter Auflage und bundesweiter Bewerbung in den Medien. Für die 11.000 Ocken, die es kosten sollte, hätte ich mir allerdings einen eigenen kleinen Verlag einrichten können.  Das habe ich übrigens auch vor, wenn ich mal zu Geld komme. Das – oder ein kleines Tonstudio zum Produzieren witziger Kurzhörspiele und Jingles.  Der Mensch braucht eben Ziele im Leben (… sagte der Heckenschütze und drückte ab. Die Hecke war sofort tot, haha.)

Marketingmaßnahmen für Autoren und Selfpublisher, die auch ich mir vorstellen und evtl. realisieren könnte, wären höchstens das Herantreten an die (Kultur-/Feuilleton-) Pressemedien mit eigenen Pressemitteilungen, wobei diese nicht zu sehr auf „Eigenwerbung“ gemünzt sein sollten, ebenso das Durchführen zunächst kleiner, kostengünstig zu organisierender Lesungen in Cafés oder Kulturhäusern und die gelegentliche Veröffentlichung von Leseproben über soziale Netzwerke. Das Anschreiben seriöser Verlage hilft ebenfalls, Kontakte aufzubauen. Dafür allerdings muss Zeit investiert werden. Das ist dann der Punkt, der mich phlegmatischen Hobbyautoren immer mal wieder aus der Bahn wirft. Obwohl ich quasi fürs Schreiben einen Dauerfahrschein habe. Menno.

 

 

 

Leseproben zur DDR-Erzählung im August

Auch wenn ein endgültiger Titel für den mittlerweile 100Seiten umfassenden Leuchtturmkrimi noch nicht feststeht, bin ich doch froh, verkünden zu können, dass es nun im August mit ersten Leseproben losgeht. Geplant ist meinerseits, die Erzählung möglichst ordnungsgemäß und gut lektoriert selbst herauszugeben. Auch wenn self publishing von einigen Verlagen belächelt wird, für Hobbyautoren wie mich ist es nach wie vor nicht unattraktiv. Meine Geschichten taugen zum Glück nicht unbedingt zur Weltliteratur; was mir eine gewisse Entspanntheit beim Arbeiten garantiert.  Der Weg ist das Ziel, Schreiben um des Schreibens Willen, darum geht es in erster Linie.

Und vielleicht erreichen mich ja Vorschläge, nachdem alle Leseproben aus der Geschichte online sind, wie das Werk heißen könnte … Die Handlung steht (fest), und aufgeschrieben ist die Geschichte, die ich nun nicht unbedingt als Krimi einordnen würde, eher als Erzählung und Studie jener Zeit und jener Gesellschaft, in der sie angesiedelt ist, nun etwa zu 75%.  Möglich sogar, dass es dazu auch ein ebook geben wird. Sagen wir mal, dafür stehen die Chancen 50:60  🙂

 

 

Beschwerde eines Lesers

Ich muss als Leser mal meckern. Es langweilt doch, immer nur nahezu perfekte, am Ende aufgeklärte Kriminalfälle zu lesen. Das vorhersehbare Ende lautet viel zu oft: Auf den Bösewicht wartet die Strafe, und es folgt die Aufklärung über den Tathergang. Warum nicht mal einen scheiternden Aufklärer, einen tolpatschigen Täter/ Verbrecher/Möchtegern-Gangster und/oder Kriminalfälle, die am Ende einfach unaufgeklärt bleiben? Das scheint eine Marktlücke zu sein … Da mache ich mir mal Gedanken, vielleicht ändere ich das mal mit einer entsprechend angelegten Geschichte.  Mir sind zu wenige Krimis untergekommen, die mit den gängigen Klischees zu brechen versuchen, auch wenn viele von ihnen durchaus spannend und packend geschrieben sind – dennoch führt die Handlung zielstrebig zum alles erklärenden Ende. Das Buch endet, wenn der Fall endet. Das kennt man. Auch wenn man miträtselt und falsch liegt – es gilt als sicher, dass ein Schuldiger gefunden wird, noch vor dem Epilog. Aller spätestens aber währenddessen. Und schlimmstenfalls wird am Ende dann auch noch verziehen, geschmust oder sogar geheiratet,  lösen sich handlungsbegleitende Probleme und Konflikte gerade noch auf, bevor der Platz auf der letzten Buchseite zu knapp wird.

Schreiben ist „nur“ (m)ein Hobby

Schreibgedanken in eigener Sache. In jüngster Vergangenheit ging ich dazu über, mich selbst weniger unter zeitlichen Druck zu setzen, was das Fertigstellen meiner Geschichten betrifft. Wohlwollenden Autorenkollegen möchte ich nochmal vergegenwärtigen, dass ich ein Hobbyautor bin und einen anderen Brotjob zur Sicherung meiner Existenz ausübe. Deswegen kann ich mir eine täglich mehrstündige Präsenz in den sozialen Netzwerken ebenso wenig wie die Teilnahme an diversen Ausschreibungsprojekten leisten. Kurz vor dem Einsendetermin für eine Anthologie etwas übereilt zu Papier zu bringen, ist nicht meine Intension und schmälert letztlich die Qualität. Trotzdem teile ich Antho-Projekte, die mich vom Thema her ansprechen, gebe ihnen den Daumen und begleite sie interessiert. Das Eine schließt das Andere nicht aus.

Bereits im Sarturia®-Verlag wurde und wird grenzenloses und freiwilliges Engagement im Online-Forum sowie der Verzicht auf das Honorar aus den Verkäufen vorausgesetzt und praktiziert. Werke von Autoren mit anderen Prioritäten, mögen sie auch einen tollen Schreibstil haben, werden nach einigen Wochen Forumabwesenheit sang- und klanglos aus dem Programm genommen, und jegliche Auskünfte über evtl. erfolgte Verkäufe sowie eine Auszahlung des Honorars verweigert. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Als in der Freizeit Schreibender kann es nicht funktionieren, wenn man sich solchen diktatorischen Regeln unterordnet und Außenstehende Druck auf sich ausüben lässt. Das wird mir auch nicht erneut passieren, und ich kann jedem Autorenkollegen nur raten, sich seine Unabhängigkeit zu bewahren. Deswegen muss ich einstweilen mit der Bitte um Verständnis anderen Ausschreibungen, auch denen von Anthologien, fernbleiben.

Das gilt zumindest für die Monate Juni und Juli. Nach Abschluss meiner nun schon lange laufenden Projekte sieht sie Welt wieder anders aus. Neben deren Fertigstellen sind ja auch bereits erschienene Werke immer mal wieder zu bewerben. Und Zeit für ein Leben abseits des Schreibtisches muss auch sein…. Siehe  GIF.

Detailreiches Erzählen um jeden Preis?

chefsesselKurzgeschichten verlangen einem Autor  eine Beschränkung auf das für die Handlung Wesentliche ab. Mit „ES BEGANN MIT EINEM ANRUF“ stand auch eine Kurzgeschichte auf dem Plan,  die sich nun aber langsam zu einer längeren Erzählung entwickelt, eben weil es mir immer wieder wichtig erscheint, bestimmte Ereignisse nicht ganz so temporeich und oberflächlich zu erzählen. Schlimmstenfalls wird es also ein ganzes Buch und keine Kurzgeschichte. Meine Sorge allerdings ist, dass die Spannung darunter leidet. Denn anders als die Ausgangsversion wird der Leser hier die Protagonisten über eine längere Weg- und Zeitstrecke begleiten und sie besser kennenlernen. Und genau das ist eben für eine Kurzgeschichte untypisch.

Ich würde daher gern mal die bisher zu Papier gebrachten knapp 10 000 Wörter irgendwem zum Lesen und Kritisieren Überfliegen und Herummäkeln geben. Ein Lektorat ist  noch nicht erwünscht, also eventuelle Schreibfehler werden gesondert wegrationalisiert. Es geht nur um den Interessantheitsgrad und das Erzähltempo – um nichts weiter.  Die Zusendung per Mail als *rtf, *pdf oder *docx Datei wäre eine Möglichkeit, die ich anbiete – eine weitere naheliegende natürlich die vorübergehende Freischaltung des ebooks.

 

 

Es begann mit einem Anruf – aber wo führt es noch hin?

Stoßseufzer eines Einfallsreichen – Jammern auf hohem Niveau

Immer wieder stellt man beim Schreiben fest: Die Entwicklung der Handlung vollzieht sich mal wieder nicht so wie vom Autor vorherbestimmt. Wozu plottet und grübelt man vorher stundenlang am „Roten Faden“? Der Ablauf der Ereignisse treibt einen Satz für Satz, Zeile für Zeile in Gefilde, an die man zuvor nicht mal ansatzweise dachte. So passiert es mir gerade beim Anrufer-Krimi, der dann doch wieder nicht ohne Ermittlungen auskommt und nicht, wie kurz mal geplant, eine reine Gruselgeschichte mit „spukender“ Haushaltstechnik und ohne Erklärungsversuche wird. Das ist mir irgendwie zu profan. Andererseits haben Erfolgsautoren wie Stephen King auch nicht immer in ihren atmosphärisch dichten Schauergeschichten plausible Erklärungen und greifen gern auf Übersinnliches – fernab jeglichen menschlichen Verständnisses – zurück.

So allerdings laufe ich mal wieder Gefahr, dass der Geschichte ihr Spannungsbogen irgendwann verlorengeht. Sie wird diesmal auch deutlich länger. Aus jetziger Sicht reicht es quantitativ nicht ganz zur Taschenbuchlänge – aber wie gesagt, wer weiß, wo mich die Handlung noch hinführt….

Schreiben für die Schublade

tumblr_nmwrzml2xs1tkxxq7o1_400Schreiben für die Schublade ist okay. Und das meine ich nicht ironisch. Es ist legitim und hilft, sich Druck vom Leib zu halten. Wohl dem, der keinen Termindruck und keine ungeduldigen Stammleser mit bohrenden Nachfragen zum nächsten Erscheinungstermin kennt. Dennoch: Mittelfristig gesehen, sollte die Schublade nur eine Durchgangsstation sein. Es gibt keinen Grund, warum (auch nicht zu Ende gedachte) Ideen und Plots darin versauern müssen. Wichtig ist nur ein gewissenhaftes Lektorat und ein erneutes Überarbeiten nach einem gewissen zeitlichen Abstand.

Eine Alternative zur Schublade wäre eine Art öffentliche Schublade – in Form eines Accountes auf Plattformen wie bookrix.de Hier gibt es ( mit Differenziertheit zu genießendes) Feedback Däumchen drückender, meist wohlwollender Lesefans.  Daran kann man als Autor wachsen und gedeihen, wenn man damit umzugehen weiß.

Mal sehen ob 2017 neben meinen laufenden Projekten auch etwas für meine Schubladen rausspringt. Auf dass ich dann z. B. 2018 endlich ein wenig Eigenbestand für die Buchmessen zum Präsentieren aufweisen kann. Na, wenn das kein Ziel ist ….

Vom alten Chamäleon Sprache und der Kunst, es gut zu gedeihen zu lassen

Die Sprache ist wie ein Chamäleon und immer wieder fähig zu Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Sie sollte auch und gerade beim Verfassen neuer Geschichten von uns Autoren viel mehr ausgeschöpft werden. Warum sollte man vor dem Aufschreiben eines eigenen Werkes  nicht mal alte und bedeutende Autoren lesen und so seinen Sprachwortschatz erweitern?  (Turgenjew, Dickens, Twain, Goethe, um nur mal einige zu nennen. Meinetwegen auch Tucholski, Schiller, Brecht, die Strittmatters (hier empfehle ich beide, Erwin und Eva.)

nwuuAlso, was ich damit sagen will: Früher redeten die Menschen zum Beispiel bei Hofe anders, die Geschichten aus jener Zeit bringen uns diese sprachlichen Gepflogenheiten alter Zeiten nahe. Ich empfinde das heute so, dass immer weniger alter Ausdrucksweisen und Begrifflichkeiten Eingang in die heutigen Analen der Literatur finden.  Nun, das ist nicht mehr oder weniger schlimm als andere Probleme zweiten oder dritten Ranges, aber es würde uns und unsere Kinder bereichern, wenn wir uns das mal bewusst werden ließen. Und wenn wir etwas dagegen täten. Deswegen betrachte ich heute mal den Einfluss  sprachlicher Stilmittel auf das Gelingen einer Geschichte. Muss die Ausdrucksweise immer von Anfang bis Ende wie aus einem Guss wirken? Was ist, wenn man auf der Suche nach dem richtigen Wort nicht fündig wird? Welchen Einfluss üben unsere Lieblingsschriftsteller, deren Werke wir schon in frühen Jahren verschlungen haben, auf unseren Wortschatz und unsere Art zu schreiben aus?

Historische und Fantasyromane sind gerade sehr angesagt in diesen Jahren. Aber wenn sehr junge Autoren dann zum Teil entweder eine derbe oder eine „denglisch“ eingefärbte Ausdrucksweise nutzen, sehe ich damit eine Einschränkung der tatsächlichen Zielgruppe einhergehen. Sollten sich glitzernde Vampire dann mit einem norddeutsch kurzen „´sgeht, Alter?“ begrüßen, geht die Authentizität baden.  Gut, das könnte unfreiwillig komisch sein.  Floskeln, Phrasen, Straßenslang,  Analogien und Metaphern – alles wohl dosiert und zur rechten Zeit im rechten Satz. Aber eben: alles. Oder von allem etwas. Das ist es, was ich sagen und wozu ich uns Schreiberlinge anregen möchte.

Desto bunter kommt unsere Geschichte am Ende daher. Womit wir wieder bei dem Bild mit dem Chamäleon wären: Das passt sich ja schon mal den Umgebungsfarben an. Und schon merke ich, dass mein Vergleich hinkt – denn gerade habe ich dafür plädiert, nicht zu (sprachlich) angepasst und zu bieder zu schreiben.  Mist….. Ich dachte ja nur.

 

Mein „Jahr der Spannung“ steht im Zeichen von Kurzgeschichten

blogpostnews01Aus ehemaligem Antho-Projekt wird eine Kurzgeschichte. 2017 ist ja, was meine Schreiberei betrifft, von mir selbst zu meinem „Jahr der Spannung“ auserkoren worden. Dazu gehören durchaus spannende (Abenteuer-)Geschichten für jedes Alter. Warum ich das so betone? Einen genauen Termin nenne ich noch nicht, aber die Glibberbauch-Geschichte wird im Frühjahr eine Wiederauflage erfahren. Und zwar NICHT als Selfpublishing.

Außerdem sind als (alte) Projekte auf meiner TO-DO-LIST ( und damit meiner TO-PRINT-LIST) nun noch verblieben:

Leuchtturm des Verderbens
Erpressung per Outbound (ehem. ANRUFER)
Blutbankräuber

Eine eigene Sammlung „böser“ Kurzgeschichten entsteht und beginnt mit  „Nachts, wenn die Angst kommt“, einer hoffentlich spannenden Erzählung. (So sollte ein einst geplantes Anthologieprojekt heißen, das mangels fehlender Mitstreiter nicht zustande kam.)  Außerdem bleibt abzuwarten, was das Jahr an Gelegenheiten so mit sich bringt. Eine Bewerbung um eine Teilnahme an Anthologien kommt für mich vorerst nicht mehr in Frage. (Neue) Gedichte sind auch 2017 eine Option, humoristische Kurzgeschichten allerdings stehen in der Rangliste jetzt – im „Jahr der Spannung“ weiter unten. Ist ja (noch) nicht das „Jahr des Humors“, nicht wahr?  Und ich hoffe erneut, wenigstens ab 2017 dann den Mund nicht mehr so voll zu nehmen und mich so nicht mehr durch meine Ankündigungen unter Druck zu setzen … Mehr als die o.g. 3 noch offenen Positionen stehen meiner To-Do-Liste auch  nicht gut zu Gesicht – die wollen erstmal abgearbeitet sein. Welches der Projekte dann später evtl. Buchlänge erhält – das wird sich zeigen.

 

Zielgruppengedanken – Senioren sollten anders lachen (dürfen)

flippige AlteJüngst überkam mich der Gedanke, der reiferen Generation ausgerechnet dieses Plaschke-Werk vorzustellen, und ich verwarf ihn sofort wieder. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, damit manche Menschen in der Lebensphase 60plus empfindlich zu treffen und die Leute zu verprellen, die mit dem Thema Tod so ihre Umgangsprobleme haben. Ich kann mich täuschen, aber ich wage nicht, einen Versuch dieser Art zu riskieren. Sicher gibt es noch andere Geschichten, die man unseren Mitmenschen in den goldenen Jahren erzählen kann und die sie ebenso gut unterhalten. Wenn man nicht von jemandem genau weiß, dass dies seine Art von Humor ist, zeugt es von Respekt und Achtung, wenn man  ihm gegenüber solche Stories wie die „Verblichenengeschichte“ unerwähnt lässt.

Möglich, dass ich mich irre. Ich würde jedenfalls unbedingt so etwas lesen wollen – in jedem Alter. Aber jeder sollte seinen eigenen Humor haben dürfen. Und gerade Senioren sollten über anderes lachen dürfen als über schwarzhumorige Bestattergrotesken, wenn sie es wollen.