Archiv der Kategorie: Gedichte und Co

Sprüche zu Edgar Wallace-Krimis

Geplatzte Koalition
Der Grüne Bogenschütze
aß gerne Rote Grütze.
Der Mann überfraß sich –
und – das ist kein Spaß nich`-
endete als rot-grüne Pfütze.

Richtigstellung
Die seltsame Gräfin und der Schwarze Abt
Haben nie was miteinander gehabt.
Sie hatte den Frosch mit der Maske geküsst,
in der Hoffnung, dass er Klaus Kinski ist.
Doch zu allem Ärger
war er Fuchsberger –
Klaus Kinski verzieh ihm die Hinterlist.

Wie immer…
Am Ende des Filmes war Karin Dor
lebendiger als jemals zuvor.
„Schätzchen, zur Sache“,
sprach drauf Inspektor Heinz Drache –
„Wie möchtest du deinen Hochzeitschor?“

Tod in der Luft
Gar scheusslich starb der Zinker:
Am höchsten Ast, da hing er.
Er war IM bei Scotland Yard –
Das hätte er sich besser gespart.

Chinesisches vom Grill
Der böse Hund von Baskerville
blieb bei Vollmond niemals still
und überdrüssig der Klage
schoss ihn bei Tage
der Jäger- für den gräflichen Grill.

Zeitspiel
Balkongardine im Abendwind.
Irgendwo draußen weint ein Kind.
Dunkelheit und Schattenspiel.
Fräulein duscht. Man sieht nicht viel.
Geht ins Bett. Ein Windhauch weht.
Vor dem Bett ein Schatten steht.
Lautlos kam er in den Raum.
Fräulein liegt in tiefem Traum.

Wird sie wach und sieht den Mann?
Geht sie drauf? Hat sie was an?
Oder will er sie nur küssen?
Eigentlich hätt´man´s wissen müssen:
Es folgt Werbung: Bleiben Sie dran!

Nomen est Omen
Es waren einmal zwei Stinker:
Der Hexer und der Zinker.
Der eine hatte nur ein Hühnerbein.
Der andere pfiff sich Zinktabletten rein.

Schräges Gedicht in Plaschke-Manier

Opas Letzter Wille

Hats mich erst zum Herrn verschlagen,
ins Himmelsreich, ins Wunderschöne,
muss ich euch nicht mehr ertragen –
und eure Jamba-Klingeltöne.

Nie wieder nachts auf die Toilette
Ich mach ganz still so vor mich hin
Bewässere meine Ruhestätte
Weil ich mein eigner Gärtner bin.

Brauch nie mehr mit dem Zivi streiten
Soll der mich schlagen, teeren, federn
Ich merk nichts mehr, ich starb beizeiten –
sich was mit Essen auf Rädern!

Macht dass es um mich Tattergreis
Kein Geheul gibt und Gejaule
Kümmert euch um euren Scheiß –
Ich war schon immer gern der „Faule“.

©2009

Neujahr (Gedicht)

Neujahr

Dem alten Jahr noch nach zu winken
Und auf das neue Jahr zu trinken
Ist eine lange Tradition:
Denn neue Ziele warten schon.

Dem Gestern hinterher zu trauern
Verpasste Chancen zu bedauern
Bringt niemanden tatsächlich weiter
Nach vorne blicken ist gescheiter.

Ein Jahr ist wie ein Neuanfang:
Was bis Dezember nicht gelang
Das wird zum guten Vorsatz. Klar.
Fürs neue Jahr. Ab Januar.

Im Lauf des Jahres aber schwindet
Der Wille oft und man wird schwach.
Und später, im November, denkt man
Über den alten Vorsatz nach.

Natürlich könnt man nun bereuen.
Silvester naht. Es ist wie stets:
Das alte Jahr, es wird zum neuen.
Der Vorsatz auch – und weiter geht’s!

Reimerei und Verssucht mit Melancholie und Augenzwinkern

cover-ged2016Als e-Books gibt es sie teilweise, es gab mehr davon bis zur Löschung meines ersten BookRix-Accounts, und sporadisch tauchen sie hier im Blog auf: Gedichte, Sprüche, Limericks. Zugegeben, im nun erscheinenden ersten Gedichtband sind viele alte und bereits bekannte Gedichte enthalten, aber eben auch neuere. Damit sind diese dann aber auch archiviert und abgearbeitet. Es existieren noch einige depressiv anmutende Gedichte, die zum Beispiel die Schlaflosigkeit und den fehlenden Antrieb zum Thema haben. Soweit sie nicht schon mal woanders von mir veröffentlicht wurden, bleiben sie auch in der Schublade. Das vorliegende Buch soll humorvoll aufzeigen, dass Gedichte durchaus für die breite Öffentlichkeit attraktiv sein können und nicht nur für Akademiker und Intellektuelle Erbauung und Unterhaltung bieten. Ob das nun Lyrik ist oder nicht, mag der Leser entscheiden. Es sind gereimte und ungereimte Gedichte, also Gedankenverse mit manchmal ironischem, manchmal leicht philosophischem Unterton. Habe das Buch (Hardcover) nun zum Drucken frei gegeben und mit ISBN versehen, wie es sich gehört.  Und das pünktlich in Vorbereitung des 4jährigen BLOGgeburtstages. (25.11.) Es wird allerdings – wie Heidi Klum – relativ dünn und relativ teuer ausfallen …

Noch ein Schreibgedanke (nebst gereimter Leseprobe)

jp1Vielleicht ist es nicht die schlechteste Variante, als Autor mehrere Ideen bzw. Geschichten gleichzeitig in Bearbeitung zu haben, so lange der Über-, bzw. Durchblick nicht verloren geht. So minimiert man angesichts vorhandener Alternativen auch die Gefahr einer auftretenden Schreibblockade. Je nach Stimmung und Gemütslage lässt sich so die Kreativität dem anpassen und in die richtigen, am meisten erfolgversprechenden  Bahnen lenken. Deswegen hier ein Gedicht, welches der Protagonist einer entstehenden Erzählung  („Zwiebel hinterm Mond“) schreiben wird, der mit sich und der (Um-)Welt immer wieder hadert.

Die Sonne, deren Licht zu beißen vermag
Verschwindet hin und wieder hinterm Mond.
Zugegeben, selten ist der Tag.
Wer weiß, ob sich auf ihn zu warten lohnt.

Mitunter beißt ihr Licht mir in die Augenkaffeeekanne
Als wäre ich gerad beim Zwiebelnschälen
Doch kann sie nicht als Himmelslampe taugen
Ohne mit gnadenloser Helligkeit zu quälen.

So legt sie mit ihrem bisweilen grellen Leuchten
Schonungslos offen, was bislang im Dunkeln blieb
Auch was sie einen Dreck angeht, einen feuchten
Als sei allein die Neugierde ihr Trieb.

Die Sonne, diese Zwiebel wärmt die Erde
Und strahlt als freue sie sich unentwegt
Auf dass durch ihre Strahlen vergehe und werde –
Ich aber hab mich in den Schatten gelegt. ©dh

Abend am Meer

Knitterfrei liegt das Meer
glatt gebügelt und wellenarm
ausgebreitet bis an den Horizont
scheinbar nicht weiter

Jener unnahbare Saum
zwischen Wellen und Wolken
flüchtet vor sich ihm Nähernden,
obliegt es doch einzig der Sonne
sie am Tagesende
fließend zu verbinden.

©2016

Anmerkungen: Gemeint sind sowohl Wellen und Wolken, als auch wir, die sich dem Horizont Nähernden… Die beabsichtigte Zwiedeutigkeit kommt hier leider nicht so richtig zum Ausdruck, fürchte ich. Nun ja.  Sollte es heißen: „sie am Tagesende fließend miteinander  zu verbinden“?  Im Sinne einer Verknappung kann das Wort doch weggelassen werden, denke ich. Soweit ein paar Zeilen zum Saisonausklang, der ja nun bevorsteht.

2 Spruchstücke zur Gesundheit

Gesund ist gesünder als krank.
Wer nicht krank ist, der ist Gottseidank
Gesünder schon mal. Oder sogar gesund:
Eben weil er nicht krank ist- das  ist der Grund!


Morgens in Allerherrgottsfrühe
trink ich meist ne Tasse Brühe.
Mittags esse ich zwei Steaks.
Nachmittags gibt´s Kaffee und Keks.

Abends trink´ich Wein und Gin
Weil ich auf gesunde Ernährung steh:
Denn da sind Trauben und Beeren drin –
Mein Arzt sagt, die enthalten Vitamin C!

Bildgedicht (20)

Wmde002jGelb ist die Sonne über dem Strand
Bringt Licht und Wärme rings in das Land
Macht das die Körper schwitzen und schmorn
Und jedes Jahr das Theater von vorn!

Heiß brennt der Strandsand unter dem Fuß
Und jede Hornhaut riecht dann nach Ruß
Schmerzt auch die Feuerqualle am Bein
Und ist auch der Lichtschutzfaktor nicht klein

Hinterher sind doch alle beseelt
Jammern dass der Strand ihnen fehlt
Denken weder an den Sonnenbrand
Noch daran, wie voll man es dort fand

Weg ist die Sonne über dem Strand
Sommer und Herbst gingen längst schon ins Land
Niemand schwitzt mehr und liegt hier am Meer
Jetzt erst fahre auch ich gern hierher.

Bildgedicht (19) – und wie es entstand

Der Song von Chris de Burgh „the head and the heart“ ist ja bekannt. Von der Zeile mit dem klassischen Dilemma inspiriert, entstand in einer Minute der langen Weile ein Bildgedicht völlig anderen Inhaltes. Rückblickend muss man sagen, dass die Minute dann gar nicht so langweilig war…

collage

Lied von der Freizeit
Freizeit kann man nur einmal verbringen.
Nach Möglichkeit mit den richtigen Dingen.
Möcht`Schreiben und Lesen und gleichzeitig Schlafen
Oder Freunde treffen, die mich lange nicht trafen.
Was tun? denk´ich während ich mir ratlos die… Ohren kraul
Es ist das klassische Dilemma zwischen kreativ sein und faul

Ich grüble und denke, was könnt ich machen:
Essen, auf dem Kopf stehen und dabei lachen
Es ruft der Computer, der Fernseher wartet
Ich renn hin und her, hoff dass irgendwas startet
Spring zwischen den Dingen umher wie ein junger Gaul –
Es ist das klassische Dilemma zwischen kreativ sein und faul

So habe ich mir nun die Zeit hier vertrieben:
Hab während des Denkens dieses Lied hier geschrieben
Und gab meiner Unentschlossenheit voll eins aufs Maul:
Soweit zum klassischen Dilemma zwischen kreativ sein und faul…

©2016