Archiv der Kategorie: Kultur

„Shakespeare´s Enkel“ haben einen Buchladen

Dieser Buchladen für kleine und unabhängige Verlage,  der jüngst in Dresden eröffnete, und in dem VerlegerInnen selbst hinter der Ladentheke stehen, bietet bestimmt auch Chancen für talentierte Selfpublisher. Ich hoffe, dass dieser Beitrag, den ich vom Podcast der Webseite von DeutschlandfunkKultur habe, hier unter Nennung der Quelle urheberrechtlich veröffentlicht werden darf. (Schließlich ist er genauso auch auf der dortigen Seite hörbar)

Lesen für die Seele – Fehlerexemplare sind mitunter gute Ware

Was habe ich schon für tolle Bücher zum Schnäppchenpreis erstanden. Wir haben in unserer kleinen Stadt einen Buchladen, der „Rückläufer“, also nicht verkaufte Exemplare aus den Buchhandlungen anbietet, und es gibt Aktionen diverser Discounter,wo als Fehlerexemplare titulierte und, wie mir scheint, mutwillig zerkratzte und eingeknickte Exemplare günstigst angeboten werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass auf rund 40% der Fehlerexemplare ein und derselbe Kratzer auf der Rückseite auftaucht?

Man mag etwas gegen diese Verkaufstaktik haben, aber ich als davon profitierender Kunde schüttle meine Bedenken nach kurzem Überlegen ab und entscheide mich, das gutzufinden. Immerhin kaufe ich trotzdem Bücher zum regulären Preis, soweit sie mich interessieren und so weit es mein Budget hergibt. Die Tipps dazu hole ich mir oft von entsprechenden Sendungen aus dem Rundfunk und von Autoren, denen ich im sozialen Netzwerk folge. Ich weiß, ich könnte mehr dieser Lesetipps posten an dieser Stelle … Aber ich glaube, es interessiert niemanden wirklich, ob und was ich so lese. Es interessiert ja kaum jemanden, was ich so schreibe, wenn ich schreibe. Deswegen habe ich auch angefangen, „für die Schublade“ zu schreiben, wie man so sagt. Lesen hingegen tue ich nicht „für die Schublade“, sondern für meine Seele.

Wunsch nach Urlaub – Denn die Open Air-Saison läuft

Wie in jedem Jahr versucht der gewöhnlich gestresste Arbeitnehmer, dessen Spezies ich derzeit auch angehöre, verzweifelt zu dem einen oder anderen Musikevent reisen zu können.  Nun ist das mit der Urlaubsplanung aber so eine Sache, wenn man mitten im Kalenderjahr einen Job mit Probezeit bekommt. Meistens ist der Urlaub im Sommer dann passé, weil schon aufgeteilt.

So bleibt einem nix weiter übrig, als sich die Zeit zwischen den Schichten in der Woche auf möglichst erschwingliche Weise daheim zu verschönern. Ein kulinarisch vorbereiteter „Schmatz – und Schwatzabend“ mit Freunden auf dem Balkon oder im Garten wäre so eine Alternative. Friss- und Quatschabende dieser Art kann  ich nur jedem empfehlen, solange es das Sommerwetter noch zulässt.

Deswegen kann man ja bestenfalls trotzdem in den Urlaub oder zu Konzerten fahren. Viel Spaß dabei!

 

 

 

 

WM im Blick: Menschen, die auf Pixel starren

Das Öffentlichkeitsgucken erreicht nun bald wieder eine neue Dimension. Alle Nichtfußballfans rollen nur noch mit den Augen, wenn der Ball rollt. In jeder zweiten Kneipe, an jeder vierten Straßenecke, im Strandbad und auf jedem Marktplatz, in Fastfoodrestaurants und auf Hochhausdächern, in Straßenbahnen, Kleingärten, auf Mülldeponien, in Behörden und am FKK starren Menschen mindestens 90 min lang auf Bildschirme und Leinwände.

Einige halten sogar Smartphones hoch, wahrscheinlich in Ermangelung einer Fernseh-App, die ihnen das Programm ja gleich direkt auf das Telefon zaubern könnte. Könnte, Könnte, Witwenrente. Es geht aber um das gemeinsame Abhängen, das Wir-Gefühl, den gemeinsamen Torschrei und den Belohnungsschluck Abseitsbier danach. Beispiel: Bar oder Kneipe. Dazu muss man aber schon einen halben Tag vor Übertragungsbeginn bis zur Theke vorgestürmt sein und die Bestellung zielsicher platziert haben, vorbei an all den anderen raumdeckenden Mitbestellern. Hat der Wirt das zugeworfene Geld mit einem Hechter gehalten und das dribbelstarke Eckstoßbräu eingeglast, braucht er nicht mal mehr einen Abstoß zu machen – es wird ihm bereits aus den Händen gerissen, so dass er sich schon auf die nächste Bestellung stürzen und den Zapfhahn erneut zum Röcheln bringen kann. Hinter ihm auf der Bank wartet der Auswechslungskader in Gestalt von zwei weiteren Fässern.

Schwierig wird es, wenn dem geneigten WM-Fan  in unserer Ballspielkneipe Beispielkneipe nach dem zwölfunddrölfzigsten Bier dann die Blase drückt- wer hätte auch ahnen können, dass es Verlängerung gibt? Aber in einem Stadion ist die Quote von Zuschauern pro Toilette bedeutend höher, andererseits ist hier die Zuschauerdichte auf kleinstem Raum das Problem … 

Wohl dem, der die Stadionatmosphäre inklusive russischer Bandenwerbung in kyrillischer Schrift auf einer riesigen Freilichtleinwand draußen in einem Park genießen kann.  ( Na gut, der nächste Getränkestand ist dafür gefühlt einen Kilometer entfernt, aber irgendein durstiger Strauch wird sich auf dem Weg zum Dixie-Clo schon finden, hier ist also der Weg das Ziel.) Soweit, sogut:

Ich breche mal meine Beweisführung dafür, dass man auch einfacher an die Ergebnisse der WM-Spiele kommt ab und verweise darauf, dass es neben Apps auch TV-Geräte und Rundfunkempfänger für den Hausgebrauch gibt … Ich werde nicht so viel Zeit investieren und ein Spiel lang irgendwo aushäusig auf dessen Ergebnis warten. Daheim habe ich die Getränkelage im Griff und eine Toilette ganz für mich allein. Mir genügt ein Zusammenschnitt der Spiele, zumal mich andere Verpflichtungen umtreiben, die mir das nächtliche Fernsehen erschweren würden.

Außerdem: Der Torjubel, der mitunter aus einigen Wohnungen zu hören sein wird, ist ein Säuseln im Vergleich zu dem, was mir dann meine Stehplatznachbarn im Fuselschuppen mit TV-Anschluss ins Ohr brüllen würden.

Bücher auf der Buchmesse kaufen? Warum nicht? Woanders ist auch Scheiße.

Für manchen leseinteressierten Besucher wird die Buchmesse – egal ob in Leipzig oder Frankfurt- schnell mal zur Suchmesse. Wenn es nämlich darum geht, ein für ihn oder sie interessantes Buch zu erstehen, steht der geneigte Leser – oder die geneigte Leserin – vor einer schweren Aufgabe angesichts des Angebotes. Aber zum Glück hat er/sie ja Zeit bis zum letzten Messetag: Erst dann dürfen Bücher (offiziell) verkauft werden. So kann der Messebesucher von Donnerstag bis Samstag Bücher anlesen, Autoren befragen, für 3-5min an Lesungen teilnehmen, die Suchmaschine seines Vertrauens nach seinen Favoriten befragen, so er denn ein Smartphone nebst Empfang dabeihat und fix mal eben einen Online-Kredit aufnehmen, falls sein Buch-Interesse größer als seine Lohntüte ausfällt.

Ich hingegen höre, mag und checke die Buchempfehlungen auf Deutschlandradio Kultur und kann deshalb ohne Geldbörse über die Buchmesse schlendern – auch am Sonntag, dem letzten Messetag. Nicht, dass ich den Umsatz in Leipzig schmälern will- deswegen schreibe ich diesen Blogpost ja auch erst kurz vor Anbruch von Tag1 nach der LBM.

Dennoch bin ich schon gespannt, was befreundete Autorenkollegen von der und über die, insbesondere auch nach der Messe berichten.

Oft allerdings müssen meine speziellen Buchwünsche auch in der Buchhandlung meines Vertrauens erst bestellt werden. Hm. Na, toll. Und schon ertappe ich mich dabei, wie ich im Netz auf das große A schiele, dass sich selbst immer so unnötig klein schreibt. Spätestens dann bereue ich, dass ich nicht die 120€ Benzinkosten und die 90€ Übernachtungskosten, ebenso die 40€ Eintrittskosten für Leipzig investiert habe. Geld wird nämlich überbewertet. Sagt mein Broker auch immer wieder. 🙂 Nee, im Ernst:  Bargeld soll wohl demnächst abgeschafft werden – ich kenne jemanden, der hat schon keins mehr.

Und damit mir das nicht passiert,  insbesondere beim Bücherkauf, schreibe ich mir meine Bücher lieber selbst. Vielleicht werden die dann auch mal auf Deutschlandradio Kultur empfohlen – oder wenigstens verrissen.  Vor lauter Freude würde ich dann glatt der GEZ ein Exemplar senden …  🙂

Blogger sein auf der LBM – vielleicht, wenn ich groß bin

Auch als literaturbegeisterter Blogger ist eigentlich die LBM ein interessanter Ort, um Autoren, Verlagsvertreter und ähnliche bibliophile Zeitgenossen zu treffen und zu interviewen. Die Bloggerlounge auf der Leipziger Buchmesse erfordert eine Akkreditierung und einen in der Branche etablierten Blog, auf dem regelmäßig Fachbeiträge oder dergleichen erscheinen. Also müsste ich erst einmal anfangen, an dieser Stelle öfter Interviews oder Rezensionen zu schreiben und/ oder  über Selfpublishing und DKZV´s schwadronieren. Vielleicht genügen auch Autorentipps ( achgott, wie innovativ) oder Buchempfehlungen?

Man kann wohl kaum dieses sporadische Schreibgebrabbel hier auf der Seite, unterbrochen von vereinzelten Fotogalerien und ein wenig MP3 (und damit meine ich keinen neuen betörenden Autorenduft) als fachlich schwer bedeutsames Philosophieren bezeichnen, das leuchtet selbst mir ein. Andererseits würde das bedeuten, nicht mehr so zu schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist, oder zumindest immer an bestimmte Themen zu denken. Ob ich das will und durchhalte auf Dauer?

Natürlich würde ich gern mir bekannte und verhörenswerte Schriftsteller und Autorenkollegen zu einem BlogTalk auf die von ihren Werken umsäumte Couch bitten, hätte auch einige originelle Fragen parat, gleichwohl bleibt mir dieses Jahr mangels gehaltvollem und tiefgründigem Blogging  zwar der Versuch einer Akkreditierung unbenommen, aber noch ist er nicht die Mühe wert.

Trotz alledem: Auf nach Leipzig!

Wenigstens sieht es bisher so aus, als führe ich wenigstens als Besucher nach Leipzig. So kann ich wenigstens mal an der Bloggerlounge vorbei huschen oder Fotos machen. Und Leute treffen ist auch eine Option. Ich würde ja hier darüber berichten, aber dann liefe das ja auf eine angestrebte Versachlichung dieses Blogs hinaus und röche doch zu sehr nach gekünstelt-seriöser Fachlichkeit mit dem Bestreben, für die nächste LBM als Blogger akkreditiert zu werden.  Nee, meine Fachkenntnisse gehen keinen was an, der  mich nicht danach fragt.  Mein Humor schon. Wieso? Ach, fragense mich lieber nicht.

Es schiffte auf der Hanse Sail

Zum 27. Mal fand in Rostock und Warnemünde das traditionelle Stelldichein für Segel- und andere Schiffe statt. Auch wenn das Wetter sich nicht so trocken wie der Humor mancher Besuher präsentierte, die es sportlichnahmen, so gehen die Medien bereits seit Samstag schon wieder von Besucherrekoren aus. Sollte der wirklich erreicht werden – vielitierte Zahl ist die 1 Million – liegt das vielleicht auch daran, dass neue Gesetze manchen Schiffseigner in den folgenden Jahren davon abhalten könnten, eine Teilnahme zu erwägen.

Es ist immer amüsant, wie schon im Zuge der Berichterstattung über die Eröffnung der Sail sehr optimistisch von starkem Besucherandrang gesprochen und über das Erreichen der magischen Millionengrenze spekuliert wird. Die Anzahl der gemeldeten Schiffe wurde in den Medien mit 190 angegeben und ist damit bereits in diesem Jahr leicht rückläufig.

Müssen nun zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, eine Aufstockung des Personals und weitere Maßnahmen vorgenommen werden, um den neubeschlossenen Gesetzen gerecht zu werden, schafft das in finanzieller Hinsicht schlechte Voraussetzungen für die weitere Existenz mancher alter Schiffe, deren Instandhaltung und so weiter.

Was also wird aus der Hanse-Sail, wenn die Schiffe wieder zur Randerscheinung werden und man die Besucherzahl wieder wie einst einzig durch die Umsätze der vielen Fress- und Karussellbuden ermitteln kann, nicht aber anhand mitsegelnder Gäste?

Der Dauerregen hat einmal mehr bewiesen, das Schiffen zur Hanse Sail gehört. Bleibt zu hoffen, dass sich dieses Event nicht thematisch neu erfinden muss, weil selbst Stammbesucherschiffe wie die „Sedov“ oder die „Frieden“ dann nicht mehr vorbeischauen. (Foto: © D.Harms)

Sprüche zu Edgar Wallace-Krimis

Geplatzte Koalition
Der Grüne Bogenschütze
aß gerne Rote Grütze.
Der Mann überfraß sich –
und – das ist kein Spaß nich`-
endete als rot-grüne Pfütze.

Richtigstellung
Die seltsame Gräfin und der Schwarze Abt
Haben nie was miteinander gehabt.
Sie hatte den Frosch mit der Maske geküsst,
in der Hoffnung, dass er Klaus Kinski ist.
Doch zu allem Ärger
war er Fuchsberger –
Klaus Kinski verzieh ihm die Hinterlist.

Wie immer…
Am Ende des Filmes war Karin Dor
lebendiger als jemals zuvor.
„Schätzchen, zur Sache“,
sprach drauf Inspektor Heinz Drache –
„Wie möchtest du deinen Hochzeitschor?“

Tod in der Luft
Gar scheusslich starb der Zinker:
Am höchsten Ast, da hing er.
Er war IM bei Scotland Yard –
Das hätte er sich besser gespart.

Chinesisches vom Grill
Der böse Hund von Baskerville
blieb bei Vollmond niemals still
und überdrüssig der Klage
schoss ihn bei Tage
der Jäger- für den gräflichen Grill.

Zeitspiel
Balkongardine im Abendwind.
Irgendwo draußen weint ein Kind.
Dunkelheit und Schattenspiel.
Fräulein duscht. Man sieht nicht viel.
Geht ins Bett. Ein Windhauch weht.
Vor dem Bett ein Schatten steht.
Lautlos kam er in den Raum.
Fräulein liegt in tiefem Traum.

Wird sie wach und sieht den Mann?
Geht sie drauf? Hat sie was an?
Oder will er sie nur küssen?
Eigentlich hätt´man´s wissen müssen:
Es folgt Werbung: Bleiben Sie dran!

Nomen est Omen
Es waren einmal zwei Stinker:
Der Hexer und der Zinker.
Der eine hatte nur ein Hühnerbein.
Der andere pfiff sich Zinktabletten rein.

Junge Literatur: PROSANOVA zum fünften Mal in Hildesheim

In Hildesheim läuft noch bis zum 11.6. ein literarisches Treffen der besonderen Art. Die „PROSANOVA 17“ versteht sich als Festival für junge Literatur und beginnt am heutigen 08.Juni.  Seit 2005 findet das Festival in dreijährigem Rhythmus statt und wartet jedes Mal mit anderen Themenschwerpunkten, Workshops und Lesungen auf. Sowohl etablierte als auch junge Autoren finden hier eine mehrtägige Gelegenheit, sich auszutauschen und Anregungen zu sammeln. Mehr dazu auf der Homepage.

Medien-Abstinenz wegen Urlaubs

Ich verzichte auch aufs Navi.

ENDLICH URLAUBSBEGINN. Und ich kann das Vorausplanen einfach nicht lassen. Eine Variante eines einmal ausprobierten Selbstversuches ( 7 Tage ohne TV, Blogstammleser werden sich erinnern) steht in der ersten Maiwoche bevor. Damals, vor Jahren, scheiterte ich kläglich. Diesmal werde ich 48 Stunden auf jegliche Medien verzichten ( Internet, TV, Radio, Smartphone, Zeitung)  Diesmal wird es einfacher: Ich setze mich einfach einen Tag lang ins Auto und fahre in die Natur. Abends schlafe ich dann zuhause auf dem Balkon. Und am nächsten Tag räume ich meinen Keller auf, befinde mich also an einem Ort ohne Handy-Empfang. Man muss auch einfach mal loslassen können. Mal sehen, wie sich dieses Medien-Fasten sich auf einen klaren Blick und aufs Gemüt auswirkt. Wann sonst als im Urlaub kommt man mal dazu?  Vielleicht hänge ich auch noch einen Tag dran, wenn´s gut läuft …

 

Für´n eigenes Kochbuch reicht´s bei mir noch nicht…

Ich könnte während der medienfreien Zeit – während meiner medienfreien Zeit – auch mal wieder etwas kochen. Oder mein Fahrrad wieder herrichten, und natürlich benutzen. Ach, am Anfang eines jeden kurzen Urlaubs stehen einem scheinbar alle Möglichkeiten offen,  und wie schnell ist die Zeit dann vorüber …  (Kinder,wie die Zeit vergeht, sagte der Großvater, als er statt auf die Uhr auf den Ventilator schaute.) Kochen ist ne gute Idee. Aber der Zeit wegen muss eine Tasse Kaffee erstmal genügen.

Ich weiß, ich bin nicht so oft online wie andere Zeitgenossen. Aber dennoch halte ich solche Aktionen hin und wieder für eine gute Idee. Oft verspüre ich das Bedürfnis Einfälle, die ich während des Jobs habe, hinterher am Rechner festzuhalten – und schon verbringt man den Abend am Rechner, online und/ oder offline –  ganz egal. Oder der Fernseher bleibt die Nacht über an, weil er beim Einschlafen hilft, was durchaus nicht als Kompliment für die Programmgestaltung gedacht ist.