Archiv der Kategorie: Kolumnen und Glossen

Einwurf: Nix mehr mit …Schland.

Fußball-Deutschland trauert. Aber nicht im Netz, wo die Häme und der Spott wundervolle Blüten treiben. Ungeachtet dessen geht die WM mit tollen Spielen weiter. Dumm nur: Deutschland ist nun Zaungast und Yogi Löw wird nun doch nicht der nächste Kanzlerkandidat. Payback hat ihm auch die Karte entzogen, denn er sammelt ja, wie wir nun wissen, keine Punkte.
Aber ich will mich nicht den vielen schadenfrohen Spöttern anschließen, auf keinen Fall. Vielmehr lästere ich einfach so vor mich hin, denn es trifft ja keinen Armen, wenn ich die gut frisierten Angriffsallergiker mit fiesen Sprüchen etwas piesacke.

Nun wird wahrscheinlich der Fokus in den Medien mehr als beabsichtigt wieder auf anderen Dingen liegen. Eigentlich sollte der siegreiche Durchmarsch der Deutschen einen Großteil der Berichterstattung ausmachen, was angesichts der Tatsache, dass dieser in Russland stattgefunden hätte, nicht einer gewissen Brisanz entbehrt.

Aber egal. Die seltsam frisierten weinerlichen Torschusspaniker müssen nun erstmal mit sich und der bösen bösen Welt klarkommen. Kein Empfang bei Merkel, statt Champus aus dem Alukelch nun Aldi-Sekt aus Pappbechern, Wer konnte auch ahnen, dass es noch andere Nationen gibt, die auch noch das Fußballspielen beherrschen.

Irgendeine gute Seele hat ihnen dann auch noch sämtliche Verantwortung aufgeschwatzt, die sie nun dafür übernehmen sollen.

Was mir wichtiger scheint:

Ein Zeichen von Anständigkeit und ein Signal echter Reue wäre es, diejenigen DFB-Funktionäre zu feuern, die den Schweden nach dem späten Glückstor von Kros so arrogant entgegengejubelt haben.

Dieser Faux Pas wird mir jedenfalls mindestens ebenso in Erinnerung bleiben wie die arrogante Nachlässigkeit der Nationalmannschaft in der WM.Quali und der WM selber.

Vielleicht sollte man die Spieler einfach mehr motivieren, zum Beispiel durch Einführung des Mindestlohns plus Erfolgsprämie. Niemand im ganzen Internet hätte dann der Mannschaft ein Ausscheiden gewünscht, im Gegenteil: Fans würden Spendensammlungen organisieren, für jeden Punkt wäre man dankbar, und Payback würde vor lauter Euforie die Punkte des Teams mal eben verdreifachen – und zack: WELTMEISTER!

Vorwort für eine „alte“ neue Rubrik: KLARTEXT.

Hin und wieder regt mich diese scheinbare Nutzlosigkeit mancher politischer Schachzüge und die gefühlte Erfolglosigkeit beim Lösen internationaler diplomatischer Konflikte auf. Angesichts der vermehrten Kriegsbesessenheit mancher Nationen, der diktatorischen Selbstverliebtheit anderer Politprimaten, des chronischen Terrors gegen Unschuldige und der stoisch-flegmatischen Dauerignoranz eigener innenpolitischer Baustellen, und das auch in Deutschland, schreibe ich mir nun hin und wieder hier als politischer Laie mit ein paar gelegentlichen Zeilen „Zur (P)lage der Nation“ meinen dicken Hals mit Klartext etwas dünner. Das tat ich manchmal auch schon in der Vergangenheit, aber ich hielt es für notwendig, explizit mal darauf hinzuweisen, dass ich angesichts mancher (welt-)politischer Ereignisse und der ständig anhalten Negativnachrichten in den Medien nicht 24Std fröhlich herumironisieren und persönliche Belanglosigkeinn posten mag und kann.

Dabei geht es mir nicht um Zustimmung und Likes, sondern darum aufzuzeigen, dass es Bürger gibt, die sehr wohl mit offenen Augen statt mit offenen Händen durch die Welt gehen.  Jüngst hörte ich im Bekanntenkreis den Vorwurf, das die Deutschen angesichts ihrer Sattheit und ihres meistens zufriedenstellenden Lebensstandards über vieles hinwegsehen und Dinge wie Machtbesessenheit, Korruption und soziale Ungerechtigkeit wortlos und kommentarlos hinnehmen würden,

Ich weigere mich, dieser Verallgemeinerung zuzustimmen und will ein kleines von hoffentlich mehreren lebenden Gegenbeispielen sein.

Grillgedanken, nicht ganz unpolitisch

Während der Grillsaison kommt man oft nicht umhin, seinen Fleischkonsum zu erhöhen. Es sei denn, man ist Vegetarier, Veganer oder lebt in der warmen Jahreszeit ausschließlich von Luft und Liebe.  Ganze Kühltruhen voll marinierter Steaks und Würste warten in den Märkten darauf, von Armeen hungriger Freiluftkokler geplündert zu werden, die dann über Urlaub, Alltag und WM palavern,  und, weil sie ja Kohle haben, diese unter  (und schlimmstenfalls gemeinsam mit) dem  Fleisch und so manchem Gemüse verbrennen.  Dazu eignet sich brandschutztechnisch gesehen  der eigene Garten eher als der Balkon, der Hausflur oder  die offene Einbauküche.  Erfahrungsgemäß gibt es immer Tage, an denen das Wetter mitspielt, und so ist dann im Kleingarten das Beet mit den passenden Kräutern zur Bratwurst oder den Erdbeeren zum Dessert auch nicht weit.

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WM im Blick: Menschen, die auf Pixel starren

Das Öffentlichkeitsgucken erreicht nun bald wieder eine neue Dimension. Alle Nichtfußballfans rollen nur noch mit den Augen, wenn der Ball rollt. In jeder zweiten Kneipe, an jeder vierten Straßenecke, im Strandbad und auf jedem Marktplatz, in Fastfoodrestaurants und auf Hochhausdächern, in Straßenbahnen, Kleingärten, auf Mülldeponien, in Behörden und am FKK starren Menschen mindestens 90 min lang auf Bildschirme und Leinwände.

Einige halten sogar Smartphones hoch, wahrscheinlich in Ermangelung einer Fernseh-App, die ihnen das Programm ja gleich direkt auf das Telefon zaubern könnte. Könnte, Könnte, Witwenrente. Es geht aber um das gemeinsame Abhängen, das Wir-Gefühl, den gemeinsamen Torschrei und den Belohnungsschluck Abseitsbier danach. Beispiel: Bar oder Kneipe. Dazu muss man aber schon einen halben Tag vor Übertragungsbeginn bis zur Theke vorgestürmt sein und die Bestellung zielsicher platziert haben, vorbei an all den anderen raumdeckenden Mitbestellern. Hat der Wirt das zugeworfene Geld mit einem Hechter gehalten und das dribbelstarke Eckstoßbräu eingeglast, braucht er nicht mal mehr einen Abstoß zu machen – es wird ihm bereits aus den Händen gerissen, so dass er sich schon auf die nächste Bestellung stürzen und den Zapfhahn erneut zum Röcheln bringen kann. Hinter ihm auf der Bank wartet der Auswechslungskader in Gestalt von zwei weiteren Fässern.

Schwierig wird es, wenn dem geneigten WM-Fan  in unserer Ballspielkneipe Beispielkneipe nach dem zwölfunddrölfzigsten Bier dann die Blase drückt- wer hätte auch ahnen können, dass es Verlängerung gibt? Aber in einem Stadion ist die Quote von Zuschauern pro Toilette bedeutend höher, andererseits ist hier die Zuschauerdichte auf kleinstem Raum das Problem … 

Wohl dem, der die Stadionatmosphäre inklusive russischer Bandenwerbung in kyrillischer Schrift auf einer riesigen Freilichtleinwand draußen in einem Park genießen kann.  ( Na gut, der nächste Getränkestand ist dafür gefühlt einen Kilometer entfernt, aber irgendein durstiger Strauch wird sich auf dem Weg zum Dixie-Clo schon finden, hier ist also der Weg das Ziel.) Soweit, sogut:

Ich breche mal meine Beweisführung dafür, dass man auch einfacher an die Ergebnisse der WM-Spiele kommt ab und verweise darauf, dass es neben Apps auch TV-Geräte und Rundfunkempfänger für den Hausgebrauch gibt … Ich werde nicht so viel Zeit investieren und ein Spiel lang irgendwo aushäusig auf dessen Ergebnis warten. Daheim habe ich die Getränkelage im Griff und eine Toilette ganz für mich allein. Mir genügt ein Zusammenschnitt der Spiele, zumal mich andere Verpflichtungen umtreiben, die mir das nächtliche Fernsehen erschweren würden.

Außerdem: Der Torjubel, der mitunter aus einigen Wohnungen zu hören sein wird, ist ein Säuseln im Vergleich zu dem, was mir dann meine Stehplatznachbarn im Fuselschuppen mit TV-Anschluss ins Ohr brüllen würden.

Telefon-Glücksrad

Dass wir uns richtig verstehen:  Die Farbe des Telefons auf dem Bild,  welches ich mir übrigens auch wegen des hoffnungsvollen Grüns zugelegt habe, hat keine politische Bedeutung. Und nein, ein grünes Telefon ohne Stromanschluss heißt nicht, dass ich in den Regenwald ausreisen oder nur noch Eisberg- und Kopfsalat essen will.  Kopfsalat … hm.. das ist das, was gerade in meinen Gehirnhälften fabriziert wird … ich kann gerade keinen klaren Gedanken fassen … achso:

Meinen  in Zivil operierenden Führungsoffizieren empfehle ich, daraus keine falschen Schlüsse hinsichtlich meiner politischen Gesinnung zu ziehen. Auxh nicht dem  ausrangierten Tatort-Bullen, der  mich hin und wieder ein wenig stalkt . aber er ist ein ganz ein Netter. Wirklich. Er fährt sofort weg, wenn  er mich kommen sieht . Und macht mir den Parkplatz frei.  Ist das nicht toll?  Neulich wollte ich wissen, ob er mir auch ja noch zuhört und habe einfach dreimal am Telefon das Wort Bombe gesagt.  Etwa in dem Zusammenhang, dass das Essen in der Kantine mittlerweile Bombe ist, Bombe, einfach Bombe. Und zack – Verbindung unterbrochen.

Mein Lieblingsmithörer musste wohl erstmal in Ruuuuhhheee nachschlagen, was  das Wort Bombe bedeutet.  Versteh ich natürlich.  Aber dieses Telefon hat außer einem  unterbrochenen Freizeichen  (kein Witz)  noch einen anderen entschleunigenden Vorzug: Man sieht nicht, wer anruft, denn es gibt kein Display. Es ist quasi, als  symbolisierte die Wählscheibe das Telefon-Glücksrad, denn man weiß nie, wer anruft, wenn es auf die klassische Art schellt.  Cool, oder?

Ich erfinde jetzt in Anlehnung daran und als liebenswerten Gruß an die gute alte Zeit das erste Smartphone mit echter Wählscheibe.  Whats App ist was für verwöhnte Alleswoller.  So Einer war ich nie.

Und jetzt kurbele ich meinen Wagen an und holpere mit ihm zum Konsum an der Ecke.  Der Konsum hat die Kirche gekauft und eben die Glocken geläutet – das heißt, es ist Klopapier eingetroffen!  Hurraa!!  Und  das Wählscheibenhandy  muss warten – Ach, was soll´s :  Da ich jetzt wieder Klopapier habe – Drauf g´schissen …  🙂

Fisch ist das bessere Fleisch

Ernährungsglosse. Geografisch betrachtet scheint es auf den ersten Blick logisch zu sein, dass regional gefangener Fisch im Winter teurer als im Sommer angeboten wird. Könnten doch die Binnengewässer zugefroren sein. Man kann ja wohl schwerlich den Fisch für den Winter schon im Sommer fangen oder? Doch, kann man. Eben die Möglichkeit des Einfrierens erlaubt es. Dabei werden die Fische ebenso schockgefrostet wie wir dieser Tage, wenn wir morgens aus Versehen das warme Bett verlassen und -oups! – vor die Haustür stolpern.

Wer sich nicht dauernd mit den ganzen Kriterien von Käfighaltung und Bodenhaltung auseinandersetzen will und sich nie sicher ist, ob er letztlich  ein Biohuhn wie beabsichtigt oder eine Gen-Ente im Kochtopf hat, tut gut daran,  Geflügel  auch mal  durch „Geschwimmel“ – also  schmackhaften Fisch zu ersetzen.

Warum sollte man sich seinen Karpfen für Silvester nicht schon im Laufe des Jahres kaufen und ihn als Haustier in der whirlpoollosen Badewanne halten?  Steht man daim Wasser, um sich zu duschen, pickt  er einem wenigstens nicht  in die Zehen oder zerscharrt  die schöne Wannenmatte.

Und jetzt zu Ostern, wo alle Welt auf Hühnchen und Hähnchen, Eier und Küken fixiert ist, wäre so ein Osterhecht sicher günstig zu erstehen – oder sogar zu erangeln.  Und wer stattdessen nur Stichlinge, Heringe und Plötzen fängt, sollte sie keineswegs mit Haarwasser gegen Schuppen  säubern,  das mindert den Genuss nach der Zubereitung doch erheblich. Dann wäre die ganze Arbeit mit Ausnehmen, Filetieren usw. höchstens noch für die Katz.

Also, Spiegelkarpfen statt Spiegelei lautet mein Tipp heute.  Meeresgetier und Meeresfrüchte, auch Süßwasserfische sind gesund. Also, nicht unbedingt in der Natur, ich meine, wenn man sie isst.  Es muss ja nicht gleich  exotisch auf dem Teller zugehen – wer mag schon Feuerquallenpudding  mit Seepferdchenhufen und Krabbenhoden  als Dessert?  Das kriegt man doch nur mit einem Algenkräuterschnaps weggespült.

Falsche Ernährung macht launisch

erwaxenMit mir war die Tage nicht viel los. Mal war ich gut gelaunt, dann wieder antriebslos und griesgrämig. Jetzt weiß ich auch, dass es nicht am Wetter lag. Nein, meine  Stimmungsschwankungen hängen wohl mit meiner Ernährung zusammen. Die Schlussfolgerung liegt nahe, denn bei mir gab es gestern und heute Lachtauben mit Weinsauerkraut. Nächstes Mal höre ich auf den Rat eines befreundeten Kochs. Er hatte mir zu den Lachtauben Kichererbsen als Beilage empfohlen. Na, das wird dann sicher ein albernes Essen.

Mal wieder ein Wochenrückblick oder wie schwarzer Humor entsteht

Eben hatten wir noch Wochenende.  Und, was soll ich sagen, zahlreiche Überstunden und eine Autopanne später ist auch diese Woche schon wieder vorbei. Ja, das Los der Autopannen verfolgt mich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Es hilft ungemein, wenn man schon über Erfahrung verfügt und dann weiß, auch wenn man bei -2 Grad im kalten Auto sitzt, am Ende wird alles gut, und bei einem Kantinenmuggefugg werden die blauen Glieder langsam wieder warm.  Schön, wenn man die angestaute  Wut und den Ärger dann nach Feierabend bei einem Vanille-Zwiebelpunsch oder heißer Radieschenmilch abbauen kann, indem man blutig-aggressive Stories schreibt und die Protagonisten gleich im Dutzend leiden lässt. Dann packt man noch seinen Frust darüber mit in die Worte, dass einem eigentlich nicht wirklich einfällt, wo die Handlung hinführen soll.  Und um jegliche Aufregung zu vermeiden, betrachtet man das ganze Dilemma mit einem wilden milden Lächeln und trägt es mit Humor. Das Resultat ist ein ironischer, manchmal sogar sarkastischer  Zungenschlag in den Geschichten – und schon hätten wir ein Beispiel für die Entstehung schwarzen Humors beleuchtet, der gewöhnungsbedürftig für Leser, aber therapeutisch – wohltuend für den Autor zu sein scheint.

Nein, schwarzer Humor blüht und gedeiht nicht am Wegesrand wie eine Pflanze. Psychologen bescheinigen schwarzhumorigen, zynischen Leuten, dass sie sich vom Leben zurückgesetzt und vernachlässigt fühlen und mit dieser Art von verniedlichender Vebalaggressivität auf ihre Umwelt reagieren – zum eigenen Schutz. Ich erinnere hier an die fiktive Serienfigur Gregory House M.D.  aus „Doctor House“.  Es gibt übrigens eine charmante, dunkelwitzige, um nicht zu sagen, schwarzhumorige inoffizielle Biografie, die ich gerade lese. By the way: ist „schwarzhumorig“ eigentlich ein rassistischer Ausdruck?  Ähm, aber zurück um Wochenrückblick.

Siebeneinhalb Flocken Schnee später haben wir endlich Winter. Es soll bitterkalt werden, bitter mit 5 Tee bitte! Richtig so. Die Glühweinumsätze stagnieren, das muss anders werden. Kaffee hingegen läuft immer. Das bisher war ja auch kein Winter, hallo? Mal kalt, dann mild, hin und her, Schnee ja, aber nicht mal bis Mittag, dann Sonne, plötzlich Wolken, aber welche die es gut meinen und nur Nieselregen absondern. Dann wieder  Sonne.  Und ein paar Flocken, ach nee, Petrus lässt sie dann in Regen übergehen. All das läuft genauso unentschlosssen ab wie die GroKo-Verhandlungen. Das aber ist ein anderes Thema, das aber auch langsam schon flockt. Denn das Haltbarkeitsdatum des letzten Wahlergebnisses droht abzulaufen – in gut drei Jahren ist wieder Wahl! Und Deutschland kommt, wie wir gerade merken, auch ohne Regierung klar.

 

Darüber sollten wir in der nächsten Woche mal nachdenken, wenn wir in 2 Meter hohem Schnee mit dem Auto festsitzen und die Kälte genießen, die eine Fahrzeugpanne mitunter mit sich bringt.

 

Eher keine Vorausschau auf 2018

„Sie werden bereits erwartet“, begrüßt der Geselle auf dem Bild zukünftig meine Besucher, denn sein Konterfei soll, nachdem mein Flur renoviert ist, gegenüber der Korridortür hängen. Habe ich mir heute so ausgedacht.

Erwartet wurden wir alle auch, und zwar vom neuen Jahr. Jüngst machte ein abgelaufenes die Biege und subtrahierte sich aus der Zeit, um lediglich in den Erinnerungen der Menschen weiter zu existieren.  Was meine Vorhaben in diesem Jahr betrifft, gebe ich keinerlei vorausschauende Versprechungen mehr ab. Stattdessen nur soviel: Ich mache da weiter, wo ich stehen geblieben bin und sehe zu, dass ich etwas mehr gebacken kriege als 2017. Diese Angaben sind ohne Gewehr 🙂 und weil ich überhaupt ein ganz schlechter Angeber bin und noch dazu unbewaffnet, schieß‘  ich jetzt lieber in den Wind.

Was sich 2018 so zusammenbraut, wird am Ende sowieso direkt aus der Flasche getrunken.  Nach Feierabend, vor dem Fernseher.  Soll heißen: Auch am Ende des nächsten Jahres wird nichts mehr so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Und wenn dann die neue Regierung ins Kanzleramt zur ersten Arbeitskonferenz kommt, begrüßt der neue Bundeskanzler Friedrich März (CDU) sie mit einem süffisanten „Sie werden bereits erwartet.“

 

Schon über 60 Zitate in meiner Sammlung

cropped-dscf7349b.jpgAuch wenn die Seite hier derzeit scheinbar in den Winterschlaf zu fallen droht – in  Wirklichkeit bin ich während meines Offline-Daseins ständig auf der Suche nach neuen Themen und Anregungen zum Bloggen. Einstweilen habe ich inzwischen die Zitate-Seite etwas ergänzt und wie man merkt, den Gedanken an einen Blog-Umzug verworfen. 64 Zitate finden sich inzwischen hier auf der Unterseite, und ich sammle weiter.

Was mich aber momentan umtreibt … 

Derzeit fehlen mir doch tatsächlich paar Ideen und Anregungen für gepfefferte Glossen oder Themen, über die ich gerne bloggen möchte. Bin auch für Anregungen und Vorschläge offen, die mal nicht skurril und schräg sind – das werden sie dann schon, wenn ich mich drüber hermache …

Ausnehmend männerfeinlich

… kommt die Werbung in dieser unserer überfeministischen Medienwelt immer öfter daher. Wahrlich unruhige Zeiten brechen also für den mit Verzweiflungs-Sixpak ausgestatteten Yuppieschnösel und Familiendelinquenten mit Dreitagebart und perlodontem Grübchenlächeln an. Seine Familienpräsidentin sitzt kackfrech am Frühstückstisch (neben ihm!) und behauptet zwischen zwei Bissen ins Dinkelbrot, keiner mache sie mehr an als ihr Lieblingsjoghurt. (Pech allerdings auch für den Spanner von der anderen Straßenseite.)

Und sie bleibt bei dieser Aussage, auch als ihr Feierabendprinz sich auf einen verschnupften Anruf von ihr seine Freunde im Stich lässt, sich die Erkältungsmedizin schnappt, den nächsten Hubschrauber unterhakt und ihr das Zeug fliegenderweise in Superheldenmanier durchs Wolkenkratzerfenster ihres Appartements schmeißt. Das nützt ihm gar nichts.

Statt sich alle elf Minuten quer durch eines der Singleportale zu lieben, hat der Ärmste längst seinen Frieden mit dieser Art eindimensionaler Beziehungdemokratie gemacht. Immerhin hat er jemanden im Bett neben sich, auch wenn sein Liebesjoghurt nicht gegen diesen einen Bewussten und dessen Anmache anstinken kann. Sorry für das Kopfkino.  Es gibt da übrigens einen Joghurt mit der Ecke, um die er seine Angebetete bringen könnte, falls er es eines Tages satt hat … Vergesst das. Ist eh alles Quark.

Wahlkampf und viel Abgas um nichts

Merkel sei sauer auf die Autoindustrie, stand heute im Videotext. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die ihrer Lieblingsuntergebenen das Eingeschnapptsein verzeihen wird. Denn schließlich ist Wahlkampf.

Endlich läuft wieder Wahlkampf und fröhliche Sprüche unter gut gelaunten, optimistischen Politikergesichtern grinsen uns Autofahrern quer über den Fahrbahnrand ins Auto. Zwischen jeder Baumlücke an Alleen, neben, an und vor jeder Straßenlaterne und an Wartehäuschen von Haltestellen lauert die Plakat gewordene Überredungsakquise auf die sekundenlange Gelegenheit, kitschig-allgemeine Spruchstücke in unser Bewusstsein zu schleudern und so uns Tagesschaugucker um ein Kreuz vor dem Gang zur Urne anzubetteln. Weil sie sich aber von ihren Versprechen nach der Wahl höchstens eines aussuchen, dass sie dann auch einlösen, wobei auch schon der gute Wille ausreicht, heißen diese griffig formulierten Absichtsbekundungen Wahlversprechen. Es wirkt schon, als gehe ein Ruck durch die sitzungsgeschundenen Gremiumskadaver mancher Bundestagler, wenn sie sich laut wehklagend und jammernd über einander aufregen und sich gegenseitig Versagen und Inkompetenz im Rahmen des Wahlkampfgetöses attestieren. Und gemeinsam schießt man sich dann auf andere (vom Dieselruß) schwarze Peter ein, nämlich zum Beispiel auf VW, Audi und Co. Die Kanzlerin selbst sei sauer auf diese Dieselsünder, las man heute im Videotext. Immer habe die Automobilindustrie erklärt, was alles nicht gehe, maulte sie. Recht hat sie, denn all die heimlich regierenden Lobbyisten und Konzernleitungen sollten wenigstens im Wahlkampf mal der einen oder anderen Koalitionspartei wenigstens zum Schein eine Art TüV-Plakette auf das Banner kleben. Bei all den durchgewunkenen konjunkturfreundlichen Wunschgesetzen und Gesetzentwürfen wäre das das Mindeste.

Und während die Autoindustrie vom Klassenprimus zum herumpfuschenden Dreckspatz avanciert, weil sie zu blöd und zu geizig ist, Elektroautos auf den Markt zu bringen und es ebenso ablehnt, betroffene Dieselmotoren umzurüsten, was ohnehin rückwärtsgewandt wäre, baut beispielsweise die POST-Tochter DHL kurzerhand eigene Elektrofahrzeuge. Bravo, das ist die Initiative, wie sie Politiker nur alle 4 Jahre erkennen lassen – im Wahlkampf. Und die Marktführer der Automobil-industrie nur, wenn es um PS-Zahlen und Abgaswertfrisierung im Sinne des Profites geht. Denn die Autokonzerne sehen Kunden nur als notwendiges Übel, die Anleger und Shareholder aber als die wahren Könige des Abendlandes an. Die sind irgendwie schon weiter als wir im Denken, auch wenn es da eine Gemeinsamkeit gibt: Denn wer den größten Mist absondert, ohne dass andere es merken, dem gehört die Welt – oder anders gesagt, der wird auch schon mal Wahlsieger. Nach Schema F zu arbeiten, bringt niemanden wirklich voran.

Sollten wir daher nicht einfach die Abgasnorm wieder senken und alle wieder mit einem Zweitakter a la Trabant durch die noch viel zu intakte Umwelt tuckern? Die Nostalgiker unter uns würde es freuen, und die Autobauer könnten nochmal einen Neustart hinlegen. Und in Berlin könnte man mit dem Ignorieren aller Probleme und Betrügereien fortfahren wie bisher – es sei denn es ist wieder Wahlkampf.