Archiv der Kategorie: Kolumnen und Glossen

Telefon-Glücksrad

Dass wir uns richtig verstehen:  Die Farbe des Telefons auf dem Bild,  welches ich mir übrigens auch wegen des hoffnungsvollen Grüns zugelegt habe, hat keine politische Bedeutung. Und nein, ein grünes Telefon ohne Stromanschluss heißt nicht, dass ich in den Regenwald ausreisen oder nur noch Eisberg- und Kopfsalat essen will.  Kopfsalat … hm.. das ist das, was gerade in meinen Gehirnhälften fabriziert wird … ich kann gerade keinen klaren Gedanken fassen … achso:

Meinen  in Zivil operierenden Führungsoffizieren empfehle ich, daraus keine falschen Schlüsse hinsichtlich meiner politischen Gesinnung zu ziehen. Auxh nicht dem  ausrangierten Tatort-Bullen, der  mich hin und wieder ein wenig stalkt . aber er ist ein ganz ein Netter. Wirklich. Er fährt sofort weg, wenn  er mich kommen sieht . Und macht mir den Parkplatz frei.  Ist das nicht toll?  Neulich wollte ich wissen, ob er mir auch ja noch zuhört und habe einfach dreimal am Telefon das Wort Bombe gesagt.  Etwa in dem Zusammenhang, dass das Essen in der Kantine mittlerweile Bombe ist, Bombe, einfach Bombe. Und zack – Verbindung unterbrochen.

Mein Lieblingsmithörer musste wohl erstmal in Ruuuuhhheee nachschlagen, was  das Wort Bombe bedeutet.  Versteh ich natürlich.  Aber dieses Telefon hat außer einem  unterbrochenen Freizeichen  (kein Witz)  noch einen anderen entschleunigenden Vorzug: Man sieht nicht, wer anruft, denn es gibt kein Display. Es ist quasi, als  symbolisierte die Wählscheibe das Telefon-Glücksrad, denn man weiß nie, wer anruft, wenn es auf die klassische Art schellt.  Cool, oder?

Ich erfinde jetzt in Anlehnung daran und als liebenswerten Gruß an die gute alte Zeit das erste Smartphone mit echter Wählscheibe.  Whats App ist was für verwöhnte Alleswoller.  So Einer war ich nie.

Und jetzt kurbele ich meinen Wagen an und holpere mit ihm zum Konsum an der Ecke.  Der Konsum hat die Kirche gekauft und eben die Glocken geläutet – das heißt, es ist Klopapier eingetroffen!  Hurraa!!  Und  das Wählscheibenhandy  muss warten – Ach, was soll´s :  Da ich jetzt wieder Klopapier habe – Drauf g´schissen …  🙂

Fisch ist das bessere Fleisch

Ernährungsglosse. Geografisch betrachtet scheint es auf den ersten Blick logisch zu sein, dass regional gefangener Fisch im Winter teurer als im Sommer angeboten wird. Könnten doch die Binnengewässer zugefroren sein. Man kann ja wohl schwerlich den Fisch für den Winter schon im Sommer fangen oder? Doch, kann man. Eben die Möglichkeit des Einfrierens erlaubt es. Dabei werden die Fische ebenso schockgefrostet wie wir dieser Tage, wenn wir morgens aus Versehen das warme Bett verlassen und -oups! – vor die Haustür stolpern.

Wer sich nicht dauernd mit den ganzen Kriterien von Käfighaltung und Bodenhaltung auseinandersetzen will und sich nie sicher ist, ob er letztlich  ein Biohuhn wie beabsichtigt oder eine Gen-Ente im Kochtopf hat, tut gut daran,  Geflügel  auch mal  durch „Geschwimmel“ – also  schmackhaften Fisch zu ersetzen.

Warum sollte man sich seinen Karpfen für Silvester nicht schon im Laufe des Jahres kaufen und ihn als Haustier in der whirlpoollosen Badewanne halten?  Steht man daim Wasser, um sich zu duschen, pickt  er einem wenigstens nicht  in die Zehen oder zerscharrt  die schöne Wannenmatte.

Und jetzt zu Ostern, wo alle Welt auf Hühnchen und Hähnchen, Eier und Küken fixiert ist, wäre so ein Osterhecht sicher günstig zu erstehen – oder sogar zu erangeln.  Und wer stattdessen nur Stichlinge, Heringe und Plötzen fängt, sollte sie keineswegs mit Haarwasser gegen Schuppen  säubern,  das mindert den Genuss nach der Zubereitung doch erheblich. Dann wäre die ganze Arbeit mit Ausnehmen, Filetieren usw. höchstens noch für die Katz.

Also, Spiegelkarpfen statt Spiegelei lautet mein Tipp heute.  Meeresgetier und Meeresfrüchte, auch Süßwasserfische sind gesund. Also, nicht unbedingt in der Natur, ich meine, wenn man sie isst.  Es muss ja nicht gleich  exotisch auf dem Teller zugehen – wer mag schon Feuerquallenpudding  mit Seepferdchenhufen und Krabbenhoden  als Dessert?  Das kriegt man doch nur mit einem Algenkräuterschnaps weggespült.

Falsche Ernährung macht launisch

erwaxenMit mir war die Tage nicht viel los. Mal war ich gut gelaunt, dann wieder antriebslos und griesgrämig. Jetzt weiß ich auch, dass es nicht am Wetter lag. Nein, meine  Stimmungsschwankungen hängen wohl mit meiner Ernährung zusammen. Die Schlussfolgerung liegt nahe, denn bei mir gab es gestern und heute Lachtauben mit Weinsauerkraut. Nächstes Mal höre ich auf den Rat eines befreundeten Kochs. Er hatte mir zu den Lachtauben Kichererbsen als Beilage empfohlen. Na, das wird dann sicher ein albernes Essen.

Mal wieder ein Wochenrückblick oder wie schwarzer Humor entsteht

Eben hatten wir noch Wochenende.  Und, was soll ich sagen, zahlreiche Überstunden und eine Autopanne später ist auch diese Woche schon wieder vorbei. Ja, das Los der Autopannen verfolgt mich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Es hilft ungemein, wenn man schon über Erfahrung verfügt und dann weiß, auch wenn man bei -2 Grad im kalten Auto sitzt, am Ende wird alles gut, und bei einem Kantinenmuggefugg werden die blauen Glieder langsam wieder warm.  Schön, wenn man die angestaute  Wut und den Ärger dann nach Feierabend bei einem Vanille-Zwiebelpunsch oder heißer Radieschenmilch abbauen kann, indem man blutig-aggressive Stories schreibt und die Protagonisten gleich im Dutzend leiden lässt. Dann packt man noch seinen Frust darüber mit in die Worte, dass einem eigentlich nicht wirklich einfällt, wo die Handlung hinführen soll.  Und um jegliche Aufregung zu vermeiden, betrachtet man das ganze Dilemma mit einem wilden milden Lächeln und trägt es mit Humor. Das Resultat ist ein ironischer, manchmal sogar sarkastischer  Zungenschlag in den Geschichten – und schon hätten wir ein Beispiel für die Entstehung schwarzen Humors beleuchtet, der gewöhnungsbedürftig für Leser, aber therapeutisch – wohltuend für den Autor zu sein scheint.

Nein, schwarzer Humor blüht und gedeiht nicht am Wegesrand wie eine Pflanze. Psychologen bescheinigen schwarzhumorigen, zynischen Leuten, dass sie sich vom Leben zurückgesetzt und vernachlässigt fühlen und mit dieser Art von verniedlichender Vebalaggressivität auf ihre Umwelt reagieren – zum eigenen Schutz. Ich erinnere hier an die fiktive Serienfigur Gregory House M.D.  aus „Doctor House“.  Es gibt übrigens eine charmante, dunkelwitzige, um nicht zu sagen, schwarzhumorige inoffizielle Biografie, die ich gerade lese. By the way: ist „schwarzhumorig“ eigentlich ein rassistischer Ausdruck?  Ähm, aber zurück um Wochenrückblick.

Siebeneinhalb Flocken Schnee später haben wir endlich Winter. Es soll bitterkalt werden, bitter mit 5 Tee bitte! Richtig so. Die Glühweinumsätze stagnieren, das muss anders werden. Kaffee hingegen läuft immer. Das bisher war ja auch kein Winter, hallo? Mal kalt, dann mild, hin und her, Schnee ja, aber nicht mal bis Mittag, dann Sonne, plötzlich Wolken, aber welche die es gut meinen und nur Nieselregen absondern. Dann wieder  Sonne.  Und ein paar Flocken, ach nee, Petrus lässt sie dann in Regen übergehen. All das läuft genauso unentschlosssen ab wie die GroKo-Verhandlungen. Das aber ist ein anderes Thema, das aber auch langsam schon flockt. Denn das Haltbarkeitsdatum des letzten Wahlergebnisses droht abzulaufen – in gut drei Jahren ist wieder Wahl! Und Deutschland kommt, wie wir gerade merken, auch ohne Regierung klar.

 

Darüber sollten wir in der nächsten Woche mal nachdenken, wenn wir in 2 Meter hohem Schnee mit dem Auto festsitzen und die Kälte genießen, die eine Fahrzeugpanne mitunter mit sich bringt.

 

Eher keine Vorausschau auf 2018

„Sie werden bereits erwartet“, begrüßt der Geselle auf dem Bild zukünftig meine Besucher, denn sein Konterfei soll, nachdem mein Flur renoviert ist, gegenüber der Korridortür hängen. Habe ich mir heute so ausgedacht.

Erwartet wurden wir alle auch, und zwar vom neuen Jahr. Jüngst machte ein abgelaufenes die Biege und subtrahierte sich aus der Zeit, um lediglich in den Erinnerungen der Menschen weiter zu existieren.  Was meine Vorhaben in diesem Jahr betrifft, gebe ich keinerlei vorausschauende Versprechungen mehr ab. Stattdessen nur soviel: Ich mache da weiter, wo ich stehen geblieben bin und sehe zu, dass ich etwas mehr gebacken kriege als 2017. Diese Angaben sind ohne Gewehr 🙂 und weil ich überhaupt ein ganz schlechter Angeber bin und noch dazu unbewaffnet, schieß‘  ich jetzt lieber in den Wind.

Was sich 2018 so zusammenbraut, wird am Ende sowieso direkt aus der Flasche getrunken.  Nach Feierabend, vor dem Fernseher.  Soll heißen: Auch am Ende des nächsten Jahres wird nichts mehr so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Und wenn dann die neue Regierung ins Kanzleramt zur ersten Arbeitskonferenz kommt, begrüßt der neue Bundeskanzler Friedrich März (CDU) sie mit einem süffisanten „Sie werden bereits erwartet.“

 

Schon über 60 Zitate in meiner Sammlung

cropped-dscf7349b.jpgAuch wenn die Seite hier derzeit scheinbar in den Winterschlaf zu fallen droht – in  Wirklichkeit bin ich während meines Offline-Daseins ständig auf der Suche nach neuen Themen und Anregungen zum Bloggen. Einstweilen habe ich inzwischen die Zitate-Seite etwas ergänzt und wie man merkt, den Gedanken an einen Blog-Umzug verworfen. 64 Zitate finden sich inzwischen hier auf der Unterseite, und ich sammle weiter.

Was mich aber momentan umtreibt … 

Derzeit fehlen mir doch tatsächlich paar Ideen und Anregungen für gepfefferte Glossen oder Themen, über die ich gerne bloggen möchte. Bin auch für Anregungen und Vorschläge offen, die mal nicht skurril und schräg sind – das werden sie dann schon, wenn ich mich drüber hermache …

Ausnehmend männerfeinlich

… kommt die Werbung in dieser unserer überfeministischen Medienwelt immer öfter daher. Wahrlich unruhige Zeiten brechen also für den mit Verzweiflungs-Sixpak ausgestatteten Yuppieschnösel und Familiendelinquenten mit Dreitagebart und perlodontem Grübchenlächeln an. Seine Familienpräsidentin sitzt kackfrech am Frühstückstisch (neben ihm!) und behauptet zwischen zwei Bissen ins Dinkelbrot, keiner mache sie mehr an als ihr Lieblingsjoghurt. (Pech allerdings auch für den Spanner von der anderen Straßenseite.)

Und sie bleibt bei dieser Aussage, auch als ihr Feierabendprinz sich auf einen verschnupften Anruf von ihr seine Freunde im Stich lässt, sich die Erkältungsmedizin schnappt, den nächsten Hubschrauber unterhakt und ihr das Zeug fliegenderweise in Superheldenmanier durchs Wolkenkratzerfenster ihres Appartements schmeißt. Das nützt ihm gar nichts.

Statt sich alle elf Minuten quer durch eines der Singleportale zu lieben, hat der Ärmste längst seinen Frieden mit dieser Art eindimensionaler Beziehungdemokratie gemacht. Immerhin hat er jemanden im Bett neben sich, auch wenn sein Liebesjoghurt nicht gegen diesen einen Bewussten und dessen Anmache anstinken kann. Sorry für das Kopfkino.  Es gibt da übrigens einen Joghurt mit der Ecke, um die er seine Angebetete bringen könnte, falls er es eines Tages satt hat … Vergesst das. Ist eh alles Quark.

Wahlkampf und viel Abgas um nichts

Merkel sei sauer auf die Autoindustrie, stand heute im Videotext. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die ihrer Lieblingsuntergebenen das Eingeschnapptsein verzeihen wird. Denn schließlich ist Wahlkampf.

Endlich läuft wieder Wahlkampf und fröhliche Sprüche unter gut gelaunten, optimistischen Politikergesichtern grinsen uns Autofahrern quer über den Fahrbahnrand ins Auto. Zwischen jeder Baumlücke an Alleen, neben, an und vor jeder Straßenlaterne und an Wartehäuschen von Haltestellen lauert die Plakat gewordene Überredungsakquise auf die sekundenlange Gelegenheit, kitschig-allgemeine Spruchstücke in unser Bewusstsein zu schleudern und so uns Tagesschaugucker um ein Kreuz vor dem Gang zur Urne anzubetteln. Weil sie sich aber von ihren Versprechen nach der Wahl höchstens eines aussuchen, dass sie dann auch einlösen, wobei auch schon der gute Wille ausreicht, heißen diese griffig formulierten Absichtsbekundungen Wahlversprechen. Es wirkt schon, als gehe ein Ruck durch die sitzungsgeschundenen Gremiumskadaver mancher Bundestagler, wenn sie sich laut wehklagend und jammernd über einander aufregen und sich gegenseitig Versagen und Inkompetenz im Rahmen des Wahlkampfgetöses attestieren. Und gemeinsam schießt man sich dann auf andere (vom Dieselruß) schwarze Peter ein, nämlich zum Beispiel auf VW, Audi und Co. Die Kanzlerin selbst sei sauer auf diese Dieselsünder, las man heute im Videotext. Immer habe die Automobilindustrie erklärt, was alles nicht gehe, maulte sie. Recht hat sie, denn all die heimlich regierenden Lobbyisten und Konzernleitungen sollten wenigstens im Wahlkampf mal der einen oder anderen Koalitionspartei wenigstens zum Schein eine Art TüV-Plakette auf das Banner kleben. Bei all den durchgewunkenen konjunkturfreundlichen Wunschgesetzen und Gesetzentwürfen wäre das das Mindeste.

Und während die Autoindustrie vom Klassenprimus zum herumpfuschenden Dreckspatz avanciert, weil sie zu blöd und zu geizig ist, Elektroautos auf den Markt zu bringen und es ebenso ablehnt, betroffene Dieselmotoren umzurüsten, was ohnehin rückwärtsgewandt wäre, baut beispielsweise die POST-Tochter DHL kurzerhand eigene Elektrofahrzeuge. Bravo, das ist die Initiative, wie sie Politiker nur alle 4 Jahre erkennen lassen – im Wahlkampf. Und die Marktführer der Automobil-industrie nur, wenn es um PS-Zahlen und Abgaswertfrisierung im Sinne des Profites geht. Denn die Autokonzerne sehen Kunden nur als notwendiges Übel, die Anleger und Shareholder aber als die wahren Könige des Abendlandes an. Die sind irgendwie schon weiter als wir im Denken, auch wenn es da eine Gemeinsamkeit gibt: Denn wer den größten Mist absondert, ohne dass andere es merken, dem gehört die Welt – oder anders gesagt, der wird auch schon mal Wahlsieger. Nach Schema F zu arbeiten, bringt niemanden wirklich voran.

Sollten wir daher nicht einfach die Abgasnorm wieder senken und alle wieder mit einem Zweitakter a la Trabant durch die noch viel zu intakte Umwelt tuckern? Die Nostalgiker unter uns würde es freuen, und die Autobauer könnten nochmal einen Neustart hinlegen. Und in Berlin könnte man mit dem Ignorieren aller Probleme und Betrügereien fortfahren wie bisher – es sei denn es ist wieder Wahlkampf.

Nochmal hervorgekramt: Die anderen Kulturnachrichten

Bielefeld. Bei dem Versuch eines Bielefelder Autoren, ein Buch zu schreiben, kamen gestern eine Schreibblockade und eine abwegige Idee ums Leben. Trotz eines Blutalkoholwertes von 0,8 Promille und eines mittelschweren Fingerkrampfes konnte der 35jährige zwei A4-Seiten zu Papier bringen. Für die Schreibblockade kam jede Hilfe zu spät, sie erlag den zahlreichen Einfällen, als der Autor auf dem Weg vom Kühlschrank zum Bett plötzlich an seinem Schreibtisch Halt machte. Damit sank die Zahl der allein in Bielefeld lebenden Schreibblockaden unbekannten Schätzungen zufolge auf 325.

New York. In einem Krimi des Schriftstellers TOD D. UNFALL kamen nach jüngsten Angaben des Verlages 7 Menschen ums Leben. Drei weitere Personen, fünf Stubenfliegen, ein Spürhund des N.Y.P.D. sowie das Michelinmännchen wurden schwer verletzt. Wie ein Sprecher des Verlages in einer Stellungnahme erklärte, sei UNFALL nunmal die häufigste Todesursache auf der Welt. New York mache da keine Ausnahme.

Stockholm. Der bekannteste unbekannte Autor und Schriftsteller wurde heute traditionsgemäß durch den CIA der Literaturszene, den BuchClub65, in Stockholm gekürt. Im Rahmen einer Feierstunde wurde die begehrte Auszeichnung, der “Unsichtbare Füllfederhalter”, in diesem Jahr an den 71jährigen Ghostwriter I.R.GENDWER verliehen. Gendwer schrieb unter anderem mit Geheimtinte für den schwedischen Gruselautor S.K.ELETT und die deutschen ehemaligen Fernsehköche PETER SILIE und TOM ATE. Die Deutschen hatten 2012 mit dem Küchenschocker “HACKE-PETER UND DER FLEISCHWERWOLF” Erfolge gefeiert.

So viel Regen auf der Welt

So sollte eigentlich ein Essay, also eine aufsatzartige, philosophisch angehauchte Betrachtung an dieser Stelle heißen, deren metaphorische Überschrift dann mindestens im Text als zwei- oder dreideutig entlarvt wird. So wollte ich zunächst einen meteorologischen Bezug herstellen, dann auf das Schlechte im Menschen zu sprechen kommen ( was nicht bedeutet, dass er etwas Verdorbenes gegessen hat) und am Ende in eine melancholisch-trübsinnige Zukunftshellseherei verfallen. Aber das schien mir am Ende doch zu düster. Deswegen mache ich mich nun lediglich über mich und meinen regenschirmlosen Ausflug in diesen Herbst der kleine Leute lustig- tiefsinnigen Pessimismus überlasse ich dann doch lieber anderen. Besonders lustig finden übrigens die wenigen in freier Wildbahn lebenden Wetterfrösche das nasse Wetter. Das stachelt auch die Wanderlust bei den Unken und Kröten an. Auch mein Portemonnaie fühlt sich wegen der ständigen Krötenwanderung irgendwie so ausgelaugt und leer. Ich muss aufpassen, dass es am Ende nicht depressiv wird.

Foto oben: Nicht nur in London ist dieser Tage schlechtes Wetter. Obwohl – was schert uns London, das ist ja nicht mehr Europa. 😉

Optimisten – eine gefährliche Randgruppe

Glosse. Immer mehr Optimisten infiltrieren Deutschland und untergraben die so berühmte deutsche Quengeligkeit. Galten froh gestimmte, optimistische Menschen bislang in unserer Gesellschaft als Randgruppe, die von den Medien gern totgeschwiegen wurde, so greift in letzter Zeit eine gefährliche Beschwingtheit um sich. Optimisten infizieren sich mit Zuversicht und setzen ihre Mitmenschen gefährlicher Strahlung aus – denn sie strahlen vor Lebensfreude. Diese Pandemie soll neuen Erkenntnissen nach aus dem Ausland stammen, Das Deutsche Egozentrik- Institut für Antioptimismusforschung (DEFA) erklärte in seinem Jahresbericht, Wanderer schleppten sie ein. Deswegen nenne man diese auch Einwanderer. Ob es sich um einstmals ausgewanderte und nun zurückkehrende miesepetrige Grummelgermanen mit Meckersyndrom, also Deutsche handelt, erwähnt das Institut nicht. Na klar: Es ist ein deutsches Institut, also viel zu sehr mit sich beschäftigt…. Dabei hat jeder deutsche Bürger ein Recht auf seine eigene schlechte Laune! Ansteckendes Lachen und eigene Ziele seien ein Anzeichen von Ehrgeiz und somit ein Quarantänegrund, schreiben die „ Runzelsheimer Sorgenfalten“ in einem wohltuend populistischen Gastkommentar.
Immer seltener sieht man im Stadtbild jene so beruhigenden Gesichtsausdrücke, die so manche unscheinbare Hackfresse zu einer finsteren Nörgelfratze werden lassen. Blicke wie Pfeile treffen den alarmierenderweise schon leicht beschwingt dahinhopsenden Pfandflaschensoldaten immer seltener, und nach und nach nimmt sogar eine grausame Verzerrung seiner Mundwinkel Gestalt an – es droht ein Lächeln.
Und dann der Gipfel: Ein Verseuchter grüßt ihn freundlich – er wünscht einen „Guten Tag“, und die Fachwelt streitet sich, was genau er damit sagen will.
Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung in dieser unserer kurzlebigen Zeit bekomme ich gerade glücklicherweise so richtig schlechte Laune.

Herrentagsgedanken

Wieder steht der Tag des Bollerwagens vor der Tür, die 24stündige Dauerausrede dafür, dass man uns Männer immer und überall mit einem Bier in der Hand oder einem Grill vor dem beschürzten Bauch erwischt. Zumindest an diesem Tag. Grillen an sich ist aber keine reine Männersache: Am Frauentag dürfen dann natürlich mal die Frauen grillen. Und noch ein weit verbreiteter Irrtum: Herrenschokolade darf man selbstverständlich  ganzjährig essen. Auch, wenn man eine Frau ist. Sicher heißt sie nur so weil sie von (oder etwa aus?) Herren hergestellt wird. Also, die Schokolade, nicht die Frau natürlich, was für ein Quatsch.

Kann ja auch sein, dieser Herrentag, auch Männertag genannt, ist eine Erfindung der Kohleindustrie. Wer grinst da? HALLO! Holzkohle? Grill?  Na bitte.  So wie hinter dem Frauen- und dem Muttertag die Blumenhändler stecken, hinter dem Kindertag die Spielzeugindustrie und all die Süßigkeiten eine Erfindung eines Bielefelder Zahnarztes sind. Na gut, außer vielleicht die Gummibären. Weiß doch jeder, dass da der Gottschalk hinter steckt!

Betrachten wir die Sache mit dem Ehrentag mal philosophisch: Es gibt einen Männer- bzw. Herrentag und einen Frauentag. Sind Männer und Frauen wirklich die einzigen Geschlechter, die einen solchen Tag verdienen? Wenn wir angeblich im Zeitalter der Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung leben, dann hat hier der Ehrentagserfinder noch eine Menge Arbeit vor sich … Und was bitte ist mit Ehrentagen für Tiere und Pflanzen?

Ich habe mich an dieser Stelle schon über die kuriosesten Gedenktage ausgelassen. Darüber nachzudenken, wie man die alle innerhalb eines Kalenderjahres unterbekommt, wenn es noch mehr werden, das lasse ich jetzt auch mal aus.