Grillgedanken, nicht ganz unpolitisch

Während der Grillsaison kommt man oft nicht umhin, seinen Fleischkonsum zu erhöhen. Es sei denn, man ist Vegetarier, Veganer oder lebt in der warmen Jahreszeit ausschließlich von Luft und Liebe.  Ganze Kühltruhen voll marinierter Steaks und Würste warten in den Märkten darauf, von Armeen hungriger Freiluftkokler geplündert zu werden, die dann über Urlaub, Alltag und WM palavern,  und, weil sie ja Kohle haben, diese unter  (und schlimmstenfalls gemeinsam mit) dem  Fleisch und so manchem Gemüse verbrennen.  Dazu eignet sich brandschutztechnisch gesehen  der eigene Garten eher als der Balkon, der Hausflur oder  die offene Einbauküche.  Erfahrungsgemäß gibt es immer Tage, an denen das Wetter mitspielt, und so ist dann im Kleingarten das Beet mit den passenden Kräutern zur Bratwurst oder den Erdbeeren zum Dessert auch nicht weit.

Allerdings kann es während der WM passieren, dass die Regelwut der EU auch durch  widersinnige Gesetze  uns Grillfreunden das Genießen erschwert.

Vielleicht beschließen sie eine vorgeschriebene Windrichtung,  begrenzen das maximale Gewicht des Grillgutes, oder geben einen Verkohlungsgrad vor, bei dessen Überschreiten das Fleisch nicht mehr verzehrt werden darf und lt. Vorschrift als verbrannt zu betrachten ist, wer weiß. Sollen sie doch!

Aber wenn sie sich selber daran halten, kriegen sie  mit ihrem leeren Magen gemeinsam gar nichts mehr auf die Reihe.  Europa driftet wirtschaftlich und politisch sowieso immer mehr auseinander, denn die wirklich drängenden Themen fässt jedes Land für sich an.  Also, wenn überhaupt.  Aber gut zu wissen, dass Gurken in der EU nur einen minimalen Krümmungsgrad haben dürfen.  Bei den Wirbelsäulen von Europas Schichtarbeitern spielt der Krümmungsgrad wiederum keine Rolle.  Dafür machen sich die Eurokraten in Brüssel gerade.  Und weil jedes EU-Mitglied  mehr oder weniger sein eigenes nationales Süppchen kocht, innenpolitisch gesehen, fehlt es an Substanz und Zusammenhalt. Wenn nahezu jede Regierung der Mitgliedsstaaten zuerst an das eigene Volk denkt und eine Nationalstaatlichkeit bevorzugt – warum ist das in Deutschland verpönt?  Auch ein deutscher Europäer darf auf sein Land stolz sein – oder enttäuscht von ihm, je nachdem.  Und er sollte das äußern dürfen, ohne dass man ihm Nazitum, Rechtsradikalismus oder dergleichen unterstellt.  Deswegen muss er ja nicht gleich die AfD gewählt oder etwas gegen Flüchtlinge haben. Und selbst wenn – auch das muss ein angeblich demokratisches Land, das  sich Rechtsstaat nennt,  aushalten.

Wer mit Gewalt krumme Gurken geradebiegen will, hat im Garten und am Grill nichts verloren.  Was käme sonst als nächstes – dreieckige Radieschen?  Davon abgesehen hat aber jedes noch so arme Würstchen das Recht, auf dem Grill zu landen.  Da gibt es nichts zu maßregeln.  Ich jedenfalls sehe keinen Grund dafür, würde mir trotzdem den Wanst vollschlagen  und  das alles nur halb so schwer nehmen. Einschließlich mich, siehe Bild.