Fragen an mich

Okay, ein richtiges Interview war es nicht, aber immerhin hat mich ein Autorenkollege mal beim Kaffee etwas ausgehorcht… Ich habe das Gespräch mal im Stil eines Interviews festgehalten.

 

Was macht Ihnen mehr Spaß: Bloggen oder Schreiben?

Bloggen ist für mich Schreiben, und es hat den Vorteil, dass es weniger Zeit beansprucht. Die Idee für einen ironischen Blogpost habe ich meistens schon irgendwann vorher, das geht bis hin zu den wichtigsten Formulierungen, die dann schon vorab feststehen. Das Schreiben von Geschichten schafft Platz in meinem Fantasiezentrum, eine festgehaltene Idee gibt Speicherplatz in meinem Hirn frei, wenn man so will. Manche Leute lieben es, mit dem Schreiben Macht auszuüben über ihre Protas und deren Welt. Das interessiert mich nicht so sehr. Und Schreiben ist das Verarbeiten von Erfahrungen unter Zugabe von Gewürzen wie Fiktion, Fantasie, Humor und Dramatik.

Schreiben ist also wie Kochen?

(lacht) Ja jetzt, wo Sie es sagen … Schreiben heißt Platz schaffen im Kopf, Kochen heißt Platz schaffen im Kühlschrank mit dem Ziel, den Platz im Magen aufzufüllen … oder so.

Sarkasmus und Zynismus liegen Ihnen scheinbar, warum schreiben Sie dann Gedichte und warum dann entstand dieses Kinderbuch?

Meine Gedichte sind eine Art Liebeserklärung an die deutsche Sprache, auch wenn sie oft ohne hochtrabende Metaphern und hochpoetische Sprachexperimente auskommen müssen. Ich mag Wortspiele, humoristische Verse und wurde von Ringelnatz, Wilhelm Busch und Heinz Ehrhardt inspiriert. Aber ich lese auch gern Rilke, Hesse und Tucholski. Also in Sachen Gedichte ist noch manches denkbar für mich. Was die Gespenstergeschichte betrifft, hatte ich die Idee für eine solche Geschichte schon lange. Die musste irgendwann raus. Und nebenbei fiel mir noch die Kuh MIAU ein. Warum soll ein Autor sich auf ein Genre begrenzen? Wenn er originelle Ideen hat und man ihn in keine Schublade stecken kann, ist er in meinen Augen sogar eine Art Revolutionär. Wir Deutschen lieben Schubladen. Das bringt uns hier und da auch Hohn und Spott ein auf der Welt.

Gutes Stichwort: Wie gehen Sie mit Hohn und Spott, oder mit harscher Kritik von Lesern um?

Kritik, wenn sie konstruktiv ist, wird von mir dankbar angenommen, denn in Zeiten von Facebook-Daumen und Smilies ist sie nicht so häufig. Hohn und Spott, auch unsachliche Hasskommentare bilde ich mir ein, als solche erkennen zu können. Wenn ich sie einer Antwort würdige, was eher nicht der Fall ist, geschieht das sachlich. Wenigstens einmal. Einmal kann man sich im Ton vergreifen, wenn man aufgeregt oder anderer Meinung ist, danach ist Schluss. Dann war´s das für mich.

Viele Autoren sind ihr eigener Herausgeber. Ist Selfpublishing nicht gleich Selbstbeweihräucherung?

Oh nein. Das heißt, es mag Leute geben, bei denen das zutrifft, aber die spielen keine wirkliche Rolle und werden nur von ihren Fans wahrgenommen, so sie überhaupt welche haben. Oft strotzen ihre Texte vor Fehlern und weisen Lücken in der Logik oder in der Grammatik auf. Aber Selfpublishing bietet guten Autoren auch ein Sprungbrett in den Buchhandel. Das sollte man nicht unterschätzen. Hinter diversen Online-Plattformen dieser Art stehen entweder Verlage oder Großkonzerne, die die Spreu vom Weizen sieben. Um deren Gunst zu wetteifern, steht jedem Autor frei. Ich finde das gut und denke nicht, dass hier den Verlagen das Wasser abgegraben wird. Wer zu einem großen und renomierten Verlag wechseln kann und will, wird dies auch tun. Es ist gut, wenn ein Autor bis dahin Selfpublishing nutzt und so am Feedback seiner Leser wächst.

Gemeinsame Projekte mit anderen Autoren – da gab es diverse in Ihrem bisherigen Autorenleben ….

Danke, dass Sie das ansprechen. Alles begann mit der Rostocker Autorin und Selfpublisherin Signe Winter. Auf einem ebook-Portal wurde in einer Forumgruppe die Idee geboren, ihre satirischen Beiträge mit einigen von mir in einem Büchlein zu vereinigen. Was mich betrifft, sind das Glossen aus meinem Blog, die ich zusammengetragen habe. Weitere gemeinsame Projekte mit anderen Autoren hatten oft einen guten Zweck als Hintergrund, so die Anthologie „Wer fünfmal lacht“ mit 5 humorvollen Kurzgeschichten von 5 norddeutschen Autoren, darunter meiner Wenigkeit. Ebenso die zweiteilige Anthologie „ Geschichten aus aller Welt“ aus dem #Karina-Verlag, die unter dem Motto „Respekt für Dich – AutorInnen gegen Gewalt“ erschien und deren Erlöse an die Opfer von Gewalt in Österreich und Deutschland gespendet wird. So etwas war und ist mir wichtig. Leider konnte ich selbst einige Anthologie-Projekte nicht aus der Taufe heben, mangels Interesses. Aber ich bleibe dran.

Letzte Frage: Wenn Sie für ein Buch Werbung machen könnten, welches wäre das und warum?

Oha, das ist schwer. Mich hat die oben genannte Anthologie „Geschichten aus aller Welt“ sehr bewegt. Dass ich auch mitgewirkt habe, ist nicht der ausschlaggebende Punkt – sondern eben der Gedanke dahinter, dass diverse Autoren teuflisch gute Geschichten schreiben und sich dafür ins Zeug legen, dass Gewaltopfern Hilfe zuteilwerden kann. Dafür hat der Karina-Verlag meine Hochachtung verdient. Diese 2 Bände sind auch ein erschwinglicher Geschenktipp. Ähm okay, das waren nun aber 2 Bücher …

Ich denke, das kann man durchgehen lassen. Was mir zum Abschluss noch einfällt: Wird es mal wieder eine Lesung geben, vielleicht mit neuen Werken?

Wenn die Sachen endlich fertig sind, ist es nicht ausgeschlossen. Ich würde gern mal außerhalb Norddeutschlands lesen. Andererseits traue ich mich nicht wirklich, denn ich bin zu aufgeregt. Vielleicht, wenn ich einen festen Leserkreis habe. Erstmal aber ist das Utopie.

Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch.

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