Vom alten Chamäleon Sprache und der Kunst, es gut zu gedeihen zu lassen

Die Sprache ist wie ein Chamäleon und immer wieder fähig zu Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Sie sollte auch und gerade beim Verfassen neuer Geschichten von uns Autoren viel mehr ausgeschöpft werden. Warum sollte man vor dem Aufschreiben eines eigenen Werkes  nicht mal alte und bedeutende Autoren lesen und so seinen Sprachwortschatz erweitern?  (Turgenjew, Dickens, Twain, Goethe, um nur mal einige zu nennen. Meinetwegen auch Tucholski, Schiller, Brecht, die Strittmatters (hier empfehle ich beide, Erwin und Eva.)

nwuuAlso, was ich damit sagen will: Früher redeten die Menschen zum Beispiel bei Hofe anders, die Geschichten aus jener Zeit bringen uns diese sprachlichen Gepflogenheiten alter Zeiten nahe. Ich empfinde das heute so, dass immer weniger alter Ausdrucksweisen und Begrifflichkeiten Eingang in die heutigen Analen der Literatur finden.  Nun, das ist nicht mehr oder weniger schlimm als andere Probleme zweiten oder dritten Ranges, aber es würde uns und unsere Kinder bereichern, wenn wir uns das mal bewusst werden ließen. Und wenn wir etwas dagegen täten. Deswegen betrachte ich heute mal den Einfluss  sprachlicher Stilmittel auf das Gelingen einer Geschichte. Muss die Ausdrucksweise immer von Anfang bis Ende wie aus einem Guss wirken? Was ist, wenn man auf der Suche nach dem richtigen Wort nicht fündig wird? Welchen Einfluss üben unsere Lieblingsschriftsteller, deren Werke wir schon in frühen Jahren verschlungen haben, auf unseren Wortschatz und unsere Art zu schreiben aus?

Historische und Fantasyromane sind gerade sehr angesagt in diesen Jahren. Aber wenn sehr junge Autoren dann zum Teil entweder eine derbe oder eine „denglisch“ eingefärbte Ausdrucksweise nutzen, sehe ich damit eine Einschränkung der tatsächlichen Zielgruppe einhergehen. Sollten sich glitzernde Vampire dann mit einem norddeutsch kurzen „´sgeht, Alter?“ begrüßen, geht die Authentizität baden.  Gut, das könnte unfreiwillig komisch sein.  Floskeln, Phrasen, Straßenslang,  Analogien und Metaphern – alles wohl dosiert und zur rechten Zeit im rechten Satz. Aber eben: alles. Oder von allem etwas. Das ist es, was ich sagen und wozu ich uns Schreiberlinge anregen möchte.

Desto bunter kommt unsere Geschichte am Ende daher. Womit wir wieder bei dem Bild mit dem Chamäleon wären: Das passt sich ja schon mal den Umgebungsfarben an. Und schon merke ich, dass mein Vergleich hinkt – denn gerade habe ich dafür plädiert, nicht zu (sprachlich) angepasst und zu bieder zu schreiben.  Mist….. Ich dachte ja nur.

 

Ein Gedanke zu „Vom alten Chamäleon Sprache und der Kunst, es gut zu gedeihen zu lassen“

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s