Was ich unter Organspende verstehe

5849801_2d657091a0_mAm morgigen 4.Juni ist Tag der Organspende. Das klingt so nach Einmaligkeit. Man kann aber natürlich an jedem beliebigen Tag Organe spenden. Das heißt, gespendet werden sie ja erst bei Bedarf. Aber man kann sich jeden Tag dazu entscheiden, Organspender zu werden.  Wozu also dann so ein Tag?

Ein solcher Tag wird an der Einstellung jedes einzelnen potenziellen Spenders nichts ändern. Er ist gerade mal gut genug dafür, dieses Thema mal wieder ins Licht zu rücken. Das Thema polarisiert nach wie vor und ich habe mich dazu ja schon mal geäußert. Damals ging es darum in den Medien, dass alle Bürger nach einer gewissen Zeit immer wieder gefragt werden, ob sie Organspender sein wollen. Als könnte das so sehr auf maximalen Gewinn ausgerichtete Gesundheitssystem unseres Landes ein Nein nicht akzeptieren. Tatsächlich geht es ja nicht um die Gesundheit des Einzelnen, sondern um den Absatz von Pharmazie und die Abrechnung von behandlungsintensiven Arztbesuchen. Denn nur das bringt Geld. Also werden die Krankheiten auf die Medikamente und die Behandlung abgestimmt, und nicht umgekehrt. Nicht in jedem aber in so manchem Fall. Da drängt sich mir die Befürchtung auf, dass die Organspende als günstige Behandlungsalternative auch gern mal zum Fehlerausbügeln oder als Umgehung zu aufwändigeren Behandlungsmethoden herhalten muss. Wer garantiert mir dann, dass man mir als Spender nicht vorzeitig den Stecker zieht?

Neenee, ich verstehe Organspende so: ICH spende morgen meinen Organen etwas, nämlich Aufmerksamkeit – den Ohren Musik, der Leber n Bier und dem Geist ein gutes Buch, damit ich sie alle noch lange (beisammen) habe.

Ein Gedanke zu „Was ich unter Organspende verstehe“

  1. Auch kann man als Organspender nicht sicher sein, immer die finanzielle Hilfe zu bekommen, wenn man zuvor einen Menschen mit seinem Organ gerettet hat und selbst deswegen in eine Notlage geraten ist.
    Das ist wie mit der Zivilcourage. Nie kann man sich sicher sein, wenn man einem anderen geholfen hat, ob einen nicht ein Gericht fragt, was für eine Gesinnung dazu getrieben hat. Der Täter dreht sich als Opfer und der Retter wird zum Täter degradiert.

Kommentare

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