Tschernobyl macht Angstgefühl…

Heute vor 30 Jahren war ich noch beim Wachregiment Feliks Dzierzynski und versah dort meinen Wehrdienst als Mot-Schütze, als der Reaktorunfall in Tschernobyl passierte. Die Berichterstattung in der DDR war eher spärlich, aber im „Westfernsehen“ erfuhr man mehr dazu. Und das gab Anlass zur Besorgnis. Aber dennoch: Die durchschimmernde Ratlosigkeit und Sorge darum, wie gefährlich das Unglück für Europa sein könnte, resultierte aus dem Schweigen russischer Medien zu der Katastrophe.

Ich schrieb damals ein zugegeben leicht politisch gefärbtes Gedicht. Dazu stehe ich auch. Denn Reaktorunfälle gab es zur selben Zeit auch in den USA, England und Westdeutschland – nur dass darüber weniger reißerisch berichtet wurde. Und das hat mich wütend gemacht – deshalb das Gedicht. Ich finde es übrigens auch heute noch heuchlerisch.

Ein Molekül aus Tschernobyl
das landete im Stadtgewühl
und sieh mal an, wen traf es da?
Geschwister aus Amerika,
Aus England und der BRD.

Sie diskutierten kurze Zeit
Und schon gab es den ersten Streit.
Ein unbehaglich´Angstgefühl
beschlich das Tscherno-Molekül –
Denn es war doch in der Minderheit…

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