Wie ich einen Anschlag verhinderte

senseOFhumorEIN TATSACHENBERICHT ( …könnte man meinen…) Morgens halb zehn, am Stadtrand einer deutschen Stadt. Beängstigende Dinge spielen sich ab: Aus einer Gartenkolonie steigt plötzlich Rauch auf! (Ja, Kolonie. Deutschland ist noch immer eine Kolonialmacht. Aber dazu vielleicht an anderer Stelle mehr.) Erschüttert halte ich an und steige vom Rad, frage die Umstehenden, was passiert ist. Wie gelähmt steht die Handvoll Leute am Zaun jener Parzelle, auf der sich das Unglaubliche abspielt.

Die Flamme schlägt hoch, ein lautes Prasseln wird hörbar. Der vermeintliche Brandstifter, ein rüstiger Pensionier macht keinerlei Anstalten, zu fliehen. Es ist Laub, was da brennt, sagt ein Mann neben mir. Eine junge Frau hat ein schluchzendes Kind auf ihrem Fahrrad dabei, dessen leises Wimmern im lauten Prasseln des Feuers untergeht.
Einen Moment später fliegen Funken. Der Pensionier hat etwas in die Flammen geworfen, was er vernichtet wissen wollte. Beweise vielleicht? Mit einem Ast bewaffnet schreit er etwas in unsere Richtung, dann kommt er näher. Er sieht wütend aus. Ich konstatiere, der Mann ist brandgefährlich, trete einen Schritt nach vorne und breite meine Arme schützend vor unserer kleinen Menschenansammlung aus. Soll er mich zuerst was auch immer. Vielleicht brauch´ ich dann nicht zur Darmspiegelung heute nachmittag.
„Was´n los?“, fragt der Alte provokant, hebt herausfordernd den Kopf und starrt mich an.
Wenigstens hat er nicht „Gott ist groß!“ gerufen. Sekundenschnell eroiere ich die Lage – niemand verfällt in Panik, Verletzte sind nicht zu sehen.
„Was zerstören Sie da?“, frage ich den Barbaren und zeige auf den Brandherd, der gleich keiner mehr sein wird.
„Was geht dich das an?“
Ich wechsle die Taktik und werde gespielt freundlich. „Wenn das ein Osterfeuer ist… ich hätte da auch noch was zum Verbrennen.“
„Ich bin nicht gläubig. Osterfeuer, pah! Ich verbrenne altes Laub. Aber das hat dich nicht zu jucken, klar?“ Aha, also Ur-Laub gewissermaßen. Aber ganz schön unhöflich ist er, dieser Laubheizer. Die Schaulustigen aber ziehen beruhigt weiter, nachdem sie das mitbekommen haben.

Dann verwickle ich ihn geschickt in ein Gespräch und frage ihn noch, ob das sein muss mit dem Feuer, schließlich habe er uns (ich hätte sagen müssen: mir) einen Schrecken eingejagt.
„Naja: Ansonsten hätte ich ´n Anschlag am Schwarzen Brett vorne an der Eingangstür machen müssen, um jemanden zu finden, der es wegfährt zum Recyclinghof. Aber das kostet Gebühren…“ Als er mir das verrät, stehen wir beide an seiner Gartentür und haben uns ein wenig verquatscht.

Und Minuten später steige ich mit dem guten Gewissen auf mein Fahrrad, ein stiller Held des Alltags zu sein. Immerhin habe ich einen Anschlag verhindert. ©2016
merkelklatschn

5 Kommentare zu „Wie ich einen Anschlag verhinderte“

  1. DAS HOFFE ICH AUCH! 🙂 Ich lese momentan, über den wandelnden Toten, Herrn Plaschke. Stell dir nur vor, ich lache über einen Toten und deinen irrwitzigen Nameneinfallsreichtum. Hoffentlich wandelt er immer wieder mal in deinem Kopf herum und animiert dich zum Aufschreiben. Vorhang auf für den Rächer der Verstorbenen, gegen die “kriminellen“ Machenschaften vom Chefs, Herrn Grabzuweit, des Beerdigungsinstitutes. 🙂 🙂 🙂

  2. *lol* ach so, ja das passt. Aber Plaschke hat ein Alibi: Er war zu dem Zeitpunkt mal wieder abgenippelt – vorübergehend, versteht sich *ggg*

  3. Nee, ich war das selbst. Dafür verdiene ich eigentlich den „Goldenen Eingreif-Arm“ …. *grins*

Kommentare

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