Schreibgedanken (01) – Neue Rubrik

jp1Roter Faden muss nicht sein- Schreiben mit und ohne Konzept

 

Wer aus dem Bauch heraus schreibt, der sollte nicht von Anfang an auf ein bestimmtes Ziel fixiert sein. Handlung und Charaktere entwickeln mitunter ein Eigenleben während des Schreibens, und spätestens dann steht eine Entscheidung an: Lassen wir als „Schöpfer“ der Geschichte allen Entwicklungen freien Lauf, kann das Überraschungen nach sich ziehen. Oder folgen wir einem Plot und hangeln uns an ihm lang, weil das, was erzählt werden soll, schon unweigerlich feststeht? Auch im letzteren Fall sind – je nach Erzählform – eingestreute Handlungssequenzen nicht von der Hand zu weisen. Eine Idee oder wenigstens ein anregender Impuls als Auslöser für die Motivtion etwas zu erzählen, ist für einen Autor meiner Meinung nach unverzichtbar. Es muss nicht mal ein roter Faden sein, manchmal reicht schon ein roter Punkt (=Einfall) , mit dessen Hilfe man sich dann durch die Handlung navigiert – um es einmal bildhaft auszudrücken. Irgendwann kommt ein weiterer roter Punkt dazu… Und schon hat man verschiedene möglichkeiten, diese beiden erzählerisch zu verbinden. Das genügt als Konzept zum Schreiben völlig.

Und den folgenden Tipp gebe ich gern immer wieder, manche meiner Leser wissen das: Wer eine Schreibblockade hat, kann sich entweder vorübergehend mit anderen Dingen ablenken – oder er schreibt einfach darüber, was diese „Schaffenskrise“ mit ihm macht… oder eben nicht macht. Wovon ich abrate: Eine ursprünglich als Kurzgeschichte angelegte Erzählung hinterher auf Buchlänge bringen zu wollen… In Kurzgeschichten werden Momente und kurze Begebenheiten mehr oder wenig oberflächlich erzählt, oft anekdotenhaft und ohne ein geschlossenes Ende – sie bilden nicht selten eben nur einen kurzen zeitlichen Abschnitt ab. Meistens bleibt da keine Zeit, in die Charaktere und sozialen Umfelder der Figuren einzutauchen, sie dem Leser näher zu bringen oder ihn an sie zu gewöhnen. Man müsste also die Erzählweise spätestens an der Stelle ändern, wo die eigentliche Kurzgeschichte aufhört und das anknüpfende Weiterschreiben beginnt.

Ich komme darauf, weil ich das derzeit ganz besonders merke – ein humorvolle, kleine flinke KG, in der fast alle Protas auf dieselbe Art schräg und ironisch sind, soll auf Buchlänge gebracht werden. Das bedeutet: Tempo rausnehmen, aber trotzdem Ideen einbauen, einige der Figuren mal etwas näher beleuchten, etwas tiefer eintauchen, aber weiterhin unterhaltsam bleiben… ganz schön schwierig. Vielleicht hilft es, wenn man in so einem Fall sich als Autor suggeriert, man schreibe einfach noch eine KG als Fortsetzung dazu… und dann noch eine… usw?

3 Kommentare zu „Schreibgedanken (01) – Neue Rubrik“

  1. Hat dies auf Wer bin ich, bin ich wer? rebloggt und kommentierte:
    Einfach mal lesen … denn genau so ist es … oft kann man einer Kurzgeschichte etwas hinzufügen … sie zu einem Roman umzuschreiben ist jedoch schwer … sie kann jedoch eventuell als Vorwort dienen oder als Prequel 🙂

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