Verpeilte Woche

Montag: Ich wache rechtzeitig genug auf, um meinem Wecker das Klingeln zu verbieten. Der Ärmste kann den vorbeugenden Schlag auf seine Oberseite nicht ab; erst kippt er vom Nachttisch, und dann meine Stimmung, als ich aus dem Fenster schaue. Was für ein Platzregen! Ob ich auf dem Balkon dusche?  Achnö, wer soll denn von den Nachbarn das Hutgeld fürs Zugucken einsammeln? Mein Auto will auch nicht los bei dem Wetter – es springt nicht an, aber ich dafür vor Wut im Dreieck. Was soll denn das heute noch werden? Geht das etwa so weiter?

kaffeeekanne

Dienstag: Heute muss der Wecker ganze Arbeit leisten, es fehlt nicht viel, und er fährt seine Arme aus und rüttelt mich wach, und das, während er klingelt und klingelt. Schweißgebadet öffne ich meine verschlafenen Augen und spüre noch nach dem Aufstehen die Stelle im Gesicht, wo das Kissen seinen Abdruck hinterlassen haben muss… wenigstens knallt schon die Sonne ihr gleißendes Licht auf die Welt da draußen, weswegen die Piepmätze da draußen durchknallen. Also MP3-Player an, Kopfhörer auf und dann ab unter die Dusche…  brrr… fertig. So was nun? Achso: Notiz an mich: Neuen MP3-Player kaufen. Mist. Hätte ich mal erst meinen Coffeinspiegel erhöht, denn vor dem ersten Hektoliter Kaffee laufe ich auf Sparflamme.

Mittwoch: Scheiße, verschlafen! Jetzt aber erstmal ruhig durch die Hose atmen. Aber erstmal eine anziehen. So und dann… Wie wärs mal mit einem Arztbesuch? Gute Idee. Fand der Arzt aber nicht. Als Schauspieler bin ich eine Niete und werde als solche auch nicht mit einem Krankenschein belohnt. Und nun? Vor Wut kommen mir fast die Tränen und ich bin drauf und dran, umzukehren und dem Doktor doch noch etwas vor zu flennen. Ach, was solls. Moment mal: Ich hab doch heute Spätschicht…

Donnerstag: Dieser Tag heißt auch Vize-Freitag und endlich klappt alles so wie es soll am Morgen. Mit dem Weckerklingeln bin ich hellwach, die Sonne scheint nur dezent und auch die Filtertüte platzt an einem anderen Tag, aber heute nicht…  Aber dieser Morgen funktioniert nur, bis ich auf der Treppe im Hausflur stehe. Jenseits meiner nun ins Schloss gefallenen Wohungstür, die damit zur Wächterin meines Wohungsschlüssels avanciert, den ich auf der Konsole vergaß.  Wenn ich früher Schlüsselkind gewesen wäre, wär mir heute die Sache mit dem Wohnungsschlüssel nicht passiert. Hoffentlich kommt der Schlüsseldienst wenigstens noch vor Feierabend…

Freitag: Dieser Tag ist selbsterklärend, da bin ich so motiviert und so energiegeladen wie ein Windrad nach einem Tornado. Naja, also wenn es dann noch an seinem Platz steht… Läuft bei mir… und zwar Richtung Wochenende 😀

2 Kommentare zu „Verpeilte Woche“

  1. Danke Uta – manchmal blickt man echt nicht durch, ob man noch träumt oder wacht… und ganz besonders, wenn man eigentlich kein Morgenmensch ist. Meine Lieblingstageshälfte ist zweifellos die spätere von beiden, und in den kalten Jahreszeiten macht sich das morgens manchmal besonders heftig bemerkbar 🙂

  2. Ich bin in deine Morgenanktivitäten plastisch eingestiegen und mein Schmunzeln ist immer breiter geworden.
    So viel du dem Manne mit Steigerung zu mutest, kann ich nur hoffen, dass die Stunden, die sich danach angeschlossen haben, ihn entschädigt haben.
    Fiktion und Wirklichkeit halten sich öfters einmal die Hand. Ich bin Schlüsselkind gewesen und diese Tatsache bewahrt mich heute nicht davor, meine Schlüssel zu verlegen und suchen zu müssen. 🙂

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