„Fahr zur Hölle, aber bring Schnaps mit“

0004„Two and a half Men“ haben mich dazu inspiriert, mir meine eigene Quasi-Sitcom zu schreiben. Ich hoffe nur, dass ich nicht unbewusst zu viele Gags da klaue. Aber Ironie und Zynismus kann ich auch. Die Idee, die ich gerade hatte, wollte ich mal eben festhalten, warum nicht hier? Also: Wollt ihr mal in diese „Roadstory“ eingeführt werden? Beschdümmt…Oda??

Eine philosophisch-depressive Dichterin greift zum Alkohol statt zum Schreibblog und halluziniert sich durch ihren Alltag.Dieser ist geprägt von nervigen Anrufen ihres Verlegers, Besuchen ihres schnorrenden Sohnes und absurd-fantastischen Tagträumereien. Die ARGE bombadiert sie mit Auflagen und Stellenangeboten, jagt sie von einer Bewerbung in die nächste und macht ihr das promillehaltige Leben zur Tortur. So beschließt Versfriede Kreuzreim-Jacobs, sich auf eine Reise quer durch Deutschland zu begeben und ihren geschiedenen Mann Pomadius Dax zu suchen, einen inzwischen pensionierten Börsenmillionär. Wieviel Liter Burdon sie auf 100km verbraucht, ob sie jemals ans Ziel und zu Geld kommt, schildert diese nicht allzu ernste Roadstory.

„Fahr zur Hölle, aber bring Schnaps mit“

leseprobeWenn man es genau nimmt, sitze ich nicht hinter dem Blatt Papier. Das Blatt liegt vor mir. Denn ich habe hier das Sagen, und ich habe das Blatt hier auf den Tisch gelegt. Habe dieses weiße Etwas zu mir beordert. Nicht umgekehrt. Baah, der Whisky schmeckt irgendwie Scheiße. Hat darüber schon mal einer geschrieben? Dass man trinkt, obwohl es Scheiße schmeckt? Was weiß ich. Scheiß Whisky. Scheiß Blatt Papier. Ich muss was schreiben.

Versfriede wischte mit einer ausladenden Armbewegung die Tagespost vom Tisch. Alles Rechnungen, nichts Wichtiges. Sie brauchte Platz, um sich zu entfalten. Ihr Spiegelbild wartete jeden Morgen vergebens darauf, dass sie sich entfaltete. Wenigstens schöpferisch wollte sie sich verwirklichen. Sie rückte ihr Stirnband zurück, prüfte mit einer Handbewegung ihre Lockenwickler und spitzte einen Bleistift an. Die Gesichtsmaske tat ihr gut. Allerdings hatte sie die Gurkenscheiben von den Augen nehmen müssen, um sehen zu können. Aber ihre Augen brannten wie in einer verräucherten Spelunke. Vielleicht hätte sie statt grünen Gurken doch keine Senfgurken nehmen sollen, aber Gurke war eben Gurke, nicht wahr. Sie hatte sich gewissenhaft Scheiben von den sauer eingelegten Senfgurken ab- und ihren Zeigefinger aufgeschnitten. Alkohol betäubt Schmerz nur bedingt, wenn man ihn zu zügig trinkt. Diese Erfahrung stand nun vor ihr auf dem eben noch leeren weißen Blatt Papier.
Ein Jodeln schreckte sie auf.
Was für ein Klingelton, den wollte sie auch noch irgendwann ändern. Ihr Sohn war am Handy. Auch das noch. Versfriede bemühte sich, freundlich zu klingen. Eigentlich war sie weder nüchtern noch betrunken genug für einen Anruf.
„Was ist,Schatz? Ich schreibe.“
„Ja sicher. Deinen Einkaufszettel, oder?“
„Hör auf zu spotten. Was ist?“
„Ich habe morgen ein Existenzgründungsseminar. Danach wollte ich mit dir Mittag essen.“
„Hm. Bist du sicher, dass du überhaupt existierst, so lange, wie du nicht gearbeitet hast?“
„Sei nicht so zynisch, Mutter.“
„Soso. Exitenzgründung.“
„Ja. Dieser Unternehmensberater ist da beim Arbeitsamt… achso, kannst du mir die Gebühr vorschießen? Sind nur 300 €ulen.“
Gequältes Lachen drang an Juniors Ohren.
„Zahl auf Rechnung, dann hast du 14 Tage Zeit.“
„Aber das ist immerhin kein Geringerer als Dr. Machwas Anders! Der ist Halbtürke, hat in Istanbul eine Firma und ist eine Konifere!“
„Ah ja. Er ist ein Gewächs. Um welchen Beruf gehts denn – Gärtner?“
„Ach Mutter. Was ist denn nun mit den Euronen? Bring deine Pfandflaschen weg, dann hast du´s wieder rein…“

MEHR DAZU AB OKTOBER 2015 auf BOOKRIX.

2 Kommentare zu „„Fahr zur Hölle, aber bring Schnaps mit““

  1. Okay, ich nehm mir das ganze auf Bx nochmal vor… Danke für das feedback. Man muss ja auch mal was wagen, damit sich einer mal aufregt und man weiß, was man ändern kann, oder 😉 ???

  2. jau, klingt verrückt-nett – aber müssen es diese dämlichen Namen sein? Die killen den Witz – echt! 😉

    Liebe Grüße, Claudia

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