Lies alles, außer mir die Leviten! Kritik ja, aber positiv bitte…

  • Rezensierungszwang und Überbesternung von Selfpublishing-Geschichten im sozialen Netzwerk
  • Herzchen gegen Herzchen – virtueller Organhandel auf Bookrix?
  • Ehrlichkeit durch die Blume – der Autor entscheidet, ob eine Rezension gepostet wird

Unter Freunden hilft man sich schon mal. Und bittet ein Autorenfreund den anderen um Hilfe, weil er Feedback zu einem Text benötigt, dann sollte es konstruktiv und ehrlich, aber auch respektvoll und freundlich daherkommen. Leider denken viele Schreiberlinge, das Feedback wird ein besonders gutes, wenn man vorab mal mit Sternen oder Herzen auf der Seite des um Hilfe Gebetenen um sich wirft, nach dem Motto: Du schreibst toll, nun sag das bitte auch von mir und revanchiere dich.

Meiner Erfahrung nach funktioniert das auch viel zu oft. Dummerweise habe auch ich anfangs etwas Zeit benötigt, diese Unsitte zu erkennen, versuche mich aber davon nicht korrumpieren zu lassen, so sehr jedes Lob und jedes positive Feedback mich auch freut.

Meine Rezensionen und Feedbacks sollen genau jenen Eigenschaften gerecht werden, die ich oben nannte, auch wenn es manchmal etwas subjektiv durchschimmert zwischen den Zeilen. Immerhin will ich nun auch Genres rezensieren, die nicht mein Geschmack sind, aber soweit ich das Handwerkliche beurteilen kann, versuche ich das auszublenden.

Diplomatisch und hilfreich Schwachstellen zu benennen, das muss nicht gleich auf Onlineportalen geschehen – im Falle einer weniger guten Rezension. Es ist legitim, nur die guten Rezensionen und Empfehlungen online zu posten. Ich aber gehe noch einen Schritt weiter ab sofort: Ich frage ab sofort bei JEDER Rezension, ob und wo diese erscheinen soll. Bei guten wird kein Autor etwas gegen ein Erscheinen auf amazon und co haben. Bei weniger guten Besprechungen würde ich diese allenfalls auf meinem (wenig besuchten) Zweitblog posten, nirgendwo sonst. Dann kann ich es immer noch auf die Subjektivität schieben – und darauf, dass es eine Einzelmeinung ist. Und natürlich darauf, dass ich Autodidakt bin, meine Meinung also nicht die eines Experten ist.

Es wird natürlich immer wieder schwer, hier und da den Freundesbonuns auszublenden beim Lesen.

Aber wenn handwerklich schwache Werke schon 5 Sterne bekommen, wieviele gehen dann an ein Werk, dass mit mir als Leser etwas macht? Man sollte doch die Spreu vom Weizen trennen, gerade im Selfpublishing, wo es leider in den unteren Nuancen der Qualität reichlich Auswahl gibt… (Ich denke beispielsweise an unerfahrene Anfänger, die gerade erst am Schreiben Gefallen finden und noch dabei sind, ihren Stil zu entdecken…) Deswegen bin ich gegen diesen virtuellen Organhandel mit Herzchen auf Portalen wie BookRix, finde Wettbewerbe gut und sage der vorschnellen Überbesternung den Kampf an. Sonst geht am Ende die Milchstraße pleite, weil sie keinen Stern mehr hat.

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