Als ich neben mir stand (weil kein Hocker in der Nähe war)

Auto featGLOSSE. Schlaftrunken stolpere ich heute früh aus dem Haus. Gerade noch rinnt der letzte Schluck Kaffee in meine Speiseröhre, als ich die Haustüre öffne und mich in einer dunstigen Brühe aus Nebel und Nacht wiederfinde. Was ich nicht finde, ist a) , dass das ein geeignetes Sonntagsstehaufwetter ist und sind b) die Autoschlüssel in meinen Jackentaschen. Als ich endlich etwas Schlüsselartiges ertaste, stecke ich es gähnend in das Schloss einer Autotür. Diese aber denkt nicht dran sich gähnend zu öffnen, als ich am Griff rüttele. Kunststück: Es ist nicht mein Auto. Oder jemand hat das Nummernschild ausgetauscht. Ich mag, kann und will nicht drüber nachdenken, will den Schlüssel aus dem Türschloss ziehen und mich zu meinem Auto vortasten. Aber Fehlanzeige. Dem Schlüssel scheint es in dem fremden Schloss zu gefallen. Der hat es da auch warm und muckelig drin – ich kann es ihm nicht verdenken, wenn er da nicht raus will. Und was nun? Ich muss zur Arbeit, auch wenn Sonntag ist und der Rest der Nation noch entspannt am Kopfkissen horcht. Ich atme tief durch und muss aufpassen, dass ich nicht automatisch anfange zu schnarchen, so müde bin ich noch. Ruhig und besonnen kann ich den labilen Schlüssel schließlich aus dem Schloss befreien. Der Klügere gibt eben nach. Wo hab ich denn nun aber meine überdachte Zündkerze geparkt? Ich taste mich von Auto zu Auto, kann kaum die Hand vor Augen sehen. Jetzt wäre so eine Fernbedienung hilfreich. Zwei Gähnanfälle später finde ich mein Brummbrumm.  Hochmodische Eisblümchen verzieren luxuriös die Frontscheibe. Der Schlüssel zieht sich merklich in sich zusammen, als ich ihn in das vereiste Türschloss stecke. Kaffee, denke ich und gähne abermals. Die Beifahrertür lässt sich bereitwillig öffnen, und ich taste im dunklen Innenraum nach dem Eiskratzer. Ein Rumoren lässt mich auf einmal hellwach werden. Nicht im Auto rumort es sondern in meinem Magen; denn der Flugkaffee, den ich mir vorhin eiligst in den Rachen gekippt habe – meine schnellste Bewegung dieses Morgens bisher – schlägt durch. Und die Zeit rennt; denn sie ist immer ausgeschlafen und hellwach. Allmählich komme ich auch in Wallung, denn wichtige Geschäfte zwingen mich nochmal zurück ins Warme.

Um es kurz zu machen, gegen Mittag etwa war ich wieder ich selbst, aber so lange habe ich einfach nur ganz gut funktioniert. Da sage nochmal einer was Schlechtes gegen Routine im Job…

2 Kommentare zu „Als ich neben mir stand (weil kein Hocker in der Nähe war)“

  1. Ist eigentlich rein fiktiv, die Geschichte, aber hätte ja so kommen können…*ggg* hab n bißchen gesponnen… *ggg* Und Lerche kenne ich als Baum, als Kuchen und als Vogel… welche davon nun aber was miteinander haben und welche sich mit ä schreibt, weiß ich nicht so genau…*ggg* In NAchtigall kommt dasl Wort Nacht drin vor… und dass ist mir schon mal sympathisch, da ich eher Nachtmensch bin… 😉

Kommentare

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