Horror und Humor- eine seltene Kombination

Über die seltsame Verbindung von Lachen und Nervenkitzel in der Literatur gibt es nicht viele Abhandlungen, die einem ins Auge stechen, wenn man recherchiert. Ins Auge stechen – damit sind wir schon beim Thema… Ist lustiger Grusel – mal abgesehen von diversen Scherzartikeln und Vampirwitzchen – in der Literatur etwa eine Marktlücke? Mir scheint es so…und warum, das will ich hier mal versuchen zu (er)klären.

Ein Vampir fährt allein auf der Straße mit einem Tandem Schlangenlinien. An einer Kreuzung wird er von der Polizei angehalten. “Haben Sie etwas getrunken?”, fragt ihn ein Polizist und bekommt zur Antwort: “Ja, zwei Radler.”

Solche kurzen Witze sind in Sachen Vampirismus und Blutsaugerei die häufigsten Vertreter, die einen im Internet auflauern (können), um aus dem Nichts heraus die Lachmuskeln und das Zwerchfell zu aktivieren. Ansonsten finden sich viele in der Tat gruselige Texte zum Thema Horror, Psycho und Vampire – alle mehr oder weniger qualitativ gut umgesetzt – und überschneiden sich inhaltlich nur allzu oft. eventuell spielt dann noch eine erotische Komponente mit hinein, das Thema Liebe gehört sicherlich überall dazu, aber Witz, Humor, oder gar bitterster Sarkasmus sind, so will es mir scheinen, Mangelware. Oftmals nur angedeutet, kommen diese ( vom Autor sicher gern gewollten) Wesenszüge mancher Romanhelden und Hauptfiguren kaum vollends zur Wirkung und hinterlassen als Resultat beim geneigten Leser nur einen Anflug von Lächeln. Daraus stellt sich die Frage, warum hier scheinbar noch Platz für Originalität ist und wo die richtig humorvollen Stories sind, die einem Leser auch Vergnügen bereiten. Oder geht das am Ende nicht zusammen, Grusel und Lachen? Ist es das Einfache, was schwer zu machen ist? Es hat den Anschein, wage ich zu resümieren. Wohlgemerkt: Ich rede nicht unbedingt vom deutschen Buchmarkt, sicher finden sich da lesenswerte und lustige Werke in der Vielzahl der Neuerscheinungen… Oder etwa doch nicht? Wären die nicht am Ende umso beliebter bei den Lesern, eben weil sie so rar gesät sind? Also ich für meinen Teil würde gern antreten, das zu ändern…. Vielleicht nicht gleich auf dem Buchmarkt, aber zumindest beim fantasiereichen Erfinden von Nervenkitzel. Das Lachen nimmt dem Unheimlichen ein wenig den Schrecken, macht das Sich-Gruseln gern auch mal familientauglich…Ist in dieser unserer Zeit, wo kriminelle Energien und Gewalt die Medienlandschaft beherrschen, das verharmlosende Gruselvergnügen deshalb etwa weniger originell? Muss es immer ein Gruselschocker mit dem FSK-Prädikat P18 sein? Ich sage klar: Nein. Aber es mangelt an Alternativen! DAS, liebe Frankenstein-Follower und Duschszenen-Fans, ist der springende Punkt. Da nämlich liegt der Hund von Baskerville begraben. „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ sind zugegeben faszinierend, wie ein nicht genannt sein wollender Vulkanier sagen würde, aber nur bedingt komisch, wage ich zu behaupten. Es mag auch nicht die Intension der Autoren gewesen sein, etwas zum Lachen zu schreiben. Aber dennoch täte mehr Humor auch beim Lesen gut. Und das gilt sicher nicht nur für Horrorhelden, deren Lieblingshelden Frankenstein, Dracula und dergleichen nur allzu oft wieder belebt und durch manche hahnebüchene Story geschickt werden. Liebe Autoren: Macht dem Spuk ein Ende. Seriöser Horror kann auch lustig sein. Horror, Grusel und Humor: Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal. Na und? Im Märchen hat man doch auch hin und wieder drei Wünsche frei. Und dies sind meine drei Wünsche an eine kurzweilige makabre Gruselgeschichte.

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