Das Andenken.

Er trägt Weite in sich, der Stein in meinem Regal. Den Duft des Meeres, den Atem der Palmen, feinste Spuren weißen Sandes – das alles vereint er in sich, trotz oder gerade wegen seiner löchrigen Gestalt. Nie besaß ein mit Löchern wie Riesenporen übersäter Stein mehr Würde. Und dazu noch sein Name: Hühnergott. (Heiliger Gockel, denke ich bei mir.)
Wenn so der Gott des Haus- und Hofgeflügels aussieht – welche Lichtgestalt beten erst die Meeresbewohner an: Neptun? Lorelei? Zeus? Eine Muschel? Die Perle in ihr?
Ich greife nach dem Stein und betrachte ihn. Die Löcher des Hühnergottes schweigen mich fröhlich an und erzählen dennoch so viel: Durch sie hindurch kann ich bis hinter den Horizont sehen. Und seltsamerweise glaube ich für einen Moment, Meeresrauschen zu hören. Gut, dass ich Meeresrauschen noch vom Gegacker betender Hühner unterscheiden kann… Ob sie ihm auch hier und da einen Regenwurm opfern?

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