Ai Weiwei zeigt New York-Fotos in Berlin

Während meiner Stippvisite in Berlin war ich unter anderem in einer Ausstellung mit Fotos aus New York. Als Motiv für Bilder und Fotos mag ich diese Wolkenkratzer-Metropole sehr. Die Fotos, die ich mir in Berlin angesehen habe, stammen vom bekanntesten chinesischen Künstler der Gegenwart, AiWeiwei. Leider hat er kaum seine künstlerischen Werke fotografiert, ebensowenig wie die typischen Motive der Stadt New York. Aber bei näherem Hinsehen hat er mit seinem Blickwinkel sicher auch einen bestimmten darstellerischen Zweck verfolgt… Hier steht nun, wie ich die Ausstellung fand.

Eine Ausstellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei wird bis März 2012 in Berlin gezeigt. Diese interessierte mich sehr, da Ai Weiwei ja in jüngster Zeit wegen seiner Regimekritik in den Schlagzeilen war und vorübergehend sogar verhaftet wurde. Der bekannteste chinesische Künstler ist auch heute noch umstritten und lebt noch immer nicht wirklich frei mit vielen Auflagen in seinem Pekinger Studio.

Die Zeit in New York soll seinen Stil geprägt haben, es sei eine Konzeptidee in ihren Anfängen erkennbar, wenn man die Fotos der Ausstellung betrachte, hieß es im Begleittext. Die Fotos wirkten auf mich zum Teil wie alltägliche Momentaufnahmen in einem Viertel der Stadt, in welchem Menschen der unteren sozialen Schichten zu Hause sind und zum großen Teil ihren Lebensunterhalt mit kreativen und künstlerischen Tätigkeiten verdienen, weswegen sie auch mehr schlecht als recht leben.

Sicher hat der Künstler sich und einige Künstler in ihren Appartements, bei der Arbeit, aber auch beim Essen, Demonstrieren, Musizieren und anderen Verrichtungen fotografiert – aber insgesamt waren zum Teil sehr persönliche und private Fotos dabei, deren künstlerische Bedeutung sich einem kulturellen Laien, der das weitere Werk Ai Weiwei´s (noch) nicht kennt, auch nicht wirklich erschließt. Man müsste mal sein weiteres Werk, entstanden nach dieser New Yorker Zeit, in Augenschein nehmen, um sich ein Gesamtbild zu machen.

So ist der Eindruck dieser Ausstellung erstmal nichts weiter als ein Grundstein, eine Art Fundament, um das weitere Schaffen des chinesischen Gegenwartskünstlers besser verstehen und interpretieren zu können. Einerseits hätte Ai Weiwei bei der selbst vorgenommenen Auswahl der Fotos auch einiges weglassen können, so mein persönlicher Eindruck – andererseits wäre die Umfassenheit der Ausstellung und der soziale Einblick, den sie gewährt, dann nicht halb so interessant. Alles in allem: Die 8,-€ Eintritt sind gerechtfertigt, ein Besuch ist empfehlenswert, aber kein absolutes Muss im Sinne von: „Muss man gesehen haben“. New York-Fans kommen nur bedingt auf ihre Kosten – von der Stadt selbst ist wenig zu sehen.

 

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